Baden

Dank neuen Bauvorschriften: Zwang zu Parkplatzbau aufgehoben

Badener Stadtzentrum: Der Regierungsrat erlaubt hier autofreies Wohnen.

Badener Stadtzentrum: Der Regierungsrat erlaubt hier autofreies Wohnen.

Der Regierungsrat hat grünes Licht für neue Bauvorschriften gegeben. Die Bauherrn sind bei der Erstellung von Wohnbauten im Zentrum neu von der Pflicht entbunden, Auto-Parkplätze bauen zu müssen. Das sind die wichtigsten Neuerungen im Überblick.

«Jetzt herrscht wieder Rechtssicherheit», sagt Daniela Nay, Projektleiterin bei der Stadt Baden für die Revision der Bau- und Nutzungsordnung (BNO).

«Die Bauherrn wissen, was gesetzlich erlaubt ist, der Stadt wiederum bietet sich eine klare Entscheidungsgrundlage bei der Genehmigung von Baugesuchen.» Vor wenigen Tagen hat der Regierungsrat die revidierte BNO genehmigt und den Entscheid des Stadtparlaments aus dem Dezember 2013 bis auf zwei Ausnahmen bestätigt.

Neu sind Bauherrn bei der Erstellung von Wohnbauten im Zentrum von der Pflicht entbunden, Auto-Parkplätze bauen zu müssen. Es herrscht also freie Wahl statt Zwang, sofern ein Mobilitätskonzept erstellt wird. Bisher mussten Bauherren eine Ersatzabgabe bezahlen, wenn sie die gesetzlich geforderte Anzahl Parkplätze nicht erstellten.

In Stadtgebieten ausserhalb des Zentrums, in Rütihof beispielsweise, sind Bauherrn nicht ganz von der Parkplatz-Pflicht entbunden – dort wird neu «autoreduziertes Wohnen» ermöglicht, indem die gesetzlich geforderte Anzahl von Autoparkplätzen bei Neubauten gesenkt wird. Baden ist die erste Aargauer Stadt, die autofreies oder zumindest autoreduziertes Wohnen möglich macht. Befürworter erhoffen sich dadurch eine Entlastung der Strassen sowie eine Reduktion der Baukosten – und als Folge davon im Idealfall gar der Mietpreise.

Damit die Wohnqualität in den Stadtquartieren trotz des wachsenden Drucks zur Verdichtung weiterhin hoch bleibt, wird neu eine Grünflächenziffer eingeführt, die eingehalten werden muss. Sie gilt gemäss Mitteilung der Stadt allerdings nur in ausgewählten Gebieten.

Klare Vorschriften sind neu auch bei den Ensembleschuttzonen geschaffen worden. Historisch wertvolle, städtebaulich wichtige oder quartierprägende Ensemble-Bauten werden in ihren wesentlichen Strukturen und ihrem Gesamtcharakter geschützt. Die revidierte BNO legt fest, in welchen Bereichen aufgrund des baulichen Kontexts an die architektonische Gestaltung erhöhte Anforderungen gestellt werden.

Hochhaus-Debatte: Entscheid vertagt

Noch keine Klarheit herrscht hingegen in der Frage, wo in Baden künftig Hochhäuser gebaut werden, und wie hoch diese sein dürfen. Den Entscheid über den entsprechenden Paragrafen 5 der BNO hat der Regierungsrat zurückgestellt – aufgrund von Beschwerden.

Ebenfalls noch nicht bestätigt wurde aufgrund von Einsprachen die Schutzwürdigkeit von zwei Einzelobjekten, die künftig als Baudenkmäler gelten sollen. Dabei handelt es sich um ein Einfamilienhaus am Erlenweg sowie ein ehemaliges ABB-Gebäude an der Fabrikstrasse aus dem Jahr 1957.

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