Baden

Couvert mit Pulver an Geri Müller war ein teurer «Spass»

Die Kosten für den Einsatz wie bei Geri Müllers Couvert belaufen sich schnell auf mehrere tausend Franken.

Die Kosten für den Einsatz wie bei Geri Müllers Couvert belaufen sich schnell auf mehrere tausend Franken.

Das Chemielabor des Kantons konnte bestätigen, dass das Pulver im Brief an Geri Müller unschädlich war. Die daraus entstandenen Kosten jedoch sind enorm.

Das Pulver im mysteriösen Couvert, das an den Stadtammann adressiert war, ist völlig harmlos und unschädlich. Um was es sich bei der Substanz gehandelt hat, wird noch geklärt. «Wir hoffen, dass das uns die Täterschaft dann sagen kann», sagt Roland Pfister, Mediensprecher der Kapo Aargau. Diese wird für die Kosten des grossen Aufgebots – 8 Feuerwehrleute von der Dottikon ES – beim Alarm aufkommen müssen.

«Fälle, in denen eine Person oder ein Amt ein Couvert oder Päckli mit verdächtigen Substanzen erhält, werden in der Kriminalstatistik nicht festgehalten», sagt Pfister. Solche Delikte fallen unter Tatbestände, wie Drohung oder Gesundheitsgefährdung. Wobei Drohungen auch via Mail, Telefonanruf oder sogar SMS geltend gemacht werden können.

Die Kantonspolizei verfolgt jedoch die Straftat. Ermittelt sie den Täter, so muss er sämtliche Kosten tragen: Feuerwehr- und Polizeieinsatz, Untersuchung der Substanzen, Reinigung, allenfalls Umsatzausfälle. Diese Kosten belaufen sich schnell auf mehrere tausend Franken.

Polizeieinsatz wegen Brief mit verdächtigem Pulver an Geri Müller

Polizeieinsatz wegen Brief mit verdächtigem Pulver an Geri Müller

Gehört leider zum Polit-Alltag

Solche Attacken und Drohungen treten im Politalltag nicht erst seit gestern auf. Bereits Müllers Vorvorgänger Josef Bürge weiss davon. «Ich habe in meiner Amtszeit einige massive Drohungen per Telefon mitten in der Nacht, aber auch Zustellungen mit unappetitlichem Inhalt erleben müssen», sagt Bürge, was sehr unangenehm und für die Familie belastend gewesen sei, wenn es die private Adresse betroffen habe.

Regierungsrat Stephan Attiger, Stadtammann nach Bürge, erzählt, dass er in seiner Amtszeit aufgrund von Drohungen schon vorsorgliche Massnahmen habe anordnen müssen. «Solche Fälle, wo es um persönliche Betroffenheiten geht, hat es besonders im Vormundschaftswesen gegeben, das heute beim Familiengericht ist.» Drohungen per Mail oder Briefpost müsse man ernst nehmen, fährt er weiter. Wenn es um die eigene Person gehe, könne man die Situation selber beurteilen.

Wenn es aber um Drohungen gegenüber Mitarbeitenden gehe, dann müsse man handeln. Der Wettinger Gemeindeammann Markus Dieth sieht es gleich. Leider müsse in der heutigen Zeit mit solchen Attacken gerechnet werden. «Wir haben im Gemeindehaus insofern vorgesorgt, dass die Alarmierung sehr rasch funktioniert», fügt Dieth an.

Thierry Burkart (FDP) amtierender Grossratspräsident, ist in seinen 13 Politjahren von Attacken verschont geblieben, abgesehen etwa von einer derben Mail-Zuschrift. «Ich denke, dass sich da ein Exekutiv-Politiker mehr exponiert», erklärt sich Burkart.

Hingegen ist SP-Nationalrat Cédric Wermuth immer wieder Zielscheibe schwerer Beleidigungen und massiver Drohungen. «Wer medial präsent ist und dort angegriffen wird, bekommt das sehr zu spüren», sagt Wermuth. Da spiele der Nachahmer-Effekt zweifellos mit. Bei bestimmten Themen wie Europa oder Migration trete dies verstärkt auf. Aus dem Nationalratskollegium habe er schon von ganz schlimmen Attacken gehört.

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