Wettingen
Das Alterszentrum St. Bernhard nimmt die nächste Hürde

Die St.Bernhard AG will im Frühsommer mit dem Neubau im Langäcker beginnen – ein halbes Jahr später als geplant.

Sabina Galbiati
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«Als wir die Baugespanne aufstellen liessen, bekamen wir nochmals zahlreiche Wohn-Anfragen per Telefon.» Bernadette Flükiger Geschäftsleiterin St. Bernhard AG

«Als wir die Baugespanne aufstellen liessen, bekamen wir nochmals zahlreiche Wohn-Anfragen per Telefon.» Bernadette Flükiger Geschäftsleiterin St. Bernhard AG

Marco Scharf;zvg;

Im kommenden Frühsommer sollen im Langäcker die Bagger auffahren. Auf der Wiese zwischen Märzengasse, Bifangstrasse und Landstrasse wird das neue Alterszentrum «St. Bernhard» entstehen. Der Startschuss fällt knapp ein halbes Jahr später als geplant.

Bernadette Flükiger, Geschäftsleiterin der St. Bernhard AG, erklärt: «Zur Verzögerung kommt es, weil wir zusätzlich die Anliegen und Bedürfnisse aus der Nachbarschaft abholen wollten, Anpassungen gemacht und weitere Infoveranstaltungen durchgeführt haben.» Man wolle den Neubau des Alterszentrums in der Bevölkerung breit abstützen, «auch, wenn wir nie allen Anliegen gerecht werden können».

Das Alterszentrum St Bernhard in Wettingen am Lägernhang.

Das Alterszentrum St Bernhard in Wettingen am Lägernhang.

Zur Verfügung gestellt

Geplant sind 100 Einzelzimmer, 3 Gästezimmer, 41 Wohnungen mit 1,5 Zimmern und 31 Wohnungen mit 2,5 Zimmern. Das Heim wird aus drei ineinandergreifenden Baukörpern mit je eigenem Innenhof bestehen. Zwei Kuben werden vier und ein Kubus wird fünf Geschosse haben.

Neues Zuhause im Langäcker

Vorausgesetzt dem Zeitplan kommt nichts in die Quere, ziehen im Herbst 2019 Heimbewohner und Personal vom heutigen «St. Bernhard» am Lägernhang ins neue Zuhause im Langäcker. Wie gross dieses werden wird, lässt sich derzeit anhand der Baugespanne auf der Wiese erahnen.

Die Vorbaueingabe des Baugesuchs liegt bis zum 10. Oktober bei der Bau- und Planungsabteilung auf. «Das Baugesuch mit allen Details des Aussenbereichs und des Wohnbereichs wollen wir Anfang 2017 einreichen», sagt Remy Picard, Verwaltungsraspräsident der St. Bernhard AG.

Gespann lässt Telefon heisslaufen

Obwohl das Alterszentrum erst auf dem Papier existiert, sind die geplanten Wohnungen heiss begehrt. «Unsere Liste mit Interessenten ist sehr gut gefüllt», sagt Flükiger. «Als wir die Baugespanne aufstellen liessen, bekamen wir nochmals zahlreiche Wohn-Anfragen per Telefon, weil sich die Leute an den Neubau erinnert haben», sagt Flükiger.

Ausschlaggebend für das Interesse dürfte unter anderem das neue Wohn- und Pflegekonzept sein. Weil die Wohnungen auf jeder Etage direkt ins Pflegezentrum integriert sind, können die Bewohner auch mit steigender Pflegebedürftigkeit in ihrer Wohnung bleiben. Sie können Dienstleistungen sowie Betreuung und Pflege nach Bedarf beanspruchen und müssen die gewählte Wohnform nicht mehr verlassen.

Gewisse Dienstleistungen werden im Mietzins integriert, darunter ein tägliches Mittag- oder Abendessen in der Gruppe. «Damit wollen wir, der drohenden Vereinsamung der Bewohner entgegenwirken», sagt Flükiger.

«Wer in die Ferien geht, dem werden die Kosten der täglichen Mahlzeit zurückerstatten», fügt Flükiger an. Andere Leistungen, wie etwa Wäscheservice, Fahrdienst oder Wohnungsreinigung können individuell eingekauft werden.

Zusammenarbeit mit Spitex

Im neuen «St. Bernhard» werden unter anderem eine Gemeinschafts-Arztpraxis, Physiotherapie-Praxis, eine Praxis für medizinische Fusspflege sowie ein Coiffeur einquartiert. «Zudem führen wir mit der Spitex Wettingen konkrete Gespräche über eine Zusammenarbeit vor Ort.»

Die öffentliche Cafeteria mit Gartenterrasse soll ein Treffpunkt für das ganze Quartier werden. «Auch Arbeiter und Geschäftsleute sollen bei uns ein Mittagsmenü bekommen», sagt Flükiger. Möglich sei auch, ein Mittagstisch für Schüler, falls dieses Bedürfnis da wäre.

Der Neubau ist nötig, weil die Infrastruktur des heutigen Heims am Lägernhang wegen der neuen Pflegeverordnung den künftigen Ansprüchen nicht mehr genügt. Das heutige «St. Bernhard» im ehemaligen Bergtröttli soll abgerissen werden. Das Land wird umgezont und verkauft. Auch dies ist bereits in die Wege geleitet.

«Mit dem Landverkauf werden wir einen Teil des neuen ‹St. Bernhard› finanzieren», sagt Flükiger. Die Kosten für den Neubau belaufen sich auf rund 65 Millionen Franken.