Heitersberg
Das Aus für den Strom auf dem Heitersberg

Der Gemeinderat Remetschwil lehnt den Bau einer Windenergieanlage auf dem Heitersberg ab. Die Gemeinde stützt sich dabei auf einen Entscheid des Kantons, der bei Baugesuchen ausserhalb des Baugebietes das Sagen hat.

Dieter Minder
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Windenergie Remetschwil

Windenergie Remetschwil

AZ

Das kantonale Baudepartement stellt fest, dass das Vorhaben aufgrund der aktuellen Gesetzgebung nicht bewilligungsfähig ist. «Wir werden die Entscheide des Kantons und der Gemeinde prüfen und dann über das weitere Vorgehen entscheiden», sagt Thomas Leitlein, Mitinitiant der Anlage.

Heitersberg ist Schutzzone

In seiner Beurteilung des Baugesuches kommt das kantonale Baudepartement zum Schluss, dass das Vorhaben au der Basis der aktuellen Gesetzgebung nicht bewilligungsfähig ist. Die Anlage sei an diesem Standort nicht zonenkonform und eine Ausnahme hier nicht zulässig. Der vorgesehene Standort, fast auf der Krete des Heitersberges, liegt in der Landwirtschaftszone und zudem in einem Landschaftsschutzgebiet. Ohne vorherige Anpassung der Richt- und Nutzungsplanung kann, so das kantonale Baudepartement, keine Baubewilligung erteilt werden. Die Rahmenbedingungen für Windenergieanlagen wird der Grosse Rat am Dienstag, diskutieren (az Seite 23).

Seit 4 Jahren wird geplant

Im Sommer 2007 wurde vom Luzerner Anton Suter und dem Aargauer Thomas Leitlein die Idee für eine Windenergieanlage auf dem Heitersberg oberhalb von Remetschwil lanciert. Im Bereich der geplanten Anlage wurde ein Messmast aufgestellt, um festzustellen, ob genügend Wind vorhanden ist. Das Messergebnis zeigte, dass zwar nicht übermässig viel aber doch genügend Wind vorhanden wäre, um eine Anlage wirtschaftlich zu betreiben. Weitere Abklärungen betrafen mögliche Einflüsse auf die Natur. So wurde eine Studie über die dort lebenden Fledermäuse durchgeführt. Nachdem die Daten zeigten, dass eine Windenergienalge wirtschaftlich betrieben werden könnte, gründeten die Initianten die Mittelland Windenergie GmbH als künftige Betreiberin. Diese reichte das nun abgelehnte Baugesuch ein.

IG Windland gegen Windenergie

Während der natürliche Wind für das Vorhaben weht, stand es bald im politischen Gegenwind. Vor allem die extra dazu gegründete IG Windland und zahlreiche Anwohler wehrten sich gegen das Vorhaben. In einer Stellungnahme zum Entscheid des Gemeinderates schreibt die IG Windland: «Die IG Windland und die betroffene Bevölkerung von Remetschwil, Spreitenbach und Bellikon wird Windkraftwerke in ihrer unmittelbaren Umgebung jetzt und in Zukunft nicht tolerieren.»