Cordulafeier in Baden

Cordula-Schwatz sorgte für viele Lacher: «Als Stadtrot wärs mir au ned ums Lache»

Am Mittwochabend fand in Baden die 52. Cordulafeier statt – für viele Lacher sorgte der Schwatz.

Es war im Jahr 1444, dem dritten Mittwoch im Weinmonat Oktober, an dem die Stadt Baden im Morgengrauen von einer übermächtigen Truppe von Zürchern überfallen wurde.

Die Bewohner und Bewohnerinnen wehrten sich unter zahlreichen Opfern in heldenhafter Manier und schlugen die Zürcher in die Flucht. Zum 52. Mal gedachte die Spanischbrödlizunft gestern Abend mit der Cordulafeier diesem Anlass.

In seiner Begrüssungsrede richtete Brödlimeister Bernhard Schmid zwei Appelle an die zahlreichen Gäste auf dem Cordulaplatz: «Übernehmen Sie mehr Verantwortung und zeigen Sie wieder etwas mehr Freude im Alltag.»

Nach der Verlesung des Schlachtbriefs durch den Zunftherold tauschten sich traditionsgemäss Frau Klingelfuss und Torwächter Silberysen aus und sorgten im Publikum für einiges Gelächter.

Wie immer wurden auch Personen geehrt, die sich um das Wohl der Stadt und der Region sowie ihrer Bevölkerung in besonderer Weise verdient gemacht haben. Die Ehrungen wurden von der frischgekürten Cordula, Lea Federer aus Ennetbaden überreicht.

Cordula-Schwatz: Torwächter Silberysen (Heinz Bürgler) und Klatschbase Klingelfuss (Barbara Gebhart) zum Stadtgeschehen

Kl: Ihri Wahlplakat sind näb de Chällertüre. Sie chönd alli mitnäh. Das vom Erich Obrist ned, das bhalti als Erinnerig an wilde Stadtratskandidat. Er het au e so en wildi Welle i siner Frisur.

Si: Was sell ich?

Kl: Ahh, Sie sinds, Silberyse. Ich han vorher mit em CVP-Parteisekretariat telefoniert und gseit, d Wahle siged verbii und sie selled ihri Plakate i mim Garte hole – samt de beide junge Griite.

Si: Jungi Griite? Wer meined Sie denn do demit?

Kl: Jo, d Binderi und d Humbel.

Si: Das sind scho zwee rächt alti Tantene. – Isch scho verruckt, was mer mit em Foti-Shop anebringt. Kei einzigi Falte im Gsicht! Frau Klingelfuess, das wär doch au öppis für Sie!

Kl: Lieber es paar Falte im Gsicht als en Hüftspeck, wie Sie, Herr Silberyse.

Si: Scho guet! Also ich find de gletteti Philipp Müller extremer. Es Gsicht wie en Konfirmandeschüeler.

Kl: Also jetzt übertriebed Sie masslos.

Si: Oder wie eine nach de bestandene Fahrprüefig.

Kl: Denn hätti er als Junglänker noch sim Unfall bereits wieder s Billett weg!

Si: Stimmt au wieder! Je no, d Hauptsach isch, dass die Plakat ändli weg chömed. Sie, d Höchi isch no gsi, do händ s doch vor s Stadttor es grosses Plakat ane gestellt.

Kl: Wer het no sölle gewält werde?

Si: Alles Bisherigi. – Es isch gstande «Wieder in den Brödlirat»!

Kl: Die händ wenigschtens Humor. Nid wie euisi Stadtratskandidate, die händ so ernscht dri glueged.

Si: Also wenn ich in Stadtrat ine müessti, denn wärs mir au ned ums Lache!

Kl: Wieso meined Sie denn?

Si: Vo de BT-Redaktion händs im Sommer-Zügnis gar kei gueti Note überchoh. De Gotter und Müller händ sogar en ungnüegendi Note gha.

Kl: Aber de Schneidi het en 5er gha.

Si: Und wenn die andere nomol en Ungnüegendi händ, denn müend s im Fall d Amtsperiode repetiere!

Kl: Säb wär denn s Gschänk für Bade! – Jo guet, eso schlächt macheds ihri Sach au wieder ned, wie alli säged.

Si: Do müend Sie mir aber scho mit eme ne konkrete Biispill cho!

Kl: Also, das autofreie Wohne, das find ich en gueti Sach!

Si: Das ich nid lache! Autofrei Wohne – ab em erschte Stock villicht, he jo, denn chunsch mit em Chare einewäg nid i d Stube ine!

Kl: Nei, Herr Silberyse, ganz verzichte ufs Auto, das isch aagseit!

Si: Villicht isch das für die guet mit eme VW-Dieselmotor! D Autofahrer sind scho gnueg plooged mit dere Bauerei am Schuelhuusplatz.

Kl: Plooged? Mir händ jo vill weniger Verchehr als suscht!

Si: Jo Sie villicht. Bi mir isch das andersch. - Ich mues vo Wettige um die halb Wält umefahre, bis ich z Bade bin.

Kl: Denn müend Sie halt de ööVau neh. Oder s Velo, gliichzitig öppis für d Fitness tue! - Es E-Bike, das wär doch öppis für Sie, Herr Silberyse?

