Die Trafohalle in blaues Licht getaucht, eine nahezu schwebende Pianomelodie hallt durch den Raum. Wie Sterne bewegen sich viele kleine weisse Lichter an der Decke, als die amerikanische Blues-Sängerin Lilly Martin auf die Bühne tritt.

Mit ihrer starken Stimme und einer natürlichen und sympathischen Art kann Martin von Beginn weg überzeugen. Es ist ein energiegeladener Auftritt, der dem Publikum serviert wird. Sie springt und tanzt auf der Bühne herum und feuert ihre Mitmusiker zu Höchstleistungen an. Mit dem Song «Midnight in Harlem» beweist die Wahlschweizerin, dass sie auch anders kann. Es ist ein Feuerwerk aus Gefühlen und Leidenschaft – mit ihrer Mimik verleiht Martin dem Song noch mehr Tiefe.

Doch damit nicht genug, denn für das Eröffnungskonzert des 11. Bluesfestivals in Baden konnten die Organisatoren die Koryphäen der Schweizer Bluesszene verpflichten. So nimmt uns Mundharmonika-Spieler Walter Baumgartner in einer unglaublichen Geschwindigkeit auf eine kurze Reise mit dem Blues-Schnellzug mit und Slide-Gitarrist Richard Koechli überzeugt mit soliden Solos und lässt Saloon-Stimmung aufkommen.

Als dann Will G. die Bühne betritt, ist das Publikum kaum mehr zu halten. In der Sendung «Voice of Switzerland» konnte er sich bereits einen Namen machen und auch im Duett mit Lilly Martin mag er auf ganzer Linie zu überzeugen. Als Krönung des Abends gibt sich Philipp Fankhauser die Ehre und beweist eindrücklich, weshalb er als Grossmeister des Schweizer Blues gehandelt wird. Der heimliche Star des Abends ist jedoch Pianist Michael Dolmetsch, der mit unzähligen Solos den Zuschauern im Minutentakt Jubelschreie entlockt.

Lokales Schaffen zum Auftakt

Noch bevor sich die Crème de la Crème der Schweizer Bluesszene die Klinke in die Hand gab, hatten Ed Elastic die Ehre, das Bluesfestival zu eröffnen. Und gleich von Beginn weg lässt es die Badener Brass-Formation richtig krachen. Die verschiedenen Klänge der Bläser scheinen zu einem grösseren Ganzen zu verschmelzen, bis ein Instrument zum Solo ausholt. Unterstützt wird die 11-köpfige Truppe an diesem Abend von Sänger und Gitarrist Benno Ernst. Flink bewegen sich seine Finger über das Griffbrett und verleiht dem Sound eine spezielle Note. Es ist ein kurzer, jedoch intensiver und gelungener Auftritt der Badener Truppe.