Roland Kuster
Darum übernimmt Wettingens neuer Chef die Finanzen nicht

Der neue Gemeindeammann von Wettingen, Roland Kuster (CVP) übernimmt nicht das Ressort Finanzen, das sein Vorgänger Markus Dieth innehatte. Und erklärt, weshalb.

Carla Stampfli
Merken
Drucken
Teilen
Roland Kuster.

Roland Kuster.

Seit letzter Woche ist bekannt, wer im Gemeinderat welche Ressorts übernimmt. Während Daniel Huser (SVP) und Philippe Rey (parteilos) weiterhin den Ressorts Hochbau beziehungsweise Bildung vorstehen, kommt es bei den anderen Exekutivmitgliedern zu verschiedenen Rochaden.

Dabei fällt auf: Nicht wie zuvor der Gemeindeammann ist für die Finanzen, die Steuern und die Leistungsorientierte Verwaltungsanalyse (Lova) zuständig, sondern neu Gemeinderat Markus Maibach (SP).

Doch ist es nicht Chefsache, dass der Gemeindeammann den finanziellen Belangen vorsteht? «Das muss nicht zwingend sein», sagt Roland Kuster. Es gebe einige Gemeinden, in denen nicht der Ammann für die Finanzen verantwortlich sei.

Finanzen sind nun eigenes Ressort

Dass der Bereich Finanzen und Steuern, der zuvor vom ehemaligen Gemeindeammann Markus Dieth (CVP) geführt wurde, jetzt ausgegliedert wird und neu ein eigenständiges Ressort bildet, hat verschiedene Gründe. «Mit Blick in die Zukunft wollen wir ein besonderes Augenmerk auf die Finanzen legen. Deshalb haben wir entschieden, dass sich neu eine Person ausschliesslich den Finanzen, den Steuern und der ‹Lova› widmet», erklärt Kuster. Im Gegenzug wurde das Ressort «Tägi» und Elektrizitäts- und Wasserwerk (EWW) in das Ressort Präsidiales eingegliedert.

Es sei zudem Wunsch von Einwohnerräten und Gemeinderat gewesen, «dass der Kuster weiterhin das ‹Tägi› und das EWW betreut». Denn jemanden in diese Thematik einzuarbeiten, hätte sehr viel Zeit in Anspruch genommen. «Zumal nun auch die Umsetzung der Rechtsformänderung des EWW bevorsteht sowie das Betriebskonzept und das Bauprojekt des ‹Tägi› entwickelt werden müssen.» Neu liegt auch der Bereich Sicherheit, Polizei, Feuerwehr, der Zivilschutz, das Regionale Führungsorgan sowie die Standortförderung beim Gemeindeammann.

Es sei nicht so, dass er sich nicht mit dem Thema Finanzen auseinandersetzen werde: «Als Gemeindeammann trage ich die Gesamtverantwortung für die Exekutiv- und Verwaltungstätigkeiten», sagt Roland Kuster. Deshalb werde er sich intensiv mit Markus Maibach austauschen – insbesondere auch, wie man die beschlossenen Massnahmen des Sparpakets Lova umsetzen wolle.

Nicht SP-Frau übernimmt Soziales

Mit der Übergabe der Finanzen, Steuern und «Lova» geht Maibachs Ressort, Tiefbau und Umwelt, in neue Hände. Geführt wird es nun von Parteikollegin Kirsten Ernst. Dies erstaunt, zumal sie als SP-Politikerin dafür prädestiniert gewesen wäre, das Ressort Soziales und Familie ihrer Vorgängerin Yvonne Feri zu übernehmen. Ernst ist darob aber nicht enttäuscht, im Gegenteil: «Ich freue mich sehr auf die Aufgaben. Das Ressort Tiefbau und Umwelt beinhaltet ganz viele interessante Bereiche, die mit dem Alltag zu tun haben.»

Von der Abfallentsorgung über Bestattungen bis hin zu Schneeräumungen. «Man kann daher auch von einem Schlüsselressort sprechen», sagt Ernst. Innerhalb der SP-Ortspartei sei man ebenfalls offen gewesen, was die Ressortverteilung angeht. «Bevor irgendetwas entschieden war, haben wir eine Auslegeordnung gemacht. Schnell sind wir zum Schluss gekommen, dass eine Veränderung guttun würde.» Als Markus Maibach Interesse an den Finanzen gezeigt habe, sei ihre Entscheidung für das Ressort Tiefbau und Umwelt gefallen. Zudem könne sie, falls erwünscht, dem neuen Ressortverantwortlichen oder im Gemeinderatsgremium jederzeit Inputs geben, sagt die diplomierte Lerntherapeutin.

Kirsten Ernst hat zwar Respekt vor der neuen Aufgabe, doch sei sie neugierig. Auch, was die nächsten Tage bringen. So findet heute die Ressortübergabe mit Maibach und dem Chef Tiefbau, Urs Heimgartner, statt. «Am Donnerstag haben wir die erste Gemeinderatssitzung unter neuer Führung. Es wird für alle spannend.»