Birmenstorf
Choreografie, Klamauk und Brass-Band-Sound am «Grand Prix Birmenstorf»

Bereits zum 12. Mal wurde der Brass Band Wettbewerb unter dem Titel «Grosser Preis von Birmenstorf» durchgeführt. Ziel des Wettbewerbs war nicht in erster Linie schwere Brass Band Literatur vorzutragen, sondern das Publikum zu unterhalten.

Peter Thomann
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Brass Band Grand Prix in Birmenstorf

Brass Band Grand Prix in Birmenstorf

AZ

In kürzester Zeit sei die Halle wieder ausverkauft gewesen, freute sich Organisator Karl Fischer. Die musikalische Redaktion oblag Raphaela Schneider, welche auch gekonnt die Moderation auf der Bühne bewerkstelligte.

Dank namhafter Sponsoren konnte ein Preisgeld von insgesamt 12000 Franken ausgeschüttet werden. Bewertet wurden die Darbietungen vom 550-köpfigen Publikum. Jede der drei Formationen hatte 25 Minuten Bühne frei für einen Showblock. Danach war ein gemeinsames Monsterkonzert aller drei Formationen angesagt.

Musik und Klamauk

Den Abend eröffnete die vormalige Siegerformation Oberaargauer Brass Band. Unter der Leitung von Armin Renggli präsentierte sie eine Theaterszene auf einem Schiff; Renggli selbst am Steuerrad und zeitweilig mit Taktstock die Einsätze gebend. Mit viel Klamauk boten die Instrumentalisten zur Szene passende Musiktitel. Besonderen Applaus erhielt Flügelhornist Fabian Brudermann für sein Solo im Lied «Over The Rainbow».

Als zweite Formation setzte sich die Brass Band der Musikgesellschaft Risch-Rotkreuz unter der Leitung von Rino Chiappori in Szene. Ein riesiges altes Grammofon mit Schalltrichter auf der Bühne steuerte den musikalischen Ablauf. Zu begeistern vermochte insbesondere ein Eufonium-Duett. Auch beeindruckte ein hochvirtuoses Trompeten-Solo.

Von Titanic bis Indiana Jones

Im dritten Showblock gehörte die Bühne der von Hervé Grélat geleiteten Brass Band Berner Oberland. Theatralisch und musikalisch inszenierte das Orchester bekannte Filmklassiker. Viel Beifall erntete zum Beispiel die Szene auf dem Bug der Titanic mit Rose und Jack, basierend auf der letzten Titanic-Verfilmung. Dramatische Western-Szenen wirbelten die Bühne durcheinander nach den Streifen «The Good, The Bad and The Ugly» und «Indiana Jones».

Der vom Publikum gewählte Sieger heisst Brass Band Berner Oberland. Auf dem zweiten Platz landete die Brass Band der Musikgesellschaft Risch-Rotkreuz.

Wuchtiger Klangkörper

Den Abschluss des umfassenden Abendprogramms bildete das sogenannte «Massed Band Konzert». Alle drei Bands – das heisst über 90 Instrumentalisten – setzten sich zusammen auf die Bühne und interpretierten Original-Brass-Band-Literatur. Ohne Klamauk, aber mit wuchtigem Klangkörper ertönten Werke von Dennis MacCarthy, Astor Piazolla, Giuseppe Verdi, Ray Premru und anderen. Der Grand Prix von Birmenstorf war auch diesmal wieder ein voller Erfolg. Er war bestens organisiert, bestens präsentiert und begeisterte die Besucher.

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