Baden
Cédric Wermuth schrubbt und poliert für ein besseres Klima

Nationalrat Cédric Wermuth griff in Baden für einen Morgen zum Putzlappen und schrubbte Velos. Er hatte im Rahmen der «Earth Hour 2012»-Kampagne des WWF eine Wette einzulösen.

Philippe Neidhart
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Cédric Wermuth kam beim Veloputzen ins Schwitzen.zvg

Cédric Wermuth kam beim Veloputzen ins Schwitzen.zvg

Putzen, schrubben und polieren, bis alles wieder glänzt wie neu. Cédric Wermuth ist tief über das Fahrrad gebeugt, auf seiner Stirn glitzern Schweissperlen. Mit akribischer Sorgfalt reinigt der Nationalrat zuerst die Felgen, dann den Rahmen des Fahrrades. Die Arbeit ist anstrengend und mühsam, doch Wermuth trägt es mit Fassung: «Wenn man sich für ein besseres Klima einsetzt, ist es in Ordnung, wenn man dafür schwitzen muss.»

Wetten, dass ...

Dass Cédric Wermuth vor dem «marvelos Bicycle Shop» in Baden einen Morgen lang Velos putzte, war kein Zufall. Vor rund zwei Monaten schloss er mit der Schweizer Bevölkerung eine Wette ab: «Ich putze Ihr Velo, wenn sich 200 Personen im Alltag häufiger aufs Velo setzen.»

Die Wette kam im Rahmen der «Earth Our 2012»-Kampagne des WWF zustande, die ihren Höhepunkt im grossen Lichterlöschen in weltweit über 6000 Städten fand. «Wir wollten unser Anliegen zudem in den Alltag der Leute tragen», sagt Philip Gehri vom WWF. Deshalb wurden die Promi-Wetten ins Leben gerufen. «Es ist eine witzige Form, die Gesellschaft auf die Klima-Problematik aufmerksam zu machen», erklärt Gehri. Zusammen mit Wermuth kam so die Idee mit der Putz-Aktion zustande.

Nur wenig Andrang

Neben Wermuth haben auch andere Prominente wie das Aargauer Model Nadine Strittmatter und die Band Pegasus eine Wette abgeschlossen. Doch niemand erhielt eine so enorme Resonanz wie der Badener Nationalrat: «Über 500 Personen aus der ganzen Schweiz haben sich bereit erklärt, das Auto in der Garage stehen zu lassen und mehr aufs Velo zu steigen», freut sich Gehri.

Beim Begleichen der Wettschuld hielt sich der Andrang jedoch stark in Grenzen, so fanden nur wenige Leute den Weg zum «marvelos». Trotzdem hält Wermuth die Aktion für gelungen: «Ich konnte zeigen, dass es sich gerade auf den Sommer hin lohnt, öfters aufs Velo zu steigen.»