Haifisch-Gate
CVP-Politiker spricht über seinen Fang und das Protzfoto: «Ich war mir der Tragweite nicht bewusst»

Der Badener CVP-Politiker hat mit seinem Bild von einem gefangenen Weissspitzen-Hochseehai einen veritablen Shitstorm ausgelöst. Gegenüber der az gibt er reuig.

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Reto Schmid posiert mit seinem Fang – ein Bild, das er im Nachhinein lieber nicht auf Facebook gepostet hätte.

Reto Schmid posiert mit seinem Fang – ein Bild, das er im Nachhinein lieber nicht auf Facebook gepostet hätte.

Facebook/Reto Schmid

Der Badener CVP-Grossratskandidat Reto Schmid hat einen Facebook-Post gemacht, den er gern ungeschehen machen würde. Am Mittwoch fuhr er, in den Ferien auf der Insel Mauritius, zum Hochseefischen aufs Meer hinaus. Dabei machte er eine besondere Beute: einen Weissspitzen-Hochseehai.

Damit nicht genug: Er postete ein Bild von sich mit dem toten Tier – es erinnert jenen Bildern, in denen Grosswildjäger sich mit ihrer toten Beute ablichten lassen. Stunden später folgte auf seinem Facebook-Profil ein Bild von einem Stück Haifisch-Filt mit Rosmarin-Kartoffeln. Reto Schmid verschlang ein Stück des Haifisches. «Vollumfänglich verwertet» sei dieser geworden. Viele Einheimische seien glücklich und satt geworden.

Das Facebook-Posting von Reto Schmid zu seinem Haifisch-Fang

Das Facebook-Posting von Reto Schmid zu seinem Haifisch-Fang

Facebook (Screenshot)

Es folgte ein veritabler Shitstorm. Reto Schmid musste sich einiges anhören in der Kommentarspalte seines öffentlichen Facebook-Posts. Zwar hat er mit dem Fang auf Mauritius kein dortiges Gesetz gebrochen. Aber der Weissspitzen-Hochseehai ist seit 2008 auf der roten Liste der bedrohten Tierarten.

Diese brachten ihn offenbar zur Besinnung. Er löschte seinen zwei Postings mit Fotos vom Fang und vom Haifisch-Filet. Und entschuldigte sich auf Facebook. Als ihn die az telefonisch auf Mauritius erreicht, doppelt er nach.

«Es tut mir leid», sagt Reto Schmid zur ganzen Angelegenheit. Er sei sich der Tragweite seines Fangs nicht bewusst gewesen. Aus der jetzigen Perspektive bereue er alles. «Das war dumm», gesteht Schmid, denn er hätte wissen müssen, dass das je nach Fisch problematisch sei.

Auf Facebook gab Schmid am Mittwochabend bekannt, dass er mit Alex Smolinsky, Vizepräsident von Sharkproject International, das sich für den Artenschutz der Haie einsetzt, telefoniert und mit ihm vereinbart habe, dass er sich für das Projekt nach entsprechenden Vorschlägen von Smolinsky einsetzen werde. «Ich bin überzeugt, dass mit der Empörung über den Tod dieses Haifisches möglicherweise das Leben anderer gerettet werden kann», fügt Schmid am Telefon reuig an. (rr/pz)