«Scandinavian Deli»
Das beliebte Schweden-Café in Baden schliesst – «ich hatte eine wunderschöne Zeit hier»

Das «Scandinavian Deli» in der Unteren Halde in Baden schliesst – ein Quartier-Bistro wird das Lokal übernehmen.

David Rutschmann
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Das Scandinavian Deli ist nicht nur als Feinkostladen, sondern auch als Café in der Unteren Halde beliebt.

Das Scandinavian Deli ist nicht nur als Feinkostladen, sondern auch als Café in der Unteren Halde beliebt.

Sandra Ardizzone (22.11.2017

Flammlachs, Polarbrot, Preiselbeeren-Konfi, hausgemachtes Knäckebrot, Elch- und Rentierfleisch − für schwedische Feinkost und nordisches Café-Ambiente ist das Scandinavian Deli in der Unteren Halde in Baden die richtige Anlaufstelle. Doch nun schliesst Ewa Jönsson ihr Deli und übergibt es auf Anfang Februar in neue Hände. Nur noch an den verbleibenden Freitagen und Samstagen im Januar können Kunden auf Bestellung die beliebten Zimtschnecken als Take-away abholen.

2015 hatte die Schwedin Ewa Jönsson, die 1992 in die Schweiz kam, das Scandinavian Deli eröffnet. Ein Nischen-Konzept für eine Kleinstadt wie Baden, doch ein erfolgreiches. «Wir wurden schnell gut aufgenommen», sagt Jönsson. Von Jahr zu Jahr hat sich das Geschäft besser entwickelt, das Lokal sei mit der Zeit «sehr gross» geworden, so die Inhaberin. Die spezielle Ware, welche Jönsson von ausgewählten lokalen Produzenten aus Schweden bezieht, habe Kundschaft von Basel bis Zürich angelockt. «Das Geschäft lief. Dann kam Corona, und plötzlich stand alles still.»

Ewa Jönsson führt das «Scandinavian Deli» mit Herzblut noch bis Ende Monat. (Archivbild)

Ewa Jönsson führt das «Scandinavian Deli» mit Herzblut noch bis Ende Monat. (Archivbild)

Alex Spichale

Ewa Jönsson hatte viel Zeit zum Reflektieren und Nachdenken in dieser Zeit. Sie kam zum Entschluss, sich in dieser unsicheren Zeit wieder mehr der Familie widmen und unabhängiger vom Geschäftsleben sein zu wollen. Schliesslich war das Lokal über die Jahre immer grösser und die Freizeit immer knapper geworden. Es war also eine persönliche, nicht eine wirtschaftliche Entscheidung, die Jönsson im vergangenen Herbst zur Entscheidung brachte, das Scandinavian Deli zu schliessen.

Schwedische Spezialitäten nur noch auf Bestellung

«Ich denke, es musste so sein. Ich hatte eine wunderschöne Zeit hier», sagt Jönsson. Auf die überregional gefragten schwedischen Spezialitäten sollen die Stammkunden allerdings nicht verzichten müssen: Sie spielt schon länger mit dem Gedanken, diese per Online-Bestellungen direkt aus ihrem Lager in Wettingen feilzubieten.

Das Scandinavian Deli soll also weiterhin bestehen, nur nicht als physisches Lokal. Und die Räumlichkeiten? Ewa Jönsson übergibt das Lokal in die Hände von Daniela Schär, «eine sehr motivierte Inhaberin, die etwas Tolles vorhat».

Schär will künftig Suppen aus verschiedenen Ländern im Lokal anbieten. «Das Suppenangebot ist bisher in Baden noch nicht ausgeschöpft», findet die gebürtige Badenerin,die jahrelange Erfahrung im Bereich Bar und Service hat und schon lange eine Lokalität für ein eigenes Bistro sucht. Nun hat sie eines unweit ihrer Wohnung gefunden. «Eine einmalige Chance. Ich fühle mich wohl in Baden und freue mich, einen Teil dazu beitragen zu dürfen, die Untere Halde aufzuwerten», sagt Daniela Schär.

Entsprechend soll das Lokal «Halde Bistro» heissen. Das heimelige Interieur des Scandinavian Deli will sie beibehalten. Bis man sich dort mit einer Suppe wärmen kann – Schär hofft auf eine Eröffnung im März – will die Quereinsteigerin ihr Lokal mit einem Soup-to-go-Angebot bekannt machen.

