Baden

Das Badener Kino Linde steht kurz vor dem Abbruch

Vorstadt im Wandel: Gewerbebau Zünd und Kino Linde (rechts hinten) weichen einem Neubau. Alex Spichale

Vorstadt im Wandel: Gewerbebau Zünd und Kino Linde (rechts hinten) weichen einem Neubau. Alex Spichale

Wo eine Kino-Ära ihren Höhepunkt feierte, gibt es bald Raum für eine Kinderkrippe, Gewerbe und 42 Studiowohnungen. Ab 2. April wird das Kino Linde abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Dieser soll bis Herbst 2014 fertig sein.

Die Mellingerstrasse 24 ist ein historischer Ort. Dort stand bis 1958 das alte Hotel Linde. Legendär war nicht nur Wirtin Lina Bucher, sondern auch der Linden-Saal, wo Vereine ihre Feste feierten. Eugen und Waldemar Sterk kauften die Liegenschaft und bauten ein Kino, das 1960 öffnete.

Es war drei Jahre nach dem «Rio» in Wettingen das sechste Kino in der Region, das die Unternehmerfamilie in Betrieb genommen hatte.

Ein sehr beliebtes Kino

Das Kino Linde, erbaut vom bekannten Badener Architekten René Weidmann (1923–2006), entpuppte sich bald als das Vorzeigekino der Sterks. Damit und mit dem Vordrängen des Fernsehens neigte sich eine legendäre Kino-Ära ihrem Ende zu.

Mit dem Movie-Elite (1997), dem Trafokino (2002) und dem neuen Sterk (2008) gelang es Peter Sterk, das Erbe von Grossvater Eugen und Vater Waldemar Sterk erfolgreich in die Zukunft zu führen.

Während das Kino Rio bereits dem Zentrumsplatz in Wettingen weichen musste, wird ab 2. April das Kino Linde abgerissen und durch einen Neubau ersetzt.

Die zweite Bauetappe auf dem Lindenareal steht an. Der Neubau für die Zurich Internation School (ZIS) auf dem Baufeld Ost (ex Garage Diebold) von Bauherr Christoph Schoop wurde im Elementbau erstellt.

Die CityTor AG, Bauherrin Lindenareal West (Zünd, Kino Linde) baut im Massivbau. Zuerst werden Kino und Gewerbebau abgebrochen.

Zwei Untergeschosse entstehen, darüber das Erd- und das erste Obergeschoss mit Überhöhe; eine Zürcher Personalvermittlungsfirma wird im EG einziehen, im ersten Geschoss das federführende Architekturbüro Graf und Partner.

Kinderkrippe und Wohnungen für ABB

In den vier Obergeschossen entstehen nebst Räumen für die ABB-Kinderkrippe 42 Studiowohnungen für die ABB Schweiz. «Gut 80 Prozent aller Flächen sind bereits vermietet, erzählt Marco Keller von der City-Tor AG.

Seit 2002 ist das Kino Linde geschlossen. Danach vermietete Peter Sterk das Lokal für kulturelle und andere Anlässe. Danach verkaufte Sterk das Kino Linde. Die neuen Eigentümer wollten eine Zwischennutzung zu ermöglichen für Kultur und Partybetrieb ermöglichen.

Auch das Musical «American» hätte zuerst in der «Linde» über die Bühne gehen sollen. Die Nachbarschaft verhinderte jedoch alle Projekte mit Einwendungen und Beschwerdeverfahren. Seit einiger Zeit hat eine Freikirche den Kinosaal gemietet.

ZIS-Aula für den Linden-Saal

«Mein Wunsch war, die Tradition eines Saals weiterzuführen», sagt Peter Sterk. Das sei auch eine Vorgabe im Sondernutzungsplan gewesen, erklärt Marco Keller. Die Aula der ZIS soll diesen Zweck weiterhin erfüllen.

Bis Herbst 2014 ist der Neubau fertig. Zusätzlich sind weitere Arbeiten angesetzt. So muss die Decke des unter dem Lindenplatz Decke durchführenden Bahntunnels saniert werden.

Danach wird der Lindenplatz bis etwa ins Jahr 2017 beeinträchtigt sein. Er wird als Installationsbereich während der Bauarbeiten für die Neugestaltung des Schulhausplatz benötigt.

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