Asylunterkunft

Das Badener Hotel «La Cappella» wird zur Asylunterkunft

Im «La Cappella» im Badener Quartier Kappelerhof werden rund 100 Asylsuchende einziehen. Alex Spichale

Im «La Cappella» im Badener Quartier Kappelerhof werden rund 100 Asylsuchende einziehen. Alex Spichale

Rund 100 Asylsuchende werden ab August im Kappelerhof-Quartier untergebracht - laut Kanton hauptsächlich Männer aus Syrien, Afghanistan, Eritrea und Somalia. Der Besitzer der Liegenschaft findet diese Art der Zwischennutzung sinnvoll.

Das ehemalige Hotel "La Cappella" in Baden wird ab August 2017 als kantonale Asylunterkunft genutzt. Im Einverständnis mit der Stadt Baden werden bis zu 100 Plätze für Asylsuchende geschaffen, teilt das Departement Gesundheit und Soziales mit. 

In der als Zwischennutzung für rund anderthalb Jahre vorgesehenen Unterkunft werden voraussichtlich vor allem Männer aus Syrien, Afghanistan, Eritrea und Somalia die Zimmer beziehen. Die ersten von ihnen sollen noch im August 2017 einziehen.

La-Cappella-Besitzer: "Aus finanzieller Sicht kein attraktives Geschäft"

Besitzerin des Areals ist seit 1. Juli die Firma Tinoph AG. Firmenchef Christoph Schoop sagt: «Die Verhandlungen mit dem Kanton haben noch die früheren Besitzer geführt. Aus finanzieller Sicht ist die Nutzung des Gebäudes als Asylunterkunft für uns kein attraktives Geschäft. Ich finde es aber sinnvoll, dass das "La Cappella" als Asylunterkunft zwischengenutzt wird."

Seine Firma habe ihren Sitz in Dättwil, ganz in der Nähe des Kantonsspitals, wo bis März über 200 Asylbewerber lebten, sagt Schoop. "Und wir hatten nie das geringste Problem mit ihnen. Wir haben zudem eine unserer Liegenschaften in Lauffohr an den Kanton vermietet, sie wird als Asylunterkunft genutzt, auch dort ist es ruhig.» Mittelfristig wird das ehemalige Hotel abgerissen und einer Überbauung mit 60 bis 80 Wohnungen weichen. «Wir möchten spätestens im 2019 mit dem Bau starten können.»

Anwohner werden am 9. August informiert

Der Stadtrat von Baden stehe der Eröffnung der neuen Unterkunft positiv gegenüber, heisst es in der Mitteilung weiter.  Wie bei der Unterkunft in der geschützten Operationsstelle des Kantonsspitals Baden, die im März 2017 schloss, soll erneut eine Begleitgruppe mit Vertreterinnen und Vertretern der verschiedenen Interessengruppen ins Leben gerufen werden.

Für die Anwohnerinnen und Anwohner des "La Cappella" und die interessierte Bevölkerung findet am Mittwoch, 9. August 2017, um 19.30 Uhr, im Aulasaal des Schulhauses Kappelerhof Baden eine von Stadt und Kanton gemeinsam organisierte Informationsveranstaltung statt.

Ebenfalls ab August werden 15 Asylbewerber im ehemaligen Badener Restaurant Metropol untergebracht.

Weiterhin Handlungsbedarf für den Kanton

Für den Kanton Aargau besteht weiterhin Handlungsbedarf zur Schaffung neuer Unterbringungsplätze für Asylsuchende. Einerseits seien in den letzten Monaten verschiedene kantonale Standorte aufgrund von beendeten Zwischennutzungen oder auslaufenden Mietverträgen weggefallen, ebenfalls wurde der Betrieb der unterirdischen Unterkünfte (GOPS) im Kanton eingestellt. Dadurch hat der Kantonale Sozialdienst über 500 Plätze für Asylsuchende verloren.

Im Hotel La Cappella kam es vor zehn Jahren zu einem Amoklauf. Ein Mann richtete im und vor dem Hotel ein Blutbad an. Ein Mann kam dabei ums Leben.

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