Defibrillatoren können Leben retten, man muss sie aber schnell genug finden. In Baden sei das zurzeit nicht möglich, findet der Badener Einwohnerrat Martin Groves (SP) und reichte 2016 ein Postulat ein. Darin beantragt er, dass der Stadtrat prüfen soll, wie auf dem Stadtgebiet die Standorte der bereits vorhandenen Defibrillatoren für Bürgerinnen und Bürger so visualisiert werden können, dass im Notfall ein solches Gerät rechtzeitig zur Verfügung steht.

Nun liegt die Antwort des Stadtrats vor. Mangels Ressourcen und klarer Zuständigkeit, habe man das Postulat nur mit grosser Verzögerung bearbeiten können. Er schlägt zwei Massnahmen vor: Zum einen soll eine gut sichtbare Beschilderung der in Geschäften und Unternehmen vorhandenen Defibrillatoren helfen, schnell den nächsten Defibrillator zu finden. Die Kosten werden auf 1000 Franken geschätzt und sollen von der Stadt Baden übernommen werden. Zum anderen wolle man drei Einsatzfahrzeuge der Stadtpolizei Baden mit einheitlichen Defibrillatoren ausrüsten. Dies, da viele Defibrillatoren in Geschäften oder Firmen untergebracht sind und deshalb nur während den Ladenöffnungszeiten zugänglich sind. Dank den mobilen Defibrillatoren könne auch in Aussenquartieren und zu Randzeiten oder nachts Hilfe geleistet werden. Die Kosten belaufen sich einmalig auf 9000 Franken für die Beschaffung und jährlich auf 2000 Franken für den Unterhalt.

Auch von Laien benutzt

Martin Groves ist grundsätzlich zufrieden mit der Antwort des Stadtrats: «Mein Ziel war, dass eine kostengünstige Lösung vorgeschlagen wird. Ich denke, das wurde erreicht.» Ihn stören zwei Dinge: Der Antwort des Stadtrats ist zu entnehmen, dass der Nutzen von Defibrillatoren in Fachkreisen kontrovers diskutiert werde. Groves, selber Rettungssänitäter, widerspricht dem: «Ist ein Defibrillator schnell erreichbar, wird er auch von Laien im Ernstfall benutzt, denn es werden immer mehr Menschen in Erste-Hilfe-Kursen damit geschult. Das kann Leben retten.»

Auch dass die Beschilderung der Geschäfte auf freiwilliger Basis geschehen soll, fände Groves heikel, lasse sich wohl anders nicht lösen. «Ich hoffe, hier wird freundlicher Druck auf die Geschäfte ausgeübt und auf den guten Dienst gegenüber der Gesellschaft verwiesen.»