Die laufende Rechnung 2011 der Einwohnergemeinde schliesst 1035875 Franken besser ab als erwartet, budgetiert war ein Plus von 387900 Franken. 3775 Franken wurden für zusätzliche Abschreibungen verwendet und 1,4 Millionen dem Eigenkapital zugewiesen. Dieses stieg damit auf 4,62 Millionen Franken. Im Hinblick auf das Harmonisierte Rechnungsmodell (HRM II) und der damit verbundenen Neubewertung der Aktiven wäre es unzweckmässig, zusätzliche Abschreibungen vorzunehmen, teilt der Gemeinderat mit. Das Verwaltungsvermögen betrug Ende Jahr 2,9 Millionen Franken.

Der gesamte Nettoaufwand der laufenden Rechnung erreichte 10,877 Millionen Franken. Der grösste Anteil, 4,545 Millionen oder 41%, floss in die Bildung (siehe Grafik). Der zweitgrösste Ausgabenposten, mit 1,95 Millionen, war die Soziale Wohlfahrt, gefolgt von der Verwaltung mit 1,3 Millionen Franken.

Weniger Steuereinnahmen

Das sehr gute Ergebnis ist auf mehrere Faktoren zurückzuführen. Die Einkommens- und Vermögenssteuern, basierend auf einem Gemeindesteuerfuss von 105%, liegen mit 9,94 Millionen Franken 2,6% über dem Vorjahr (Tabelle). Der budgetierte Betrag von 10,2 Millionen Franken wurde jedoch nicht erreicht. Der Steuerausstand betrug Ende Jahr noch 16,3% (2010: 18,6%; 2009: 19,3%; 2008: 18,5%; 2007: 23%). Obwohl er gesunken ist, liegt er über dem kantonalen Durchschnitt.

Geringer als erwartet waren die Aufwendungen im Bereich der Sozialhilfe und Jugend. Zudem fielen infolge des guten Vorjahresergebnisses die vorgeschriebenen Abschreibungen tiefer aus. Der Gemeindeverband Schule Mellingen-Wohlenschwil, an dem Mellingen zu 85,5% beteiligt ist, trug ebenfalls zum guten Resultat bei. Der Nettoaufwand für die Sozialhilfe lag rund 434000 Franken unter dem Budget und 140200 Franken tiefer als 2010.

Alle investieren in die Kirchgasse

Die Investitionsrechnung, inklusive Eigenwirtschaftsbetriebe, weist Ausgaben von 4259460 Franken und Einnahmen von 590035 Franken aus. Zulasten der Einwohnergemeinde wurden unter anderem 364771 Franken für den Rathausumbau verbucht. Der grösste Anteil, 841700 Franken, wurde für Gemeindestrassen aufgewendet. Es handelt sich um den Höhenweg, die Kleine und die Grosse Kirchgasse sowie den Sonnenweg. Bereits wurden die ersten Zahlungen für die Umfahrung, 236000 Franken, geleistet. 336578 Franken kostete die neue Weihnachtsbeleuchtung.

Die Gemeinschaftsantenne schloss mit einem Aufwandüberschuss von 85872 Franken. Die hohen Kosten entstanden im Zusammenhang mit der Altstadtaufwertung im Bereich der Kleinen und der Grossen Kirchgasse. Nach Deckung des Aufwandüberschusses resultiert eine Schuld von 144460 Franken. Die Wasserversorgung schliesst mit einem Ertragsüberschuss von 195236 Franken ab. Die Schuld des Eigenwirtschaftsbetriebes beträgt 1311351 Franken. Die Abwasserentsorgung schloss mit einem Ertragsüberschuss von 242000 Franken. Bei der Elektrizitätsversorgung wies das Energiegeschäft einen Aufwandüberschuss von 89230 Franken auf. Ende 2011 besass sie ein Guthaben von 922494 Franken.