Castingshows: Wer gewonnen hat, ist noch lange kein Star

Ex-Miss Schweiz Christa Rigozzi und Sängerin Nicole Bernegger sprechen im Club Joy mit den SRG-Verantwortlichen über den Megatrend Castingshow.

Ursula Burgherr
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Im Club Joy in Baden interviewt SRG-Präsident Aargau/Solothurn Peter Moor-Trevisan (links) Ex-Miss-Schweiz Christa Rigozzi, Sängerin Nicole Bernegger und Sven Sarbach, Leiter des Bereichs Show Events und Unterhaltung bei SRF. Alex Spichale

Im Club Joy in Baden interviewt SRG-Präsident Aargau/Solothurn Peter Moor-Trevisan (links) Ex-Miss-Schweiz Christa Rigozzi, Sängerin Nicole Bernegger und Sven Sarbach, Leiter des Bereichs Show Events und Unterhaltung bei SRF. Alex Spichale

In prominenter Runde wurde im Club Joy Baden das «Phänomen Castingshows» beleuchtet. Gesprächsleiter Peter Moor-Trevisan, Präsident der SRG Aargau Solothurn, interviewte zu diesem Thema Sven Sarbach, Bereichsleiter Show Events/Unterhaltung bei SRF, Christa Rigozzi, ehemalige Miss Schweiz und Jurymitglied bei «Die grössten Schweizer Talente» (DGST) sowie Nicole Bernegger, Siegerin der ersten Staffel von «The Voice of Switzerland». Zu Beginn des Talks rührte man kräftig die Werbetrommel für die dritte Staffel von DGST, die im Frühjahr 2015 über die Bildschirme flimmert. Rigozzi erzählte von den Castings, die kürzlich abgelaufen sind, Sarbach schwärmte von der grossen Beteiligung und Qualität der Kandidaten. Haben die zwei schon jetzt eine Ahnung, wer nächstes Jahr aufs Siegertreppchen kommt? «Nein. Bei Maya Wirz (Siegerin DGST 2011) gab’s zwar Hühnerhaut, aber am Schluss zählen viele Faktoren. Der Entscheid liegt dann beim Publikum, das votet.» Und genau das macht die grosse Faszination der Castingshows aus, die zuhauf in allen Ländern laufen. Die Zuschauer können mitbestimmen, ihre Lieblinge selber erküren und fühlen sich so mitinvolviert in die Show. Zudem sei es Menschen schon immer ein Bedürfnis gewesen, sich im Wettbewerb aneinander zu messen, meinte Moor. Dass es wegen der vielen Casting-Formate beim Publikum zu einer gewissen Übersättigung komme, konnte Sarbach nicht verneinen. Doch solange die Quote stimmt... «Wir hatten bei der letzten Staffel von DGST einen Marktanteil von 38 bis 39 Prozent», sagte er.

Nicht alles auf eine Karte setzen

Nicole Bernegger hat schon jahrelang vor ihrer Teilnahme bei «The Voice of Switzerland» Musik gemacht. «Für mich sind zwar Türen aufgegangen durch die Show, aber ich wäre auch sonst meinen Weg gegangen», sagte die Sängerin, die gerade ihr zweites Album produziert. Anders sieht es bei Newcomern aus, die alles auf die Karte Castingshow setzen und damit riesige Hoffnung verbinden. «Wir bieten ein Sprungbrett, nicht mehr», betonte Rigozzi, «danach ist jeder Kandidat wieder alleine und muss für sich selber schauen — so ging es mir auch nach dem Miss-Schweiz-Jahr. Wer gewonnen hat, ist noch lange nicht oben angekommen.» Und Sarbach doppelte nach: «Der momentane Ruhm und Hype bei einer Castingshow ist nicht nachhaltig. Das machen wir unseren Kandidaten mittlerweile in Medientrainings bewusst», sagt Sarbach.

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