Baden/Zürich
Casino-Wettstreit: Baden hat im 2013 die Nase vor Zürich

Im ersten vollen Spieljahr erreichte das Casino Zürich einen Bruttospielertrag von 60 Millionen Franken. Das sind sieben Millionen Franken weniger als das Grand Casino Baden. Zürich schloss deutlich unter den Erwartungen und mit einem Verlust.

Roman Huber
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Grand Casino Baden liegt nach 2013 immer noch vor dem Casino Zürich.

Grand Casino Baden liegt nach 2013 immer noch vor dem Casino Zürich.

Sandra Ardizzone

Erstmals lassen sich das Grand Casino Baden und das Casino Zürich anhand der Jahresergebnisse vergleichen. Das Grand Casino Baden, vormals Nummer eins aller Schweizer Casinos, behauptet zumindest im Grossraum Zürich mit 67 Mio. Franken Bruttospielertrag und über 340 000 Besuchern seine Führungsposition.

Die 60 Mio. Franken des Casinos Zürich haben einen zusätzlich bitteren Geschmack, wären doch laut Budget 70 Mio. notwendig gewesen, um in die Gewinnzahlen zu kommen. Ursprünglich budgetierten die Zürcher Casinobetreiber gar einen Bruttospielertrag von 100 Millionen Franken.

In welcher Höhe sich der tatsächliche Verlust bewegt, ist noch nicht bekannt. Der Bruttospielertrag ist derjenige Betrag, der nach Auszahlung der Gewinne von den Spieleinsätzen bleibt.

Weniger Einbussen als erwartet

Bei einem Bruttospielertrag von 92 Mio. Franken im Vorjahr hat das Grand Casino das Ziel, weniger als 30 Prozent einzubüssen, erreicht. Casino-Chef Detlef Brose spricht von einem «grossen Erfolg der strategischen Positionierung als House of Entertainment».

Weil gleichzeitig die Organisations- und Kostenstruktur angepasst worden sei, resultiere wiederum ein attraktiver Gewinn. «Das Resultat ist ein grosses Kompliment für die Mitarbeitenden», sagt Brose.

In Sachsen-Anhalt und Wien dran

Entgegen dem schweizerischen Trend, der aufgrund Online-Casinos und Zurückhaltung bei den Spielern rückläufig ist, weist das Schwestercasino in Davos, das seit Mai 2012 zur Stadtcasino-Gruppe gehört, einen um vier Prozent höheren Bruttospielertrag aus.

Die Anstrengungen in Baden werden laut Brose unvermindert fortgesetzt. Und die Auslandpläne des Grand Casinos sind konkreter geworden. In Sachsen-Anhalt, wo Baden zu einem Viertel am Projekt der deutschen Gauselmann-Gruppe beteiligt ist, liegen laut Brose die Konzessionen vor. Man rechne, die Casinos im laufenden Jahr eröffnen zu können.

Das Grand Casino Wien im Palais Schwarzenberg, wo Grand Casino Baden mit zwei Dritteln beteiligt ist (zusammen mit der Gauselmann-Gruppe) stosse auf sehr gutes Echo. Einen Konzessionsentscheid erwartet Brose im Laufe der nächsten Monate.

In Vaduz hingegen steckt das Konzessionsverfahren steckt nach wie vor in einem juristischen Verfahren.