Baden
«Camping Rimini»: Stella Palino zieht eine positive Bilanz

Mehr als 3000 Zuschauer haben die Aufführungen gesehen. Jetzt wird das Freilichttheater abgebaut. Stella Palino ist zufrieden. Die «Rimini»-Aufführungen seien ein Experiment gewesen, sagt die Theater-Frau. Ein Experiment, das sich gelohnt hat.

Pirmin Kramer
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Stella Palino gönnt sich eine Pause vom Aufräumen und lässt sich in der Badener Aue in einen Campingstuhl fallen. «Ich bin müde. Und es ist jetzt eine gewisse Leere da. Aber ich bin zufrieden, dass alles gut gelaufen ist.»

Am Sonntag fand hier die letzte Aufführung von «Camping Rimini» statt, für die Palino die Gesamtverantwortung trug. Mehr als 3000 Zuschauer haben das Badener Sommertheater im vergangenen Monat mitverfolgt. Das sei die Anzahl, die man erwartet habe. «Natürlich hätte es gerade unter der Woche meist noch Platz auf der Tribüne gehabt. Doch insgesamt dürfen wir zufrieden sein. Wir können alle Schauspieler bezahlen. Es war nicht klar, ob wir das schaffen würden.»

Schauspieler verzichteten auf Lohn

Im Frühling stand das Projekt tatsächlich auf der Kippe, wie Produktionsleiterin Beatrice Hollenstein sagt. «Nur weil die professionellen Schauspieler bereit waren, auf einen Teil ihres Lohnes zu verzichten, konnten die Aufführungen über die Bühne gehen.» Mit den Profis wurde eine Minimalgage vereinbart, und man einigte sich auf eine Gewinnbeteiligung. «Wir funktionieren wie ein Familienunternehmen», sagt Hollenstein.

Das Budget musste auf allen Ebenen gestrafft werden: «So wünschte Palino sich ursprünglich eine grössere Tribüne.» Viele der technischen Requisiten wie Scheinwerfer oder Mikrofone wurden günstig von anderen Theatern gemietet oder gekauft.

Ein Experiment

Palino sitzt noch immer im Stuhl, und sie blickt in Richtung Tribüne, wo die Zuschauer am Sonntag eine der speziellsten Aufführungen erlebt haben. «Es hat stark gewindet, die Bäume bogen sich und waren rot vom Bühnenlicht beleuchtet. Ausserdem strahlte der Vollmond. Es hat mich gefreut, dass die letzte Aufführung so unvergesslich geworden ist.»

Die «Rimini»-Aufführungen seien ein Experiment gewesen, sagt die Theater-Frau, die früher ein Mann war. «Die Kombination so vieler Laien-Schauspieler mit Profis war einzigartig.» Deren Engagement hat sie beeindruckt: «Sie hatten grosse Lust, auf der Bühne zu stehen und sich dort zu zeigen.» Die Zusammenarbeit der Amateure mit den Profis habe prima geklappt: «Die Stimmung war richtig toll, wir haben uns fast nie gestritten.»

Viel Glück mit dem Wetter

Dass Palino so zufrieden zurückblicken darf, hat auch mit dem Wetter zu tun. «Wir hatten ein Riesenglück.» 27 Aufführungen waren geplant, nur zweimal fand das Spektakel nicht statt. Einmal musste nach der Pause abgebrochen werden, weil es zu stark regnete.

Kurz, bevor es weitergeht mit den Abbau-Arbeiten, setzt sich Musikerin Maren Gamper zu Palino. «Ich finde es angenehm, dass wir hier aufräumen», sagt Gamper. So können wir langsam Abschied nehmen vom Theater, das uns so viel bedeutet hat.»