Stetten
Country-Musik lockt immer weniger Besucher an

Das Bluegrass Family Festival fand zum vorletzten Mal statt. Es fehlt an Besuchern und Sponsoren.

Sibylle Egloff (Text und Foto)
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Bluegrass-Festival in Stetten
9 Bilder
Ruben & Matt an the Truffle Valley Boys aus Italien kamen beim Publikum gut an
Ruben & Matt and the Truffle Valley Boys wussten die Zuschauer zu unterhalten
Die Organisatoren Bluegrass Family begeistern die Zuschauer
Die Bluegrass Family tritt an ihrem Festival selbst auf
Bluegrass-Fans im dazugehörigen Outfit
Bluegrass ist auch etwas für die ganz Kleinen
Am CD Stand kamen Bluegrass-Begeisterte auf ihre Kosten
300 Personen lockte das Festival in die Mehrzweckhalle nach Stetten

Bluegrass-Festival in Stetten

Sibylle Egloff

Das Banjo ertönt, Fiddle, Mandoline, Gitarre, Dobro und Kontrabass setzen ein. Das Publikum jubelt und klatscht als die «Ruben & Matt and the Truffle Valley Boys» zu spielen beginnen. Die Musiker aus Italien begeisterten die Zuschauer vergangenen Samstag in der Mehrzweckhalle in Stetten mit der amerikanischen Volksmusikrichtung Bluegrass. Rund 300 Bluegrass-Fans aus der ganzen Schweiz aber auch aus dem Ausland zog es ans Bluegrass Family Festival. Für amerikanisches Südstaaten-Flair sorgte nicht nur die Country-Musik selbst, sondern die vielen eingefleischten Bluegrass-Liebhaber mit Cowboy-Hüten und Western-Outfits.

Zum 29. Mal organisierte die siebenköpfige Band «Bluegrass Family» aus Stetten das Festival im Zeichen des amerikanischen Musikstils. Aufgrund des schlechten Wetters fand die Veranstaltung nicht wie üblich im Stetter Wald, sondern in den geschützten Räumen der Schule statt. Am ältesten Bluegrass-Festival der Schweiz genoss das Publikum die Auftritte der «Sacred Sounds of Grass» aus Deutschland, der «G-runs’n Roses» aus der Slowakei sowie der italienischen Band «Ruben & Matt and the Truffle Valley Boys». «Ein Muss für jeden, der in dieser Szene zu Hause ist», fand Tom Marty aus Stans. Auch die Organisatoren zeigten ihr Können und brachten dem Publikum ihre Leidenschaft für Bluegrass in zwei Auftritten am Nachmittag und Abend näher. «Wir haben darauf geachtet, dass die Bands je einmal nachmittags und einmal abends auftreten. So hat jeder die Chance, sie zu sehen», erklärte Marlies Bonin, OK-Chefin des Festivals und Mitglied der «Bluegrass Family».

«Alles hat einmal ein Ende»

Vor mehr als 30 Jahren entdeckten Bonin und ihre Bandkollegen ihre Liebe für Bluegrass in den USA und entschieden, dass es auch ein Bluegrass-Festival in der Schweiz braucht. In den Anfängen spielten nur Schweizer Bands bis die «Bluegrass Family» internationale Künstler, sogar aus den Staaten, verpflichten konnte. In den vergangenen Jahren sei es jedoch immer schwieriger geworden, Zuschauer für das Festival zu mobilisieren. «In letzter Zeit hatten wir vielfach Pech mit dem Wetter. Zudem ist das Angebot an den Wochenenden jeweils sehr gross. Da wir auch nicht jünger werden und als kleines Festival über wenige Sponsoren verfügen, haben wir uns entschieden, das Festival noch dieses und nächstes Jahr zum 30. Jubiläum zu veranstalten und dann aufzuhören», sagte Bonin. Die Bluegrass-begeisterten Zuschauer, die fast jedes Jahr das Festival besuchen, bedauern den Entscheid des OKs, haben aber auch Verständnis: «Ich kenne die Bluegrass Family seit über 30 Jahren. Sie haben sogar an meiner Hochzeit gespielt. Es ist sehr schade, aber dennoch verständlich, dass sie aufhören wollen. Alles hat einmal ein Ende», sagte Rita Friedli aus Stäfa.

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