Baden
CVP-Schneider: «Ich kann mir gut vorstellen, im Herbst nochmals zu kandidieren»

Markus Schneider (CVP) sagt, dass ihn sein Wahlresultat berechtige, im Herbst nochmals zur Wahl als Badener Stadtammann anzutreten. Und er kritisiert Roger Huber (FDP): «Ich halte mich an Abmachungen, auch wenn Huber das nicht gemacht hat.»

Philipp Mäder
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Markus Schneider: «Ich erwarte von einem Stadtammann, dass er sich an sein Wort hält - auch von Roger Huber.»

Markus Schneider: «Ich erwarte von einem Stadtammann, dass er sich an sein Wort hält - auch von Roger Huber.»

Herr Schneider, Sie treten nicht mehr an zum zweiten Wahlgang für das Amt des Badener Stadtammanns an. Ist Ihnen der Entscheid schwer gefallen?

So ein Entscheid fällt einem nie leicht. Vor allem, weil ich im ersten Wahlgang doch sehr gut abgeschnitten habe.

Was ist der Grund für Ihren Verzicht?

Ich hatte eine Abmachung mit FDP-Kandidat Roger Huber, dass sich derjenige von uns mit dem schlechteren Resultat zurückzieht, wenn Geri Müller nochmals antritt. An diese Abmachung wollte ich mich halten. Daran ändert auch nichts, dass die FDP die Abmachung entgegen unserer Absprache vorzeitig publik gemacht hat. Richtigerweise hätte die FDP diese Kommunikation mir überlassen müssen.

War das kein Grund, dass auch Sie sich nicht mehr an die Abmachung halten müssen?

Ich habe mir das lange überlegt. Aber ich bin gewohnt, dazu zu stehen, was ich sage. Ich halte mich an Abmachungen, auch wenn Roger Huber das nicht gemacht hat.

Da ist eine gewisse Bitterkeit gegenüber Roger Huber spürbar.

Es ist keine Bitterkeit. Aber ich hätte etwas anderes erwartet.

Auch sonst hat Sie die FDP nicht gerade nett behandelt -etwa bei der Geschichte mit dem Flyer von FDP-Stadtratskandidat Peter Courvoisier. Gibt es ein Zerwürfnis zwischen CVP und FDP?

Das ist kein Zerwürfnis, sondern Wahlkampf. Die CVP steht grundsätzlich zur bürgerlichen Regierung. Aber es wird Gespräche mit der FDP geben müssen.

Haben Sie versucht, Geri Müller von einem Verzicht auf den zweiten Wahlgang zu überzeugen, damit Sie nochmals hätten antreten können?

Ich hatte Gespräche mit Geri Müller, jedoch nicht als Bittsteller. Den Entscheid, im zweiten Wahlgang nochmals anzutreten, hat er selber gefällt.

Enttäuschen Sie mit Ihrem Verzicht auf einen zweiten Wahlgang nicht das Vertrauen, das Ihre Wähler in Sie setzten?

Nein. Ich bin meinen Wählern sehr dankbar. Es wäre eine grössere Enttäuschung für sie gewesen, wenn sie einen Ammann hätten wählen müssen, der eine Abmachung nicht einhält. Ich erwarte von einem Stadtammann, dass er sich an sein Wort hält - auch von Roger Huber.

Wen sollen Ihre Wähler nun anstatt Ihnen wählen?

Wir stehen zur bürgerlichen Regierung. Den Rest müssen die Wähler entscheiden. Das hat die CVP auch so kommuniziert.

Da ist nicht viel Herzblut für Roger Huber spürbar.

Es ist auch nicht meine Aufgabe als Kandidat vom ersten Wahlgang, hier Herzblut hineinzulegen.

Treten Sie im Herbst nochmals als Kandidat für die Stadtammannwahlen an?

Ich kann mir gut vorstellen, im Herbst nochmals für das Amt des Stadtammanns zu kandidieren. Dazu bin ich auch von meinem Resultat im ersten Wahlgang berechtigt. Aber die CVP muss mich auch nominieren. Das wird sie nach der Analyse des zweiten Wahlgangs entscheiden.

Das tönt recht kämpferisch.

Ja, das ist so. Die AZ hat geschrieben, am 3. März werde ein Stadtammann auf Zeit gewählt. Diese Meinung teile ich.