Aargauer Gastro-News 2021

Wohlen, 14. Mai: Turac Aslan hat in Wohlen Anfang Mai das «Vegano» eröffnet. Dort verkauft er türkisches Fast Food, aber alles vegan.
38 Bilder
Baden, 13. April: Tim Munz übernimmt das «Oberstadt». Der 31-Jährige ist mit 14 Gault-Millau-Punkten ausgezeichnet.
Mülligen, 21. April: Die Unternehmer Robin Deb Jensen und seine Frau Marloes Tjalsma übernehmen das Restaurant Müli.
Aarburg, 20. April: Gastro-Aargau-Präsident Bruno Lustenberger kocht im Hotel Krone wieder für seine Gäste.
Baden, 19. April: Die Restaurants dürfen ihre Aussenbereiche nach vier Monate langer Schliessung wieder öffnen. Rüeggs aus Untersiggenthal/Remetschwil gehören zu den ersten Gästen im «Schwyzerhüsli».
Baden, 8. April: Das «Armando’s Pane e Vino» feiert mitten im Lockdown Neueröffnung. Im Bild: Inhaber Joel Ibernini und seine rechte Hand, Gastgeberin Nora Fassino.
Künten-Sulz, 18. März: Spitzenkoch Manuel Steigmeier (26) vom Restaurant Fahr kocht neuerdings coronabedingt auch in den Küchen seiner Kunden als sogenannter «Störkoch». Daneben läuft weiterhin das Take-Away Angebot seines Restaurants.
Mülligen, 6. März: Tessa Schneider gibt ihr Restaurant Müli nach zehn Jahren auf.
Boswil, 3. März: «Löwen»-Wirt Pitsch Wyrsch (links) hält sein Take-Away Angebot weiterhin aufrecht. Seit Anfang März allerdings können «Büezer» über Mittag auch in seiner Beiz speisen.
Stein, 27. Februar: Das Alte Zollhaus am Steiner Brückenkopf bietet derzeit einen recht trostlosen Anblick. Bei der Referendumsabstimmung vom 7. März wird mitunter darüber entschieden, ob die Liegenschaft in private Hand wechselt, sowie aufgewertet und umgenutzt wird.
Waltenschwil, 26. Februar: Auf dem Parkplatz des Restaurants «Volare» sind derzeit keine Autos, sondern Wohnmobile zu finden. Adriano Caranci bewirtet seine Gäste in ihrem Wohnmobil auf seinem Restaurantparkplatz.
Unterentfelden, 24. Februar: Die Unterentfelder eine Sammelaktion für ihre einzige Dorfbeiz, das Restaurant Post, gestartet. Keine 24 Stunden später sind die 18'000 Franken bereits zusammen. Die der Wirtefamilie Sengül und die Initianten können es kaum fassen.
Wettingen, 24. Februar: Mit Ideenreichtum und kleinen Aktionen wie der Krisenkiste, der Quarantänebox oder einem Strassenverkauf stemmte sich Lägerebräu gegen die Auswirkungen der Pandemie. Das überschüssige Winterbier wurde unter die Leute gebracht.
Herznach, 23. Februar: Im Dezember 2020 haben Markus und Urs Müller die frühere Metzgerei Gasser übernommen. Das Team freut sich über den gelungenen Start: Das Geschäft sei «sehr gut angelaufen, die Umsätze stimmen».
Rheinfelden, 20. Februar: Am 1. April will ein neues Bistro am Rheinufer «festmachen:» «Dock 11» soll es heissen und laut Andreas Probst, der das Bistro mit seiner Schwester führen wird, Hafenfeeling im Zähringerstädtchen verbreiten.
Aarau, 17. Februar: Es ist noch ein langer Weg, bis das KIFF 2.0 eröffnet werden kann. Auf dem Weg zum grossen Ziel ist den Initianten aber ein grosser Schritt gelungen: Sie fanden in der Aargauischen Kantonalbank einen Hauptsponsor.
Baden, 17. Februar: Für Felix Meier, Chef von "Müllerbräu", gibt es trotz der schwierigen Lage aufgrund der Pandemie eine gute Nachricht: Die Leute trinken deutlich mehr Bier zu Hause als vor Corona.
Rietheim, 13. Februar: Sali Mehmetaj, der ehemalige Koch des Restaurants Krone, übernimmt auf Anfang März den Betrieb. Anbieten will er Schweizer und internationale Spezialitäten wie heisser Stein und als Besonderheit Cordon-bleu-Festival.
Bözen, 12. Februar: Das Restaurant Post bietet neben dem Take-away-auch ein «Do it yourself»-Angebot mit Video-Anleitung für den Genuss zu Hause.
Würenlingen, 12. Februar: Nach einem schwierigen Jahr für Andreas Meier, Besitzer des Weinguts zum Sternen, entstand die Idee, die Kunden mit einem Degustationskoffer mit zwölf verschiedenen Weinen «gluschtig» zu machen.
