Am 26. November wird in Baden darüber abgestimmt, ob das neue Sekundarstufenzentrum Burghalde gebaut wird. Es geht um einen Kredit von 98,5 Millionen Franken. Die geplante Schulanlage sei zu gross und zu teuer, kritisierte unter anderem die SVP im Einwohnerrat. Stadtrat und Bauvorsteher Markus Schneider (CVP) entgegnete diesen August, das Wort «Luxusbau» sei unangebracht. Als Beleg dafür präsentierte er eine Studie des Zürcher Ingenieur-, Planungs- und Beratungsunternehmens Basler+Hofmann.

Um die Baukosten von Schulhäusern unterschiedlicher Grösse vergleichen zu können, wurde in der Studie die Einheit Klasse (KL) verwendet. Es handelt sich dabei um die Anzahl Klassen, die in einem Schulhaus unterrichtet werden können. Verglichen wurden nun die Gesamtkosten von Gebäude und Betriebseinrichtungen pro Einheit Klasse.

Anhand der entsprechenden Grafik (siehe oben) kommt die Studie – von der Stadt Baden in Auftrag gegeben – zum Schluss: «Es handelt sich bei der Burghalde im Verhältnis zu den Referenzobjekten um ein vergleichbares Objekt.» Tatsächlich gibt es Schulhäuser, die noch teurer sind als die Burghalde, wie die Balkengrafik zeigt.

Gleichzeitig fällt aber auf: Das Sekundarstufenzentrum hält betreffend Kosten mit Schulhäusern wie dem Blumenfeld in Zürich Affoltern mit, das als «teuerstes Zürcher Schulhaus der Neuzeit in die Annalen einging», wie der «Tages-Anzeiger» schrieb. Bürgerliche Zürcher Politiker kritisierten, Zürich setze bei Schulbauten wie dem Blumenfeld auf Luxuslösungen.

Schneider: «Kein Luxusprojekt»

Die Statistik wurde ursprünglich im Auftrag der Stadt Zürich erarbeitet. Der Zürcher Hochbauvorsteher André Odermatt (SP) wollte 2010 wegen Kritik an den hohen Kosten städtischer Bauten Transparenz schaffen. Das Ergebnis der Studie kommentierte der «Tages-Anzeiger» so: «Immer wieder ist die Stadt Zürich kritisiert worden, sie baue im Vergleich mit anderen Gemeinden zu teuer, nur das Beste sei gut genug. Der vorgestellte Bericht Kostenklarheit gibt den Kritikern grundsätzlich recht.» Die Stadt Zürich versucht seit Veröffentlichung der Studie, die Kosten im Hochbau zu senken, auch bei Schulhäusern.

In der Kostenanalyse für das Badener Projekt ist nun auch die Burghalde in die Rangliste eingereiht worden. Das Sekundarstufenzentrum weist, wie die Zürcher Schulhäuser Hardau, Leutschenbach, Albisriederplatz und im Birch, einen Wert zwischen 1,5 und 2 Millionen Franken pro Einheit Klasse auf. Bei vergleichbaren Schulhäusern ausserhalb von Zürich – sie stehen unter anderem in Basel (Volta), Winterthur (Zinzikon), Sursee (St. Martinsgrund und Uster – liegen die Kosten zwischen 1,2 und 1,5 Millionen Franken pro Einheit Klasse.

Julius Schulz, Leiter Bau bei der Stadt Baden, erklärt: «Wir bauen nachhaltig und mit gutem Standard, das ist eine Tatsache. Der Entscheid hierfür fiel ganz bewusst. Kurzfristig steigen dadurch die Kosten bei der Erstellung, langfristig bezahlt sich das aus, weil die Lebenszykluskosten sinken.» Die Erstellungskosten betragen laut Schulz rund einen Viertel bis einen Drittel der gesamten Lebenszykluskosten.

Tendenziell hoch seien bei der Burghalde die Vorbereitungsarbeiten, so Schulz. «Dies erklärt sich durch die Hanglage auf einer innerstädtischen Parzelle mit schwieriger Baustellenzufahrt, Felsabbau, Abbrucharbeiten bestehender Gebäude und kostenintensiven Baugrubenabschlüssen.»

Hoch sind laut Studie auch die Kosten im Bereich Elektro. «In diesem Bereich arbeiten wird an Optimierungen», sagt Schulz. Die Kosten für die Gebäude lägen im mittleren Bereich, die Kosten für Betriebseinrichtungen und Ausstattung im unteren Bereich im Vergleich mit den anderen Projekten der Kostenanalyse.