Immer mehr Gemeinden entscheiden sich, nachts die Lichter ausgehen zu lassen. Ennetbaden startet ab 18. Oktober eine Testphase, in der von Sonntag bis Donnerstag von 1 bis 5 Uhr die Strassenbeleuchtung ausgeschaltet wird.

Betroffen von der Nachtabschaltung ist das gesamte Gemeindegebiet inklusive Kantonsstrassen und Zentrum. Einzig die Schiefe Brücke sowie der Limmatsteg werden auch in Zukunft erleuchtet bleiben. «Die Brücken führen auf das Gebiet der Stadt Baden. Weil die Promenade auf der Badener Seite nachts beleuchtet wird, haben wir uns entschieden, die Brücken ebenfalls zu beleuchten», erklärt Marcel Herzog, Technischer Sachbearbeiter von Ennetbaden. Zudem handle es sich um heikle Stellen, in denen eine Beleuchtung beispielsweise Vandalismus vorbeugen könne. Um die Kantonsstrassen ebenfalls von der Nachtabschaltung auszunehmen, wären Änderungen am Stromnetz nötig gewesen. Die Kosten dafür hätten rund 45 000 Franken betragen, sagt er.

Der Kanton wurde über die Nachtabschaltung informiert. Jede Gemeinde darf über das Lichterlöschen selbst entscheiden, der Kanton bleibt jedoch für die Verkehrssicherheit verantwortlich. Deshalb empfiehlt er auch das Beleuchten von Fussgängerstreifen. Dies wäre in Ennetbaden jedoch ebenfalls mit hohen Investitionen verbunden gewesen sein.

Licht für Fussgänger

Vor dem Entscheid hat sich die Gemeinde mit Ehrendingen, Ober- und Untersiggenthal, Würenlingen und Baden ausgetauscht. Diese Gemeinden hatten ebenfalls schon eine Nachtabschaltung beschlossen oder befinden sich auf dem Weg dazu. In diesen Gemeinden ist es auch zu negativen Reaktionen gekommen. Doch die Erfahrungen der Polizei zeige, dass sich die Abschaltung der Beleuchtung nicht nachteilig auf die Sicherheit auswirkt, schreibt die Gemeinde in einer Mitteilung. Damit die Polizei in Notfällen rasch reagieren kann, ist bei der Stadtpolizei ein Knopf installiert, der das Licht innert einer Minute wieder einschalten kann. Auch die Sicherheit der Fussgänger ist der Gemeinde ein Anliegen. Die Strassenbeleuchtungen gehen erst nach der Ankunft der letzten Busse aus, Buspassagiere können also auch spätnachts noch über die beleuchteten Strassen nach Hause gehen.

In einem Jahr kann die Gemeinde Ennetbaden so rund 10 000 Franken sparen. Die Testphase dauert bis Ende Januar 2016. Dann werden die eingegangenen Reaktionen zur Nachtabschaltung überprüft und die Bauverwaltung wird dem Gemeinderat einen entsprechenden Vorschlag machen. Der definitive Entscheid dürfte im Februar zu erwarten sein, so Herzog.