Badenfahrt
Da brummt der Kopf nicht allein vom «Caipi»

In der wilden Partyzone (Festgebiet «oben») wird weder an Dezibel noch an Hochprozentigem gespart.

Roman Huber
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Der DJ macht «Nachtschicht», «Black vs. White» heisst es unter diesem Brückenbogen.

Der DJ macht «Nachtschicht», «Black vs. White» heisst es unter diesem Brückenbogen.

Aargauer Zeitung

Beginnen wir oben, am besten bei der «Change Bar & Lounge» auf dem Cordulaplatz, wo sich die gesetztere Generation noch zur Party trifft. Dann führt der Weg über den Schulhausplatz, wo es beim Feuerwehrverein oder in der «Mahiki-Bar» und weiter vorne an der «FahrBar», der Spanischbrötlibahn-Station, eher gemütlich zu- und hergeht, was man auch der Hafenkneipen-Atmosphäre von «Herr Schmidt» eingangs Hochbrücke zuordnen darf.

Nun hat man die Wahl: Entweder über die Hochbrücke mit ihren prägenden Bauten zur «Integrierbar» und «Leviathan» auf die Wettinger Seite oder dann in die Partyzone runtertauchen. Denn auf der Hochbrücke warten in den Bauten des Komitees einige ganz nette Orte, von wo man einen herrlichen Ausblick geniesst.

Das grosse Schlussfeuerwerk über Baden.
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Die Samariter haben an der Badenfahrt alle Hände voll zu tun – vor allem wegen alkoholisierten Festbesuchern.
Mit dem Deckel beim Ländliparkhaus werden die speziellen Versus-Shirts gedruckt. Jedes ist ein Unikat.
Lisa Christ siegt bei der Anti-Miss-Wahl mit Slam Poetry.
Kurz vor Schluss der Badenfahrt ist klar: Viele der kunstvollen Beizen werden in unterschiedlichen Formen weiterleben. Im Bild: Die Badenfahrt-Beiz «UsVers».
Am letzten Festwochenende stehen die Besucher zum Teil bis zu einer Stunde Schlange.
Die Rakete der Universall-Beiz auf dem Schlossbergplatz.
In der Nacht auf Samstag wollten zwei junge Männer an einer Bar Becher stehlen, um sie gegen Bares einzutauschen. Doch die beiden Diebe machten die Rechnung ohne einen Gemeindeammann aus dem Zurzibiet.
Bei der Pascha Bar wird heute kein Konzert zu hören sein.
Festpässe sind ausgegangen: Neu lässt das OK Papierbändeli verkaufen.
Manchmal wird es an der Badenfahrt zu laut. Mehrere Beizen haben sich deswegen einen Rüffel eingefangen.
Badenfahrer ärgern sich über volle Busse und Wartezeiten. Transportunternehmen reagieren nun auf den Besucherandrang.
Die neue Miss Baden kommt aus Ehrendingen - sie heisst Ginette.
Das "usVers"-Team freut sich über 10'000 Franken Preisgeld.
Für Badenfahrer die zweitbeste Beiz: «beschränkt».
Kein Fake: Die Aussicht auf die Stadt von der Parzelle 5554 des Vereins Leviathan.
Im Festgebiet «Unten» schmückt die Beiz «Nour – Kafi Royal» die Limmatpromenade mit einem Setzkasten-Bau gefüllt mit Kräutern und Pflanzen.
Heinz Blaser packt an der Badenfahrt mit an.
Auf der "Schrottbodenalp" wird Theater gespielt.
Danzen auf Charlie's Dampfer.
Die Beiz "Beetli Schmied" des Vereins Baradore
Kreativ: die Beiz Zuflucht unter den Bögen.
Die Beiz "Kubbbeiz zum chliine Björn" des Aargauischen Kubbverbands, vor der immer wieder Kubb gespielt wird.
Wer verliebt sich bei diesem Anblick nicht in das malerische Baden?
Umgekehrt: Die Zürcher Zünfte beehren die Aargauer Badenfahrt.
Die schönsten Augenblicke der Badenfahrt
Exklusiv: Die Spanischbrötlibahn durfte als erste durch den neuen Bustunnel fahren.
Hoch hinaus.
Auch für Kinder ist die Badenfahrt ein Heidenspass.
Die SNCF-Lokomotive 30.R.1244 war am ersten Festsonntag mit ihrem Halt in Baden ein Publikumsmagnet.
Bei diesem Anblick schlägt wohl so manches Kinderherz höher – und nicht nur.
Hier steigt zehn Tage lang Party: unter der Hochbrücke.
Die Kreativität kennt keine Grenzen an der Badenfahrt: ein Pool in der Bar.
Die Raketenbeiz – ein Hingucker.
Jauchzen und Kreischen in der Lunapark-Region.
Innig: Ein Kuss während des Konzerts der Pedestrians
Mit allen Sinnen dabei: Der Dirigent des Wasserspiels, das beim Tränenbrünneli aufgeführt wird.
Leidenschaftlich: Adrian Stern bei seinem Konzert
Aufregend: Eine temporeiche Fahrt im Lunapark
Ausgelassen: Die Party-Nacht im Oceans Club
Konzentriert: Gezielter Wurf an den Kubb-Meisterschaften im Kurpark
Vorfreude: Blick aus dem Führerstand der Dampflock
Dynamisch: Ein Mädchen misst seine Kraft am Box-Automaten
Kreischend: Das Service-Team der Polygon-Bar in bester Laune

