Stadt und Region blicken mit gemischten Gefühlen der Neugestaltung des Schulhausplatzes entgegen. Einerseits hofft man, dass sich der Verkehr im Zentrum nachher flüssiger abwickeln wird, andererseits herrscht grosse Unsicherheit darüber, wie der Verkehr während der ganzen Bauzeit funktionieren wird. Die Verkehrsprojekte «Baden Zentrum» werden doch eine Bauzeit von drei Jahren in Anspruch nehmen.

Noch läuft die Beschwerdefrist

Erst vor kurzem hat der Regierungsrat eine letzte Einwendung abgewiesen. Dabei ging es um die temporäre Benutzung eines mit Fahrverbot belegten Zubringers, wie sie von Badener Gewerbebetrieben gewünscht wird. Jetzt läuft die Beschwerdefrist. Marcel Voser, Gesamtprojektleiter beim Kanton (Departement Bau Verkehr Umwelt) hofft, dass es nicht zu einem Weiterzug ans Verwaltungsgericht kommt, würde dies doch bedeuten, dass der in Aussicht genommene Starttermin am Schulhausplatz verschoben werden müsste.

Bereits musste der ursprünglich auf Anfang 2015 angesetzte Starttermin wegen Einwendungen verschoben werden. «Die Verhandlungen haben mehr Zeit in Anspruch genommen, als man Anfang 2014 noch hatte annehmen können», sagt Voser. Bis auf eine Einwendung seien einvernehmliche Lösungen getroffen worden, wo solche möglich waren. Beim Langsamverkehr seien auf konstruktivem Weg einige Anpassungen am Projekt erreicht worden. «Alle Fahrspuren erhalten bei den Lichtsignalen einen Velosack», nennt Voser als Beispiel. Das heisst, dass sich die Velofahrenden beim Warten am Rotlicht ganz vorne aufstellen können.

Zurzeit laufen laut Voser auch noch Landerwerbsverhandlungen. Bei der «Kiste» und beim Falkengebäude geht es unter anderem um Abstände und Wegrechte. Voser hofft, dass die neuen Verträge bis Mai unter Dach respektive rechtskräftig sind. Das Projekt selber soll bis April in Rechtskraft erwachsen, sofern nicht Beschwerde geführt wird. Parallel dazu läuft die Planung. «Wir sind an der Ausführungsplanung und arbeiten die Detailplanung aus», sagt Voser. Die Ausschreibung für die Baumeisterarbeiten werden noch geprüft. Die Arbeiten würden vergeben, sobald die Projekte gutgeheissen sind.

Bleibt Baden erreichbar?

Mit rund 50 000 Fahrzeugen pro Tag und 100 Bussen in den Spitzenstunden ist der Schulhausplatz die meistbefahrene Kreuzung im Kanton. Während der Bauzeit rechnen die Planer mit einem reduzierten Verkehrsaufkommen von 70 Prozent. Das werde allein durch das Verkehrsregime erreicht, das von Beginn an die Verkehrsbeziehungen einschränkt, ist Daniel Lötscher, Projektleiter seitens der Stadt Baden, überzeugt. So wird die Hochbrücke für alle Motorfahrzeuge gesperrt, ausgenommen die Fahrspur von der Hochbrücke in die Bruggerstrasse und für die Busse in beiden Richtungen.

Es sei nicht zu verleugnen, dass Gewerbebetriebe und Bewohner der Altstadt stärker betroffen seien als andere, erklärt Lötscher. Dennoch sei man überzeugt, mit dem provisorischen Regime das Optimum herausgeholt zu haben. «Es wird eine Zeit der Eingewöhnung brauchen», so Lötscher. Als wichtiges Kommunikationsmittel wird der Newsletter angeboten. Weiter soll die Projektwebsite (baden-zentrum.ch) für Echtzeitinformationen genutzt werden. Webcams werden Einblick auf die Baustelle geben. «PubliRide» wird als Online-Portal Auto-Mitfahrgelegenheiten und Verbindungen des öffentlichen Verkehrs anzeigen. Die Stadt soll während der Bauzeit möglichst gut erreichbar bleiben. Ein weiterer wichtiger Punkt: Bis zur Badenfahrt 2017 wird auf dem Schulhausplatz der «Deckel» fertig erstellt sein.

An die Baukosten von 95 Millionen Franken, die Kanton und Stadt hälftig übernehmen, soll der Bund 13 Millionen aus dem Agglomerationsfonds beisteuern.