Baden
Darum scheiterten die Badener Architekten beim Hardturm-Stadion

Der Jury gefiel das Stadion-Projekt des Badener Architektenbüros Burkard Meyer. Kritik gab es aber für die geplanten Türme.

Pirmin Kramer
Drucken
Teilen
«Portal Hardturm» des Badener Architekturbüros Burkard Meyer
6 Bilder
So hätte das «Portal Hardturm» des Architekturbüros Burkard Meyer ausgesehen.
So hätte das «Portal Hardturm» des Architekturbüros Burkard Meyer ausgesehen.
So hätte das «Portal Hardturm» des Architekturbüros Burkard Meyer ausgesehen.
So hätte das «Portal Hardturm» des Architekturbüros Burkard Meyer ausgesehen.
So hätte das «Portal Hardturm» des Architekturbüros Burkard Meyer ausgesehen.

«Portal Hardturm» des Badener Architekturbüros Burkard Meyer

ZVG

Zürich nimmt einen neuen Anlauf für ein Fussballstadion auf dem Hardturmareal. Seit Dienstag steht der Sieger des Investorenwettbewerbes fest (wir berichteten).

Geplant sind beim Projekt «Ensemble» ein Stadion für 18 500 Zuschauer, zwei Wohn- und Geschäftstürme sowie 173 Genossenschaftswohnungen.

Im Rennen war – wie schon beim letzten Wettbewerb – auch das Badener Architekturbüro Burkard Meyer.

2012 war das Projekt der Badener gar siegreich, doch die Stimmbürger lehnten den 216-Millionen-Franken-Kredit knapp mit 50,8 Prozent Nein-Stimmen an der Urne ab. Beim Investorenwettbewerb, der nun durchgeführt wurde, bewarben sich die Badener gemeinsam mit der PSP Swiss Property und der Hardturm AG als Investoren.

Involviert waren beim Projekt mit dem Namen «Portal Hardturm» mit der MWV Bauingenieure AG ein weiteres Badener Unternehmen, ausserdem zwei Architekturbüros aus Zürich.

Geplant war neben dem Fussballstadion mit rund 18 000 Plätzen (äusserlich fast dasselbe wie 2012) eine Genossenschaftssiedlung sowie als Investorenprojekt ein hofartiger Sockelbau mit drei Türmen und 72 000 Quadratmeter Hauptnutzfläche.

Die Jury schreibt kritisch: «Das Stadion ist funktionell und für Fussballliebhaber, seine Clubs und die Quartierbewohner gleichermassen attraktiv. Allerdings ist es vergleichsweise teuer und bedingt damit ein entsprechend grosses Investorenprojekt für die erforderliche Finanzierung.» Städtebaulich vermöge dieser Baustein – der Sockelbau mit Türmen – denn auch weniger zu überzeugen als das Stadion und der gemeinnützige Wohnbau.

«Zwar gelingt mit einer fein differenzierten Höhengliederung eine gewisse Einbindung in die übergeordnete Quartierstruktur, dennoch wirkt das Volumen massig und abweisend.» Zudem baue das Businessmodell des Angebots auf der (Gratis-)Abgabe eines Teils des Landes an das Investorenteam auf. Dies verletze die Vorgaben des Studienauftrags klar und werde von der Jury als Ansatz erachtet, der auf dem politischen Weg nicht gangbar sei.

Die Burkard Meyer Architekten wollten sich auf Anfrage nicht zum Jury-Entscheid äussern. Darin wurde viele Projekt-Teile auch gelobt: «Die Verfasser verstehen ihr Projekt als ein neues Stück Stadt, welches das ehemalige Industriequartier vervollständigt und gleichzeitig den Stadtzugang vom Limmattal her markiert – Portal Hardturm eben. Im Zentrum steht das Stadion, das mit seiner ikonografischen Architektur die Versammlungsstätte an sich idealisiert und damit den Anspruch verdeutlicht, mehr zu sein als blosses Gefäss für die Austragung von Fussballspielen.»