Fall Lucie

Daniel H. wird lebenslänglich verwahrt

Der Berufungsprozess von Daniel H. findet vor dem Obergericht in Aarau statt.

Der Berufungsprozess von Daniel H. findet vor dem Obergericht in Aarau statt.

Der Berufungsprozess im Fall Lucie ist zu Ende: Das Aargauer Obergericht ordnet an, Daniel H. lebenslänglich zu verwahren und folgt so dem Antrag des Staatsanwaltes.

Der 29-Jährige sei zurzeit zweifellos nicht therapierbar, sagte der Gerichtspräsident in der mündlichen Urteilseröffnung. Beide psychiatrischen Gutachter würden davon ausgehen, dass eine Therapie während mindestens 15 Jahren keinen Erfolg verspreche.

Zusammen mit den Gutachtern gehe das Gericht davon aus, dass sexuelle Handlungen beim Tötungsdelikt zumindest mitgespielt hätten. Deshalb sei von einer dauerhaften Therapieunfähigkeit auszugehen und der Beschuldigte lebenslänglich zu verwahren.

Der Mann hatte am 4. März 2009 in seiner Wohnung in Rieden bei Baden AG das 16-jährige Au-pair-Mädchen Lucie brutal umgebracht. Der damals arbeitslose und drogenabhängige Koch hatte das Mädchen in Zürich angesprochen.

Er lockte es mit dem Versprechen, von ihm Modelaufnahmen zu machen, in seine Wohnung in Rieden bei Baden. Die 16-Jährige stammte aus dem Kanton Freiburg und war damals Au-pair-Mädchen bei einer Familie im Kanton Schwyz. (sda)

Der Nachmittag im Ticker:

15.45 Der Prozess ist zu Ende.

15.43 Die Verurteilung wegen Störung des Totenfriedens hat keinen Einfluss auf die Rechtssprechung. Aber sie wurde gemacht, weil Daniel H. wissentlich und willentlich Nachtathandlungen durchgeführt hatte, führt der Gerichtspräsident aus. Die Anordnung der lebenslänglichen Verwahrung liege nicht im freien Ermessen des Gerichhts, aber die Entscheidung aufgrund der Aussagen der Gutachter obliege dem Gericht. Entscheidend sei, ob Daniel H. eine Veränderung erreichen kann. Der Aufenthalt im Arxhof habe gezeigt, wie wenig Erfolg die Therapie hatte. Im jetzigen Moment sei Daniel H. nicht therapierbar. Zudem würden beide Gutachter davon ausgehen, dass es 20 und mehr Jahre brauche, um Daniel H. zu therapieren, sollte er überhaupt therapierbar sein. Das Obergericht geht davon aus, dass auch sexuelle Motive - zumindest bezogen auf jene Handlungen nach der Tat - Einfluss hatten.

15.34 Alle finden sich wieder im Gerichtssaal ein. Die Urteilsverkündung steht an. Daniel H. muss aufstehen. Einstimmig hat das Obergericht die Genugtuungen anerkennt. Daniel H. wird auch der Störung des Totenfriedens schuldig gesprochen. Und er wird lebenslänglich verwahrt.

14.41 Das Gericht zieht sich nun zurück und wird das Urteil voraussichtlich um 15.30 Uhr verkünden.

14.40 Alle Parteien lehnen ihre zweiten Vorträge ab. Somit hat Daniel H. das letzte Wort: "Ich will nicht mehr drum herum reden. Mir tut es weh, was ich getan habe und es ist mir nicht egal. Ich will, dass die Familie das weiss." Dies sagt er mit einer sehr weinerlichen Stimme.

14.38 Fricker sagt, die Gutachter hätten keine dauerhafte Nicht-Therapierbarkeit festgestellt. Er fordert, die Berufung abzuweisen und die geforderten Genugtuungen gutzuheissen.

14.36 Jetzt hat der Verteidiger Matthias Fricker das Wort. Zur Störung des Totenfriedens macht er keine Aussagen mehr, da er diese bereits am Morgen angesprochen hatte (s. Ticker vom Morgen). Zudem sagt er, dass es bei dieser Verhandlung um die allfällige Sicherung seines Mandanten gehe und nicht um seine Strafe, denn diese wurde bereits vom Bezirksgericht Baden gesprochen und diese hatte Daniel H. auch akzeptiert. 

Videokommentar von Philip Mäder zum Urteil gegen Daniel H.

14.26 Rechtsanwalt Flury spricht nocheinmal die Nachtathandlungen aus und geht dabei von einer sexuellen Motivation von Daniel H. aus. Er glaubt den Begründungen vom Beschuldigten nicht.

14.22 Uhr Fazit Staatsanwalt: "Es muss mit grösstmöglicher Sicherheit ausgeschlossen werden, dass es kein drittes Opfer gibt." Zudem schliesst er die Therapierbarkeit aus und fordert eine lebenslange Verwahrung.

14.11 Uhr Staatsanwalt Aufdenblatten beantragt die Beteuuerungen des Beschuldigten, er könne therapiert werden, abzuweisen. Auch die Emotionalität von Daniel H. will er ihm nicht abnehmen. Er geht von dessen Kaltblütigkeit aus.

14.08 Uhr Der Staatsanwalt beginnt mit seinem Vortrag, holt aber nicht mehr gross aus.

Das Obergericht in Aarau entschied: Daniel H. muss lebenlänglich verwahrt werden. Lucies damaligen Gasteltern sind erleichtert.

Grosse Erleichterung auch bei Lucies Gasteltern

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