Baden/Brugg
Campus ist neuer Motor im Immobilienmarkt und sorgt für regionalen Schwung

Die regionalen Raiffeisenbanken haben 2013 weiter Marktanteile gewonnen. Der Bruttogewinn stieg um 5,4 Prozent auf 36,2 Millionen Franken. Ein Teil davon fliesst in die Eigenkapitalbasis. Das Hypotheken-Geschäft läuft weiterhin rund.

Dieter Minder
Drucken
Teilen
Der Fachhochschulcampus Brugg-Windisch verleiht der Region starke Impulse, von denen der Immobilienmarkt und damit auch die Banken profitieren.Emanuel Freudiger

Der Fachhochschulcampus Brugg-Windisch verleiht der Region starke Impulse, von denen der Immobilienmarkt und damit auch die Banken profitieren.Emanuel Freudiger

Die sechs Raiffeisenbanken der Region Baden-Brugg konnten den Bruttogewinn 2013 gegenüber 2012 um 5,4 Prozent auf 36,2 Millionen Franken steigern. «Das zeigt, dass wir eine sehr hohe Ertragskraft haben», sagt Federico Hürsch, Leiter der Raiffeisenbank Lägern-Baregg.

Weil die als Genossenschaften organisierten Banken nur einen geringen Teil ihres Gewinns ausschütten dürfen, trägt der Bruttogewinn zur Stärkung des Eigenkapitals bei. «Unsere Banken haben damit eine bessere Eigenkapitalbasis, als die Vorschriften verlangen.»

Neben den Bilanzsummen sind auch die anderen Kennzahlen im positiven Bereich. Der Rückgang des Depotvolumens hängt mit der geänderten Verbuchung der Kassenobligationen zusammen. Gesunken ist auch die Zahl Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf 202. Dazu kommen noch 23 Lehrlinge.

Risiko wird tief gehalten

Die Banken haben ihren Kunden insgesamt 4,67 Milliarden Franken oder 2,7 Prozent mehr als ein Jahr zuvor ausgeliehen. Das zeigt deren Marktkraft. «Die Nachfrage nach Hypotheken ist nach wie vor gross», sagt Daniel With, Leiter der Raiffeisenbank Rohrdorferberg-Reusstal. Das Wachstum sei allerdings geringer als früher und konzentriert sich vor allem auf die kleineren Institute.

«Mit einer konservativen und strengen Belehnungspraxis halten wir unser Risiko tief», sagt With. Dies geschehe auch im Hinblick auf möglicherweise steigende Zinsen oder sinkende Immobilienpreise. Eine gewisse Stagnation können die Banken feststellen. Es könne nicht mehr alles so einfach verkauft werden wie bisher. «Die Kunden prüfen eine Wohnung oder ein Haus viel intensiver, bevor sie sich zum Kauf entscheiden», sagt With. Dies sei positiv für den Immobilienmarkt.

«Erstmals in unserer Geschichte sind die Ausleihungen und die Kundengelder gleich hoch», sagt Patrick Binkert, Leiter der Raiffeisenbank Würenlos. Die Bank konnte nicht mehr alle zufliessenden Gelder anlegen, was zu seiner geringeren Marge führte. Dies hat sich auf den Bruttogewinn ausgewirkt. Er ist bei der Würenloser Bank gegenüber 2012 leicht zurück gegangen. 4,2 Milliarden Franken haben die Kunden 2012 bei den Raiffeisenbanken angelegt. Wie in den letzten Jahren bevorzugten sie Spar- und Anlageformen mit kurzfristigen Laufzeiten. «Viele legen ihr Geld in Vorsorgekonten oder Vorsorgefonds an, die ihnen auch Steuervorteile bieten», sagt Jäggi.

Brugg-Windisch wird wachsen

Alle sechs Banken haben ihre Sitze im Bezirk Baden. Die beiden Institute Aare-Reuss und Wasserschloss sind zudem im Bezirk Brugg tätig. Diese Region hat in den vergangenen Jahren weniger vom Wachstum profitiert als die östlich gelegenen Gebiete wie das Limmattal, der Mutschellen oder der Rohrdorferberg.

Nun erwarten sie eine markante Änderung. «Die Eröffnung des Fachhochschulcampus Brugg-Windisch hat dem Immobilienmarkt einen starken Impuls verliehen», sagt Heinz Jäggi, Leiter der Raiffeisenbank Wasserschloss. Davon könnten nicht nur Brugg, Hausen und Windisch, sondern auch die Gemeinden im Birrfeld profitieren. «Das sind interessante Perspektiven. Wir können also optimistisch in die Zukunft blicken», sagt Jäggi.

Bei Neuhypotheken spiele der Markt aber sehr deutlich. Allein in Windisch dürfte die Bevölkerungszahl um rund 1000 auf gegen 8000 Personen wachsen. Zum Aufschwung tragen auch die direkten Anschlüsse an die Autobahn, in Richtung Basel, Bern und Zürich bei.

In diesem Geschäftsjahr erwarten die Bankleiter ein ähnliches Ergebnis wie 2013. Allenfalls könnte ein etwas geringerer Bruttogewinn resultieren.

An den Generalversammlungen müssen die rund 55 000 Genossenschafter über eine Statutenänderung entscheiden. Die noch geltende Nachschusspflicht, von 8000 Franken pro Genossenschafter, soll gestrichen werden. Die Banken folgen einer Vorgabe des Bundes.

Aktuelle Nachrichten