Baden
«Da Franco» geht und «s.Oliver» kommt

Jetzt ist es definitiv: An der Badstrasse 20 wird auf «Da Franco» kein Restaurant mehr folgen. Die Mode-Gruppe Schild wird ein weiteres Kleidergeschäft eröffnen.

Roman Huber
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Für Modefans zweifellos eine freudige Botschaft: Die Mode-Gruppe Schild lässt sich unweit ihres bestehenden Modehauses eingangs Badstrasse zusätzlich mit zwei Mode-Boutiquen in der Badener Innenstadt nieder: «Intimissimi» (italienische Dessous-Mode-Marke) öffnet am 20. Oktober an der Badstrasse 25 in den Räumen des ehemaligen Uhrengeschäfts Alpiger die Türen. Im Herbst 2013 wird «Schild» einen «s.Oliver»-Shop an der Badstrasse 20 eröffnen; «Schild» hat im August das Retail-Geschäft von s.Oliver übernommen. Dass es an dieser Adresse nach «Da Franco» kein Restaurant mehr geben wird, löst ebenso sehr Bedauern in der Stadt aus.

«Franco» geht in die Pension

Am 23. November wird Franco Pallecchi (az vom 24. Februar) nach knapp 40 Jahren die Türen seines beliebten Restaurants schliessen und in den verdienten Ruhestand treten. Damit verschwindet ein kulinarischer und gesellschaftlicher Treffpunkt.

Die NPH Highstreet GmbH aus Zug hat inzwischen die Liegenschaft gekauft. Die Investorengruppe, die vornehmlich in der Schweiz als Projektentwicklerin und Immobiliengesellschaft auftritt, wird einen Neubau erstellen. «Wir sind schon vor drei Jahren miteinander ins Gespräch gekommen», sagt Jörg Eichhorn von der NPH Highstreet. Der deutsche Firmeninhaber hat nicht nur am Objekt selber, sondern auch an der Kleinstadt Baden Gefallen gefunden. Eichhorn: «Ich könnte mir gut vorstellen, hier in Baden noch weitere Projekte zu realisieren.»

Die Liegenschaft sei für ihn quasi die Altersvorsorge, erklärt Franco Pallecchi. Es wäre darum unvernünftig gewesen, wenn er das Angebot des Investors ausgeschlagen hätte. Über den Verkaufspreis ist allerdings beidseitig Stillschweigen vereinbart worden. Ein Einbau eines Restaurants wäre aus seiner Sicht wirtschaftlicher unrealistisch; dies hat Pallecchi als Wirt und Eigentümer schon vor längerem erklärt. «Man müsste alle technischen Installationen und auch die gesamte Küche von Grund auf erneuern.»

Neues Objekt an heikler Lage

«Es ist eine Herausforderung, an diesem Ort ein Projekt verfassen zu dürfen», sagt Architekt Franco Pinazza. Er hatte den Auftrag, auf der – mit bis zu 5,3 Metern – schmälsten Parzelle an der Badstrasse ein neues Gebäude einzupassen. Dieses wird um ein Geschoss aufgestockt und gleicht sich damit der Traufhöhe der Nachbarbauten an.

Das Haus befinde sich an einer Gelenksituation, dort, wo die Badstrasse einen Knick mache, erklärt der Architekt. So war die Ausrichtung des Dachfirsts ein städtebauliches Thema. Die heikle Lage habe eine enge Absprache, viele Diskussionen mit der Stadtbildkommission, damit eine «längere Übung» erfordert, die zu einem erfreulichen Abschluss geführt habe, sagt Pinazza zum Prozess.

Im Erd- und Untergeschoss wird der Mode-Shop einziehen. Im ersten Obergeschoss sind Büroräume vorgesehen. In den Etagen drei und vier gibt es zwei Wohnungen. Die über dem Erdgeschoss zurückversetzte Fassade wird nach vorne geholt, mit grösseren Fenstern soll eine gute Lichtdurchflutung erreicht werden. Pinazza: «Der Neubau soll sein eigenes Gesicht zeigen können.»

Die Baubewilligung liegt vor. Laut Eichhorn werde im Dezember der Abbruch erfolgen. Dann wird sofort gebaut. Vorgesehen ist, dass «s.Oliver» bis Oktober oder November 2013 eröffnet könne, sagt Eichhorn.

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