Wettingen
Corona trifft das Tägi hart: Über 1 Million Verlust

Die Coronapandemie trifft das Tägi in Wettingen mit voller Wucht. Marco Baumann, CEO des Freizeit-, Sport- und Eventzentrums, rechnet für das Coronajahr 2020 mit einem Verlust von über 1 Million Franken.

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Colin Frei

«Der betriebliche Umsatz ist 2020 um 2,5 bis zu 3 Millionen Franken eingebrochen», zitiert die «Limmatwelle» den Tägi-CEO Marco Baumann. Im zurückliegenden Jahr zählte das Tägi 195'000 Besucherinnen und Besucher. Normalerweise sind es rund 400'000. Das Tägi stützt sich genau auf jene Bereiche, die von der Pandemie am härtesten getroffen wurden: die Event-, Gastronomie- und Tourismusbranche.

Um weitere rote Zahlen zu verhindern, hat die Geschäftsleitung mit dem Verwaltungsrat Sparmassnahmen eingeführt. Der gesamte Betrieb bleibt bis Ende Februar geschlossen. Das betrifft auch den Schul- und Vereinssport für unter 16-Jährige, der zulässig wäre. Die Weiterführung eines eingeschränkten Betriebs lasse sich betriebswirtschaftlich nicht rechtfertigen, sagt Baumann.

Damit Energiekosten möglichst reduziert werden können, wird die Eisbahn-Anlage im März nicht wieder in Betrieb genommen und das Eis abgetaut. Die Eisbahn-Saison ist somit beendet. Während der Zeit der Anlagenschliessung werden im Hallenbad Revisionsarbeiten vorgezogen, damit die für den Sommer geplante Revisionszeit verkürzt oder sogar komplett vermieden werden kann.

Weiter soll die Freibadsaison um insgesamt drei Wochen verkürzt werden. Das Gartenbad wird 2021 demnach eine Woche später öffnen und schon Ende August statt Mitte September schliessen. Das Jahr 2020 habe gezeigt, dass der Betrieb im September aufgrund hoher Fixkosten und geringen Umsatzes nicht verhältnismässig sei.

Die Gemeinde Wettingen steht hinter den Massnahmen. Als Eigentümerin des Tägi trage die Gemeinde neben den wirtschaftlichen Aspekten auch die Verantwortung für die Gesundheit der Mitarbeitenden, auch deshalb könne man die Schliessung nachvollziehen, sagt Ammann Roland Kuster (CVP), der als Verwaltungsratspräsident des Tägi amtet, in der «Limmatwelle».

Über 80 Betriebstage, rund 100 Anlässe im Eventbereich und die Aktivitäten zum 975-Jahr-Jubiläum Wettingens fielen der Pandemie zum Opfer. Das Team der 28 Festangestellten müsse sich keine Sorgen um seine Jobs machen, sagt Baumann. Eingespart wird dagegen beim temporären Personal.

Änderungen gibt es auch bei den Eintrittspreisen. Studenten, Auszubildende und Senioren zahlen künftig für einen Einzeleintritt nicht mehr 6 Franken, sondern wie alle anderen Erwachsenen 8 Franken. Über die Handhabung der aktuell nicht nutzbaren Abos wird die Tägi AG die Abonnenten mittels Briefpost informieren, sobald klar ist, ab wann welche Anlagenteile wieder genutzt werden können. Baumann hofft, dass das Tägi im März mit den bewährten Auflagen wieder aufgehen kann. (az)