Gegen den Neubau des «Cachet-Hauses» am Schlossbergplatz sind zahlreiche Einwendungen eingegangen. Eine der Einwendungen wurde inzwischen ans Verwaltungsgericht weitergezogen. Eine weitere liegt auf dem Tisch des Bundesgerichts. Das Gebäude oder genauer sein Erdgeschoss ist ein «Mosaikstein» des neuen Schulhausplatzes und des Bustunnels.

Im Dezember 2017 hätte die neue Bushaltestelle im Erdgeschoss des «Cachet-Hauses» in Betrieb gehen sollen. Denn: Die Busachse zwischen Bahnhof und Schulhausplatz wird dann durch den Bustunnel direkt zum Schulhausplatz führen. Die Haltestelle würde von der RVBW angefahren, während die Postautolinien Richtung Wettingen und Mellingerstrasse direkt in den neuen Bustunnel fahren werden. Längerfristig sollen Schlossbergplatz und Weite Gasse ganz vom Busverkehr befreit werden, so das Ziel der Stadt. Für die Bushaltestelle im Erdgeschoss der Liegenschaft wandten sich Stadt und Kanton an die Besitzerin des Hauses, der «Miteigentümergemeinschaft Schlossberg». Diese zeigte sich offen; ein Projekt wurde ausgearbeitet. Der Abbruch des alten Hauses wurde auf Mai 2015 terminiert, der Bezug auf Frühjahr 2017; ein halbes Jahr später, zum Fahrplanwechsel im Dezember, hätte die Bushaltestelle bereit sein sollen.

Doch an diesem Mosaikstein beisst sich die Bauherrschaft nach wie vor die Zähne aus. Während der «Cachet» seine Duftstäbchen, Deko-Artikel und Kleider bis auf weiteres feilbietet, sitzen Stadt, Kanton und Miteigentümergemeinschaft des neuen Gebäudes in spe mit den Beschwerdeführern am Tisch und verhandeln. Die Bauherrschaften hoffen, dass die Beschwerde beim Verwaltungsgericht aus der Welt geschafft werden kann – ohne dessen Entscheid abwarten zu müssen. Denn bis dieser fällt, könnte es gut und gerne ein weiteres Jahr dauern.

Zuversicht trotz Beschwerde

Über den Inhalt der strittigen Punkte äussern sich die Beteiligten nicht, da es sich um ein laufendes Verfahren handelt. Kurt Baumann, Vertreter der «Miteigentümergemeinschaft Schlossberg», zeigt sich im Gespräch aber zuversichtlich: «Wir führen Verhandlungen mit dem Beschwerdeführer und sind trotz der hängigen Beschwerde beim Verwaltungsgericht guten Mutes, dass wir eine Lösung finden.» Ungeachtet dessen dürfte sich der Start des Abbruchs und später des Neubaus um rund ein Jahr verzögern – «vorausgesetzt, es geht jetzt alles gut», fügt Baumann an. In zwei bis drei Wochen werde man mehr wissen. «Wir hoffen, im Frühsommer mit dem Abbruch beginnen zu können.»

Werden die Busse also doch noch pünktlich an der künftigen Haltestelle im Erdgeschoss des Neubaus halten können? Die Projektverantwortlichen beim Baudepartement sind optimistisch: «Bereits zwei Instanzen haben die Beschwerde abgewiesen, deshalb gehen wir davon aus, dass auch das Verwaltungsgericht diese abweisen wird», sagt Peter Keller, Leiter Realisierung in der Abteilung Tiefbau. «Wir gehen deshalb davon aus, dass wir die Bushaltestelle rechtzeitig im Dezember 2017 in Betrieb nehmen können.» Deshalb habe man bisher keinen Plan B ausgearbeitet für den Busbetrieb. «Im Ernstfall können die Busse aber weiterhin durch die Weite Gasse fahren», sagt Peter Keller.

Stadtrat und Bauvorsteher Markus Schneider gibt sich verhalten optimistisch. «Wir hoffen trotz der hängigen Beschwerden, rechtzeitig mit der Bushaltestelle fertig zu sein, die Zeit wird aber immer knapper.» Zum Inhalt der Beschwerden und zu den Verhandlungen dürfe er keine Auskunft geben, da dies hängige Verfahren sind.

Beschwerde kam zu spät

Mag die von allen Seiten betonte Zuversicht auch begründet sein, so gibt es doch noch den einen Haken beim Bundesgericht. Die dortige Beschwerde betrifft den Neubau indirekt. So hatte Bernd Reichert stellvertretend für die Hauseigentümer am Hahnrainweg, dem sogenannten «Kriesi-Areal», mehrere Einsprachepunkte ins Feld geführt. Er zog seine vom Stadtrat abgewiesene Beschwerde weiter zum Kanton. Doch dieser trat nicht auf Reicherts Beschwerde ein, weil sie zu spät eingereicht worden sein soll. Diesen Entscheid hat er, nach einer Abfuhr beim Verwaltungsgericht, beim Bundesgericht angefochten. Sollte das Bundesgericht seine Beschwerde gutheissen, müsste der Kanton nochmals über die Bücher. Wann das Bundesgericht entscheidet, ist noch offen.