Si: Ich und en Schwachstrom-Strampler?! Chönnd Sie dänke! Bis 75 wird i d Pedale tramped, «Baden ist. Neuerdings au Sportstadt».

Kl: Ich gnüsse es halt uf mim E-Bike.

Si: Wenn Sie nach em Nachtdienscht müessted heifahre wie n ich, denn würded Sie ned vo gnüsse rede.

Kl: Wie meined Sie das?

Si: Am eis z Nacht stelled s jetzt jo d Belüchtig i de ganze Stadt ab. E so en Furzidee – uus Spaargründe?!

Kl: Strom und Gäld spare, Herr Silberyse. D Stadt muess spare. De Stadtroot het das Sparprojekt OPTIMA bschlosse.

Si: Wenn de öppis bschlüsst, denn isch es aber meischtens SUB-Optima!

Kl: Optima, das im Geri sis Lieblingswort, tönt wie Annina. Und s zwöitliebschte Wort isch Projektportfolio.

Si: Proscht verreckt Portfolio. Wahrschinlich au so es Hirngspinscht.

Kl: Jo dere gits no mängs in Bade. De Obrist wetti di Schief Brugg wieder uftue. – D Ennetbadener jubled scho, will s denn schneller z Bade sind!

Si: Di müend jetz gar nümme cho, wenn s ned fusioniere wänd.

Kl: Oder händ Sie das mit de Casinobrugg gläse? Das wär denn super.

Si: Öppe di gliich Furz-Idee wie im Fricker und im Planta sis Tram über de Schuelhuusplatz. – De Geri cha s i sis Projektportfolio stecke.

Kl: Es get kei neui Projekt meh. D FDP het d Schuldebräms zoge.

Si: D FDP Bade het scho mänge Fehlgriff gmacht.

Kl: Han ich au dänkt, wos de Delvecchio nominiert händ. De Dani Schneider chönnti no en Bloosmusig dirigiere.

Si: Also elei vo de Optik her hetti sich d Libardi scho am beschte gmacht. –

Kl: Jetzt werded Sie wieder sexistisch.

Si: Worom? D Libardi mues ned d Füdlibagge zeige wie i de Feri ihri Tochter.

Kl: Die het nur es nett s Föteli uf Facebook gstellt. Aber de SVP-Nationalratskandidat Lutz als Rockmusiker mit em grosse Plastik-Penis, das isch z vill.

Si: Deför isch de Willy en herzige, de gfallt mir no besser als de Zottel! Mer chan ihn no bruuche zum a d Gränze d Asylante uufzfange.

Kl: Die sölled de Willy im Thomi Bräm geh, demit er uf d Fäns vom FC Bade ufpasse tuet.

Si: Jo, das isch es Züg mit dene Fussball-Fäns, wenigschtens goht s aber mit dem FC Bade wieder echli obsi!

Kl: Sie säged s, trotz allne Problem goht s doch do und det in Bade langsam obsi. Förs Bäder-Projekt gits sicher bald d Baubewilligung.

Si: Wenn s d Iischproche erlediget händ! Zum Glück sinds nur 5. Gäg s Kafi bim Tränebrünneli sinds 45. De Fueter isch aber damol nid debii.

Kl: Nüt gäg de Fueter. De het de Obrist als Stadtrat understützt.

Si: Also en Parteilose im Stadtrat, . . .

Kl: So richtig parteilos isch er nid, s BT het ihn jo au portiert

Si: Mir wäri lieber, wenn s BT würdi d Ziitg rächtziitig zum Zmorge portiere.

Kl: Also Herr Silberyse, freued mir euis doch, das mir s alt gliebte BT wieder überchoh händ.

Si: Do händ Sie au wieder rächt, Frau Klingelfuess. Überhaupt sötte mir nid so vill chlööne. Jetzt händ mer 13 Gault-Millau-Pünkt mit d Pinte gholt.

Si: D Stella Palino isch nonig Konkurs.

Kl: Au d Alstom isch no z Bade.

Si: De Geri isch immer no Stadtamme. Und het, wo n er nümme in Bern isch, het er meh Ziit für d Stadt Bade.

Kl: . . . au wieder emol für es Selfie.

Si: Höred Sie doch uf demit. Über die Gschicht redt niemert meh.

Kl: Do händ Si rächt. Zeit heilt Wunden. Au min Sunnebrand vom heisse Summer isch wäg. – Soo, Herr Silberyse, jetzt mues ich no di restliche Wahlplakat zum Abhole parat mache, do isch no d Studeri, d Feri, de König – ä de Chnecht

Si: Das lauft aber langsam under Sondermüll ! - Aber es Bruderer-Plakat, wenn Sie eis vorig händ, würdi gern mitheinäh.

Kl: Klar, mach ich doch, ich stells under Stäge, de chönd Sie s noch em Nachtdienscht hei näh.

Si: Genau. Wenn s Liecht uus isch, gseht mich au niemer de mit. Also, bis zum nöchschte Mol Frau Klingelfuss, guet Nacht.

Kl: Guet Nacht Herr Silberyse.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1