Würenlos

Busverbindung nach Würenlos scheitert am Geld

Zehn Minuten mit dem Velo und 50 mit dem öffentlichen Verkehr. Der Weg nach Würenlos bleibt lange. sar

Zehn Minuten mit dem Velo und 50 mit dem öffentlichen Verkehr. Der Weg nach Würenlos bleibt lange. sar

Die Gemeinden Geroldswil und Oetwil haben sich entschieden, dass sie das Projekt einer privaten Buslinie von Geroldswil über Oetwil bis Würenlos finanziell nicht unterstützen will.

Nelli Schmid ist enttäuscht. Die Präsidentin des Oetwiler Seniorenrats setzt sich seit letztem Herbst für die Einführung einer privaten Buslinie ein, die Geroldswil über Oetwil mit Würenlos verbinden soll. Jetzt haben die Gemeinden Oetwil und Geroldswil entschieden, dass sie das Projekt nicht finanziell unterstützen wollen.

Bisher dauert der kürzeste Weg von Geroldswil zum benachbarten Würenlos 51 Minuten mit dem öffentlichen Verkehr. Dieser führt via Bus nach Dietikon, mit dem Zug nach Killwangen-Spreitenbach und wieder mit dem Bus ans Ziel.

Ende letzten Jahres verschickte der Seniorenrat Sponsorenbriefe mit dem Ziel, den Privatbus als Pilotprojekt ein Jahr provisorisch einzuführen.

18 Prozent der angefragten Firmen und Einzelpersonen haben dem Busprojekt eine finanzielle Unterstützung zugesichert.

Um wie viel Geld es sich dabei handelt, möchte Schmid aber nicht sagen. Klar ist nur, dass es nicht gereicht hätte. Also bat der Seniorenrat die Gemeinden Geroldswil und Oetwil um finanzielle Unterstützung.

Nach Würenlos in die Badi

«Enttäuschend finde ich vor allem die Begründung», sagt Schmid. Diese lautet, dass eine Buslinie von Geroldswil nach Würenlos zu wenig frequentiert würde. Schmid sieht das anders. Im Oktober 2012 hat der Seniorenrat eine mündliche Umfrage gestartet.

«Unsere Idee, einen Bus zu organisieren ist auf viele positive Reaktionen gestossen.» Gerade über den Sommer hätte sich der Einsatz eines solchen Busses gelohnt, glaubt Schmid. Denn viele Eltern und Kinder würden nach Würenlos in die Badi fahren. Ausserdem wäre der Privatbus ein Pilotprojekt gewesen.

Anderer Meinung ist Oetwils Gemeindepräsident Paul Studer: «Der Gemeinderat sieht die Nachfrage für einen solchen Bus nicht.»

Für Oetwil sei vielmehr eine gute Erschliessung an das Verkehrsnetz der Limmattalbahn ein Thema. Ausserdem hätten die Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ) eine solche Linie als zu unrentabel beurteilt.

Zuletzt vor zwei Jahren, als die VBZ prüften, ob sich die Erschliessung nach Würenlos lohnen würde. Sie kamen zum Schluss, dass dies nicht der Fall ist.

Und sowieso: Auch in Dietikon gibt es eine schöne Badi, findet Studer. Wollen Oetwiler trotzdem für eine Abkühlung nach Würenlos fahren, dann könnten sie dies bald mit dem Fahrrad tun. Ein direkter Radweg sei laut Studer in Planung.

Bedürfnis nicht nachgewiesen

Auch für den Geroldswiler Gemeinderat ist fraglich, ob es eine private Buslinie nach Würenlos braucht. «Wer will nach Würenlos, wie oft und weshalb? Solche Fragen hat der Seniorenrat nicht genügend beantworten können», sagt Gemeindeschreiber Beat Meier.

Die Umfrage des Seniorenrates beruhe auf nicht erhärteten Tatsachen. Sie sei mündlich durchgeführt worden und reiche deshalb als Bedürfnisnachweis nicht aus, so Meier.

Für Nelli Schmid ist das Projekt noch nicht gestorben. Der Seniorenrat wird sich weiterhin starkmachen für den Privatbus. «Ich kann mir vorstellen, etwas Ähnliches wie in Schlieren auf die Beine zu stellen», sagt Schmid. Dort sammelt ein überparteiliches Komitee Unterschriften für eine Volksinitiative zur Einführung eines Ortsbusses.

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