Sandro Baumgartner ist begeistert. Der Vierjährige ist zum ersten Mal an einer Gewerbeausstellung und wirkt schon fast etwas überfordert. Er ist angekommen in einer Welt, die so ganz anders ist als alles, was er in den vergangenen Jahren kennenlernte. Eine Welt, in der ihm von allen Seiten her Süssigkeiten, Kugelschreiber und Spielzeuge entgegengestreckt werden. Eine Welt, wo an jeder Ecke ein neues Abenteuer und hinter jedem Stand ein neues Spiel wartet. Er geniesst die Aufmerksamkeit und scheint zu wissen, wie viel er an diesem Samstagnachmittag mit einem Lächeln erreichen kann. Besonders angetan hat es ihm der Stand der Raiffeisenbank. Ein Angestellter erklärt ihm dort gerade, wie er mit nur ganz wenig Glück einen lukrativen Fondssparplan gewinnen kann. Aber das interessiert Sandro nicht – ihm geht es um die Kugelbahn.

CVP als einzige Partei vertreten

Was für den Kindergärtler aus Kirchdorf ein grosser Abenteuerspielplatz ist, ist für die Standbetreiber harte Arbeit. Mit 30 000 Besuchern und rund 150 Ausstellern war dieses Wochenende nicht nur der Andrang, sondern auch die Konkurrenz enorm gross. Um aufzufallen haben die lokalen Firmen deshalb weder Kosten noch Mühen gescheut, um sich möglichst attraktiv zu präsentieren. Besonders ins Auge stachen dabei beispielsweise die an der Hallendecke befestigten Möbel der Markstein AG, das «Hau den Lukas»- Spiel der Eglin Group oder der künstliche Garten des Blumenladens badenblüht.

Als einzige Partei war die CVP an der Comexpo im Badener Trafo zu Gast. Mit einem E-Bike als Wettbewerbsgewinn und unzähligen Karotten als Werbegeschenke mussten sie ihren Stand jedoch in der hintersten Ecke des Kongresszentrums aufbauen. «Mit dem Standort hatten wir natürlich etwas Pech», sagt Nationalratskandidatin
Susan Diethelm, «aber immerhin sind wir präsent! Die anderen Parteien haben noch nicht mal realisiert, dass diese Ausstellung auch für die Politik eine attraktive Werbeplattform wäre», betreibt Diethelm schon Wahlkampf.