Spatenstich in Ennetbaden
Das Bäderquartier erhält den «Schwanen» zurück

Der gestrige Baubeginn beim Ennetbadener «Schwanen» setzt die Renaissance der Kleinen Bäder fort. Ab Herbst 2016 sollen die ersten Eigentumswohnungen bezugsbereit sein, Mitte 2017 der «Schwanen» wiedereröffnet werden.

Roman Huber
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Schwanen Ennetbaden
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Bauherr Hans-Rudolf Wyss erhält von Petra Keller, Leiterin Finanzen (Gemeinde Ennetbaden), einen Schwan; in der Mitte Gemeindeammann Pius Graf.
Terrassiert angelegte Mehrfamilienhäuser am Hang oberhalb des Schwanens
Seitenansicht auf den Schwanen (links) und den Eckbau dahinter
Blick von vorne auf Haus 1 und Haus 2 mit darunterliegenden Zufahrt zur Tiefgarage

Schwanen Ennetbaden

Alex Spichale

Etwas Genugtuung war gestern beim Spatenstich für die Erneuerung des «Schwanen» und die geplante Neuüberbauung auf Ennetbadener Seite schon spürbar: Nach dem «Hirschen» erhalten die Kleinen Bäder – wie das Bäderquartier ennet der Limmat genannt wird – auch den «Schwanen» zurück, während man in Baden nach wie vor auf den Bäder-Neubau wartet. Doch Hans-Rudolf Wyss, der mit seiner Brugger Liegenschaften AG als Bauherr auftritt, sieht es klar: «Aus der Sicht des Bädertourismus braucht es für eine gute Entwicklung die Bäder auf beiden Seiten der Limmat», sagt er. Darum hoffe er, dass es auf der Badener Seite ebenfalls zügig vorwärtsgehe.

Symbolträchtiges Datum

Der Ennetbadener Gemeindeammann Pius Graf sprach am gestrigen 12. Januar von einem Freudentag. Am 12. Januar 1869 habe die Regierung des Kantons das Bäderdekret verabschiedet, am 12. Januar 2004 habe der Baubeginn für die Bäderumfahrung stattgefunden. «Die sollen nun auferstehen», sagte Graf und blickte hoffnungsvoll auf die Badener Seite hinüber.

«Schwanen» – von 1842 bis 2015

Das Hotel Schwanen wurde in den Jahren 1842/43 erbaut und um die Jahrhundertwende mehrmals erweitert und umgebaut. Es war das imposanteste Hotel der Kleinen Bäder (Ennetbadener Seite). 1976 endet die Hotelgeschichte mit der Schliessung. Der Bau wurde von der Pensionskasse der Motor Columbus gekauft und als Bürogebäude genutzt. Einige Teile des «Schwanen» wurden dann unter Schutz gestellt, was 1992 vom Verwaltungsgericht, 1996 gar vom Bundesgericht bestätigt wurde. Die Motor Columbus verkaufte aus diesem Grunde das Gebäude an die Gähler & Partner AG. 1998, mit dem Ja zur Bäderumfahrung, begann die Entwicklung neuer Pläne für den «Schwanen». Die Gähler und Partner AG hatte dort bis zum Bezug des Neubaus (2012) ihre Büros. (-rr-)

Kurt Gähler, VR-Präsident des Generalunternehmens Gähler und Partner, das bis 2012 seine Büros im «Schwanen» hatte, schilderte die 17 Jahre Entwicklung dieses Projektes. Dass es nun so weit kommen konnte, habe auch an der respektvollen und konstruktiven Zusammenarbeit zwischen der Gemeinde und dem Planer beziehungsweise dem Eigentümer gelegen.

Gestartet wurde gestern die Neu-Fundamentierung der «Schwanen»-Fassade, die sich gesenkt hatte. Die eigentliche Baubewilligung für das revidierte Projekt liegt noch nicht vor, lediglich eine Abbruchbewilligung. Da keine Einsprachen vorlägen und auch der Denkmalschutz grünes Licht signalisiert habe, könne man davon ausgehen, dass nach Ostern mit den Bauarbeiten begonnen werden dürfe, sagte Wyss. Diese werden gestaffelt erfolgen. Ab Herbst 2016 werden die ersten Eigentumswohnungen bezugsbereit sein, Mitte 2017 wird der «Schwanen» wiedereröffnet.

Reduziertes Projekt

Der im Jahr 2013 bewilligte Bereich «Schwanen» wurde aus Kostengründen reduziert und optimiert. Der «Schwanen» wird zum Business-Appartment-Hotel mit Restaurant und 16 Einheiten, davon 6 Hotelzimmer (vorher 43) und 5 Mietwohnungen. Der «Schwanen» bleibt als Einzelbau losgelöst, was laut Wyss von der Denkmalpflege begrüsst wird. Dahinter ist in klassischer, bädernaher Architektur ein Eck-Wohnbau mit 20 Mietwohnungen geplant.

Die vier Häuser am Hang weisen unverändert 32 Eigentumswohnungen auf. Sie sichern die Finanzierung des 60-Millionen-Projekts. 30 Prozent der Nutzung bleiben «bädernah». Nebst Hotel und Restaurant gehören dazu ein Wellness-Anteil sowie ein Bad, gespeist von der mit 40 Minutenlitern bescheidenen, aber dennoch eigenen Thermalquelle.

Lesen sie den Kommentar dazu hier.