Eigentlich hätte der Kindergarten St. Ursus im Martinsbergquartier in einen Doppelkindergarten mit Tagesbetreuung ausgebaut werden sollen. So war es zumindest bis vor kurzem geplant.

Nun hat die Stadt der ABB eine Liegenschaft an der Wiesenstrasse 28 abgekauft. Statt wie geplant, soll der Doppelkindergarten nun dort realisiert werden. Den «St. Ursus» wird es dann nicht mehr geben. «Die ABB kam mit einem Angebot auf die Stadt zu, nachdem der Einwohnerrat den Bericht zur Schulraumplanung bereits zur Kenntnis genommen hatte», sagt Stadtrat und Bauvorsteher Markus Schneider.

Weil der Verein ABB Kinderkrippen bereits einen Kinderhort und eine Krippe mit Tagesstrukturen an der Wiesenstrasse 30 betreibt, wäre ein Doppelkindergarten in der Nummer 28 zweckmässiger. «Wir können Synergien nutzen, indem wir die Tagesstrukturen der ABB Kinderkrippe mitnutzen können», so Schneider. «Die Liegenschaft an der Wiesenstrasse ist im Quartier auch zentraler gelegen und insbesondere für Kinder aus dem unteren Teil des Quartiers einfacher zu erreichen.»

Stefan Ulrich, Präsident des Quartiervereins Martinsberg, findet die Idee, den Kindergarten an die Wiesenstrasse zu verlegen, grundsätzlich gut. «Ich denke, das sehen auch die betroffenen Eltern so, da der Kindergarten und der Hort dann nahe beieinander liegen und die Kinder in der Parkanlage Martinsberggut spielen können.» Allerdings müsse man die Verkehrssituation genau prüfen. «Die Querung über die Wiesenstrasse kann für die vierjährigen Kinder gefährlich sein», sagt Ulrich. Wegen der seitlichen Parkfelder sei die Strasse unübersichtlich, und wegen der neuen Hochhäuser müsse man mit mehr Verkehr rechnen. Zudem gibt es in Sichtnähe des Hauses noch keinen Fussgängerstreifen. Stadtrat Schneider sagt, dass man bei der Planung die Verkehrssituation sicher berücksichtigen werde.

Weitere Nutzung denkbar

Die Abteilung Liegenschaften wurde vom Stadtrat betraut, für einen Umbau die Projektierung an die Hand zu nehmen. «Wir haben vor wenigen Wochen begonnen», sagt Manfred Schätti, Leiter der Abteilung Liegenschaften. «Nebst zwei Kindergartenabteilungen ist eine weitere Nutzung denkbar», sagt er. Die Nutzung werde noch im Detail untersucht. Interesse bekundete bereits der Quartierverein: Er hat den Stadtrat für ein Sitzungszimmer und einen Lagerraum angefragt.

«Sobald aussagekräftige Resultate vorliegen und Kosten sowie Termine bekannt sind, wird als Erstes der Stadtrat orientiert», sagt Schätti. Im Dezember will man das Geschäft dem Einwohnerrat vorlegen. Umgehend danach soll die Baueingabe erfolgen. Wie viel das ganze Projekt kosten wird, konnte die Abteilung noch nicht sagen. Auch wie viel das Haus an der Wiesenstrasse gekostet hat, war nicht zu erfahren.

Was mit dem Grundstück des St.-Ursus-Kindergartens geschehen wird, ist noch nicht klar. «Unter Federführung der Abteilung Planung und Bau werden parallel Überlegungen zum Grundstück des Kindergartens St. Ursus angestellt, damit der Einwohnerrat auch über die Möglichkeiten auf dieser Parzelle orientiert werden kann», erklärt Schätti.