Casino-Poker
Casino Baden rechnet nach verlorenem Poker mit einem Drittel weniger Umsatz

Die Swiss Casinos Gruppe hat den Poker um das Casino in der Stadt Zürich für sich entschieden. Sie hat vom Bundesrat heute die Konzession erhalten. Sie wird voraussichtlich nächsten Herbst eine Spielbank im ehemaligen Haus Ober eröffnen.

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Detlef Brose rechnet mit einem Drittel weniger Umsatz. (Archiv)

Detlef Brose rechnet mit einem Drittel weniger Umsatz. (Archiv)

Alex Spichale

Der Bundesrat folgte damit dem Antrag der Eidgenössischen Spielbanken-Kommission (ESBK). Diese hatte eingegangenen Gesuche gründlich geprüft, um herauszufinden, ob sie den gesetzlichen Vorgaben entsprachen.

Bern spielt in Neuenburg

In Neuenburg hat sich der Bundesrat fürs Projekt der FBAM Neuchâtel SA im «Casino de la Rotonde» entschieden. Hinter diesem Projekt steht die Kongress und Kursaal Bern AG. Im Zentrum von Neuenburg wird die FBAM voraussichtlich Anfang 2012 eine B-Spielbank eröffnen.

Schweizer Geldgeber

Dabei schwang das Projekt der Swiss Casino Gruppe obenaus. Die Swiss Casinos Gruppe betreibt in der Schweiz bereits die Spielbanken in St. Gallen, Pfäffikon und Schaffhausen. Geldgeber ist der Sonova-Mitgründer Hans-Ueli Rihs.

Im ehemaligen Kaufhaus «Haus Ober» an der Ecke Gessnerallee/Sihlstrasse 46/48) wird sie voraussichtlich im Herbst 2012 eine A-Spielbank eröffnen.

Auch Stadt Baden triffts

Grosse Verliererin im Züricher Casino-Poker ist die Stadtcasino Baden AG, die mit einem budgetierten Brutto-Spielertrag von bis zu 146 Millionen Franken das grösste Projekt eingereicht hatte. Sie geht leer aus. Als Folge der neuen Konkurrenz im nahen Zürich rechnen die Badener zusätzlich mit einer jährlichen Ertragseinbusse von 35 Millionen Franken. Zudem hat man bereits 7 Millionen Franken ins Zürcher Casino Royal investiert.

Auch die Stadt Baden, Mehrheitsaktionärin der Stadtcasino AG, würde getroffen. Sie müsste mit einem Rückgang bei den Steuer- und Dividendeneinnahmen rechnen.

«Ein Drittel weniger Umsatz»

Beim Casino Baden zeigt man sich wenig überrascht vom Entscheid des Bundesrats. «Trotzdem sind wir enttäuscht», sagt Detlef Brose, CEO vom Grand Casino Baden. Politische Argumente hätten mehr gezählt als sachliche. Der Entscheid hat für das Grand Casino Baden Konsequenzen. «Wir rechnen mit rund einem Drittel weniger Umsatz ab Herbst 2012», so Brose.

Der für Baden negative Entscheid stachelt das Casino Baden aber auch an: «Wir haben jetzt die Motivation, noch besser zu werden und werden eine Strategie fahren, bei der wir uns auf unserer Stärken fokussieren.» Konkret meint Brose damit insbesondere das Spielangebot, die Unterhaltung und die Kundenzufriedenheit. (rsn/dno)