Mägenwil
CVP-Kandidat hat freie Bahn für einen Sitz im Gemeinderat

Eberhard Voss will den Gemeinderatssitz von René Scheuble erben – als Einziger. SVP und FDP verzichten auf einen Kandidaten.

Sabina Galbiati
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Eberhard Voss will in den Gemeinderat von Mägenwil.

Eberhard Voss will in den Gemeinderat von Mägenwil.

Aargauer Zeitung

Die Mägenwiler Bürger wählen am 30. November ein neues Gemeinderatsmitglied. Der amtierende Gemeinderat René Scheuble (CVP) gab «schweren Herzens» seinen Rücktritt bekannt. Er nannte neue berufliche Aufgaben als Grund. Bis vergangenen Freitag konnten sich Kandidaten aufstellen lassen. Doch von den Ortsparteien CVP, FDP, SVP und EVP nominierte lediglich die CVP einen Kandidaten: Eberhard Voss. Die Partei hatte den 60-Jährigen bereits mehrmals für das Amt auf dem Radar, doch bisher musste er aus beruflichen Gründen abwinken.

Eberhard Voss: «Falls ich gewählt werde, trete ich in jeder Beziehung unvoreingenommen in den Gemeinderat ein.»

Eberhard Voss: «Falls ich gewählt werde, trete ich in jeder Beziehung unvoreingenommen in den Gemeinderat ein.»

zvg

Dass Voss keine Konkurrenten hat, scheint die CVP überrascht zu haben. Die Partei hat einen Voss-Flyer vorbereitet. «Wir hatten ihn vor dem Anmeldeschluss bereits fertig und wussten da noch nicht, dass es keine anderen Kandidaten geben wird», sagt Voss.

Die SVP hätte geeignete Kandidaten, so die Partei. Doch diesen fehle die Zeit. «Unsere Mitglieder, die für das Amt infrage kommen, sind derzeit in Beruf und Familie stark eingebunden», erklärt Lothar Fehlmann, Präsident der SVP Mägenwil. «Deshalb möchten sie das Amt nicht übernehmen.» Fehlmann führt einen weiteren Grund ins Feld: Die SVP hat mit Gemeindeammann Daniel Pfyl und Gemeinderätin Marlène Fehlmann bereits zwei Sitze. «Ein dritter Sitz würde zu einem Ungleichgewicht im Gemeinderat führen und das wollen wir nicht», so Fehlmann. «Persönlich stehe ich hinter Eberhard Voss, da er für das Amt geeignet ist», sagt Fehlmann.

FDP hat Meinung nicht geändert

Auch die FDP wollte keinen Kandidaten stellen. Der Grund: «Die Situation im Gemeinderat hat sich seit den Wahlen im letzten Jahr nicht wesentlich verändert», sagt Michael Umbricht. Er und sein Parteikollege, Stefan Wild, hatten sich 2013 nicht mehr zur Wiederwahl aufstellen lassen. Die Partei hatte kritisiert, dass die Zusammensetzung des Gemeinderats mit Gemeindeammann Daniel Pfyl keine fruchtbare Zusammenarbeit erlaube.

SVP und CVP wehrten sich gegen diese Vorwürfe. Josef Schuppisser, Präsident der CVP Mägenwil, zeigte sich damals enttäuscht vom Verhalten der FDP. Er vermutete, die FDP-Gemeinderäte seien zurückgetreten, weil der Sitz des Gemeindeammanns nicht frei wurde. Schuppisser ging davon aus, dass die FDP diesen gerne besetzt hätte. Die SVP distanzierte sich in einer Stellungnahme von «diesem dorfschädigenden Schmierentheater».

Für Eberhard Voss ist das kein Thema. «Es ist Geschichte. Falls ich gewählt werde, trete ich in jeder Beziehung unvoreingenommen in den Gemeinderat ein.» Ob Voss bei den Wahlen doch noch Konkurrenz bekommt, wird sich zeigen: Im ersten Wahlgang am 30. November darf jeder Mägenwiler Bürger gewählt werden. Voss muss das absolute Mehr erreichen.

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