Das grosse Schlussfeuerwerk über Baden.

Alex Spichale

Also, dann halt runter, dorthin, wo das Komitee das Festgebiet von der Akustik her als «laut» vorgegeben hat. Das Caipirinha- und DJ-Abenteuer geht los, und zwar beim «Semiramis Garden» beziehungsweise bei der «Bar do Tio». Generell gilt auch in diesem Gebiet: bestaunenswert, was alles aufgestellt wurde: «Charlies Dampfer», «DehnBar» und in der Doppelreihe zur Halde hinab dahinter gleich «Chez Soif», «Casa Latina», «Schrott versus Glamour» (mit gutem Musikprogramm), «RememBar», «Tanzverbot» – insgesamt eine geballte Ladung auch baulich ansprechender Festbeizen, die es in sich haben, was Unterhaltung und Drinks anbetrifft. Hier beginnt die eigentliche Ultra-Partyzone, was an der steigenden Dezibel-Zahl und am sinkenden Alter des Publikums abgeleitet werden kann.

Je tiefer, desto mehr geht auch der Sound in die Bässe runter. Bei «Freun(n)de am Tanzen», wo die elektronische Musik gepflegt wird, bis zu «Bass & Drum», wo ebenso der Lautstärke wegen der ganz Körper vibriert. Konversation ist in diesem Viertel nicht gefragt, denn da heisst es einfach Abtanzen und die Nacht durchshaken.

Eingeklemmt im Sound-Sandwich

Im wahrsten Sound-Sandwich von links und rechts, von oben und der Grabenbühne unten gerät man unter den verschiedenen Brückenbogen. Ob «Zuflucht», «Ocean Club», «Nachtschicht» (Black versus White) oder «The Stage» (Nachtbrise) – da muss man einfach mal durch und sich bei unterschiedlichsten Musikstilen, Live-Bands und vor allem DJs unter verschiedenen Generationen in der tanzenden Masse tragen und sich zudröhnen lassen.

Die schönste Badenfahrt-Beiz: "usVers".
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Die schönsten Festbeizen der Badenfahrt
2. Platz: Beetli Schmied (7000 Franken Preisgeld)
2. Platz: beschränkt (7000 Franken Preisgeld)
2. Platz: NOUR - Kafi Royal (7000 Franken Preisgeld)
3. Platz: Herr Schmidt (3800 Franken Preisgeld)
3. Platz: The Stage (3800 Franken Preisgeld)
3. Platz: Leviathan (3800 Franken Preisgeld)
3. Platz: Le Durt (3800 Franken Preisgeld)
3. Platz: Cantina Kappelerhof (3800 Franken Preisgeld)

Die schönste Badenfahrt-Beiz: "usVers".

KEYSTONE

Zu Spitzenzeiten allerdings gibt es hier auch am Wochenende fast kein Durchkommen mehr. Und weil sich angesichts der hohen Dezibalzahlen und der opulenten Drink-Auswahl die Promille unbemerkt nach oben schleichen, verändert sich auch der Allgemeinzustand des Publikums zu später Feststunde, was allerdings nicht als eine rein Badenfahrt-typische Erscheinung gilt.

Bei einem Abstecher über die Holzbrücke gelangt man dann wieder in gemütlichere Zonen, wo der festen Nahrung wieder mehr Gewicht geschenkt wird. Dort trifft man auf die von den Namensgebern selber erstellte und betriebene Kanti-Beiz und weiter hinten Richtung Aue wartet die Jugendlichen-Zone ohne Alkohol.

95 Festbeizen sind es insgesamt, daneben viele, zum Teil dekorativ hergerichtete, Imbissstände und dazwischen offizielle Restaurants, von denen sich einige für die Badenfahrt speziell herausgeputzt oder sich dazu etwas haben einfallen lassen. Die Rechnung wird es zeigen: Wer die Arbeit gut gemacht hat, der wird sich am Erfolg, an den Umsatzzahlen, aber vor allem auch an den vielen frohen Stunden erfreuen dürfen.

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