Stetten, 11. Februar: Auch Schnapsbrenner Lorenz Humbel setzt die Coronakrise zu. Doch Not machte erfinderisch: Mit seinem Desinfektoinsmittel auf Kirschbasis schaffte es Humbel mit dem «edelsten Desinfektionsmittel der Schweiz» in die nationalen Schlagzeilen.
Aarau, 8. Februar: Vor sieben Jahren rief Urs Marrer (l.) mit seinem langjährigen Freund, Küchenchef Robin Dürlewanger, das «Beluga» ins Leben. Einst zum besten Lokal Aaraus gekürt, muss das Restaurant nun wegen Krankheit und den Auswirkungen der Coronapandemie schliessen.
Endingen, 2. Februar: Patrick Arnold betreibt ab der kommenden Saison 2021 den Kiosk in der Badi Endingen. «Ich suche eine neue Herausforderung», sagt der gelernte Koch.
Muri, 29. Januar: Burkard Kreyenbühl bäckt vor seiner Filiale seit kurzem frisches Holzofenbrot. So kann er seine Angestellten in der Backstube trotz wegen Corona geschlossenem Café beschäftigen.
Gränichen, 29. Januar: Thomas Rey (63) war langjähriger Koch im Landwirtschaftlichen Zentrum Liebegg. Im August geht er in Rente.
Niederrohrdorf, 25. Januar: Roberto Kaiser war im Catering tätig. Seit Corona betreibt er einen VW-Foodtruck und serviert unter anderem Uruguayische Chivitos und argentinische Chimichurri-Sauce.
Uezwil, 12. Januar: Generationen kauften im Uezwiler «Stiefeliryter» Brot, assen im Restaurant oder tranken in der Bar. Mitte Januar wird er abgerissen.
Schöftland, 10. Januar: Das Lokal «Haltestelle» wurde abgerissen. Die Schöftler Innenarchitekten Markus Würgler und Dominic Bäni bewahrten 33 Stühle vor der Schuttmulde
Veltheim, 6. Januar: Pächter Christian Schübert will im Februar mit dem Konzept «Trinity» im Gasthaus Bären neu starten.
Bad Zurzach, 4. Januar: Der Traditionsgasthof Schlüssel verschwindet. An seiner Stelle werden Wohnungen gebaut. Das Tavernenrecht im seit zwei Jahren leerstehenden Gebäude im Bad Zurzacher Ortskern bleibt allerdings erhalten.
Wohlen, 4. Januar: Mit der Eröffnung ihres «Tom’s Diner» in Wohlen erfüllt sich für Carmen Stadelmann und Thomas Gieler heute ein lang gehegter Traum.
Leibstadt, 31. Dezember: Ein halbes Jahrhundert haben Theres und Urs Welte-Michel ihre Gäste im Landgasthaus «Schützen» bewirtet. 1970 übernahmen sie es in dritter Generation – jetzt schalten sie einen Gang zurück.
Villmergen, 31. Dezember: Die Wohler Frits van der Graaff und Sarah Dubler wagen trotz Coronakrise etwas in der Gastronomie und haben das Villmerger Bistro «Güggibueb» neu gepachtet.
Schinznach, 22. Dezember: Rettung in letzter Sekunde: Der «Bären» schlägt im 2021 neues Kapitel auf. Der Betrieb des Schinznacher Gasthofs soll dank einer neuen GmbH gewährleistet bleiben.
Wohlen/Brugg, 22. Dezember: Weil die Kunden wegblieben, hat Marco Polo seine Hotels in Wohlen und Brugg zu möblierten Wohnungen umgestellt. Das Hotel Sonne in Bremgarten bleibt wie bisher. Und in Bremgarten gibt es bald Take-away-Sushi.
Gränichen, 17. Dezember: Ein emotionales Schreiben erreichte die Gäste des Erlebniswirtshaus Rütihof am Mittwoch. Wirt Andreas Fetscher informiert über die temporäre Schliessung bis März 2021 – aber auch über die ungewisse Zukunft.
Bözberg, 17. Dezember: Die Türen des traditionsreichen Landgasthofs Vierlinden an der Bözbergstrasse bleiben zu. Im Amtsblatt ist der Konkurs der Vierlinden Gastro GmbH vorläufig publiziert.
Koblenz, 16. Dezember: Ferdinand und Angie Breg verkaufen die Liegenschaft samt Gasthaus «Engel». Was mit dem Lokal passiert, ist ungewiss. Das Ehepaar hat derweil im Kanton St. Gallen eine neue Herausforderung gefunden.

Wohlen, 14. Mai: Turac Aslan hat in Wohlen Anfang Mai das «Vegano» eröffnet. Dort verkauft er türkisches Fast Food, aber alles vegan.

Britta Gut