Volksfest
«Das Beste aus der Situation gemacht»: Die Badenfahrt war nicht für alle ein Segen

Die Strassen leeren sich, Beizen werden rückgebaut, der Alltag kehrt in Baden wieder ein. Viele Vereine blicken mit leiser Wehmut auf die Badenfahrt zurück. Doch welche Bilanz ziehen Betriebe, die nicht direkt am Volksfest beteiligt waren?

Carla Stampfli
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Beim Grand Casino Baden habe der klassische Casinobetrieb unter den nicht optimalen Zufahrtsbedingungen wie erwartet gelitten.

Beim Grand Casino Baden habe der klassische Casinobetrieb unter den nicht optimalen Zufahrtsbedingungen wie erwartet gelitten.

Walter Schwager

Beim Grand Casino Baden habe der klassische Casinobetrieb unter den nicht optimalen Zufahrtsbedingungen wie erwartet gelitten, sagt CEO Detlef Brose auf Anfrage. «Allerdings sind die Verluste bei der diesjährigen Badenfahrt geringer als erwartet ausgefallen.» Während zehn Festtagen stehe Baden im Zeichen von Lifestyle, Partys und Erlebniswelt, «da ist klar, dass wir auf viele Gäste im Casino verzichten mussten».

Hingegen verzeichnete das Grand Casino in der Gastronomie, vor allem auf der gut gelegenen Terrasse, sehr gute Umsätze. Auch die Live-Konzerte und der anschliessende Discothekenbetrieb in der Vegas-Lounge hätten die Gäste an den Wochenenden und den wetterbedingt besseren Tagen sehr geschätzt, sagt Brose.

Detlef Brose, CEO Grand Casino Baden «Der klassische Casinobetrieb hat unter den nicht optimalen Zufahrtsbedingungen gelitten.»

Detlef Brose, CEO Grand Casino Baden «Der klassische Casinobetrieb hat unter den nicht optimalen Zufahrtsbedingungen gelitten.»

Zur Verfügung gestellt

Unglücklich sei gewesen, dass man dort mit Rücksicht auf das Freilichtspektakel «Universus» die Casino-Gäste zur besten Zeit für eineinhalb Stunden nur extrem eingeschränkt habe unterhalten können. Auch habe man den Grundsatzentscheid, den gesamten Kurpark mit dem Casino und seinem «House of Entertainment» zur generellen Ruhezone der Badenfahrt zu erklären, nicht nachvollziehen können. Doch: «Wir haben das Beste aus der Situation gemacht», sagt der Casino-Chef und fügt an, dass man sich auf das nächste Volksfest freue.

Deutlich weniger Kino-Besucher

Sehr ruhig ist es beim Kino Trafo in Baden und Elite in Wettingen geblieben. «Der Betrieb hat sich nicht gelohnt. Wir verzeichneten deutlich weniger Besucher als sonst», sagt Alexandra Sterk, Geschäftsleiterin der Cine Sterk AG. Das sei bei Grossanlässen wie beispielsweise der Badenfahrt und bei einer Fussball-WM immer so. «Filme zeigen wir aber trotzdem. Wir wollen auch für die Besucher etwas anbieten, die sich eine Auszeit nehmen möchten oder an der Festivität nicht interessiert sind.»

Während im «Trafo» und im «Elite» Filme gezeigt wurden, blieb das «Sterk» beim Bahnhof geschlossen. «Das Kino liegt mitten im Festgebiet. Wäre es offen geblieben, hätten Festbesucher es mehrheitlich aufgesucht, um sich zu versäubern», sagt Sterk. Das wäre nicht im Sinne des Familienunternehmens gewesen.

Das Hotel Limmathof im Bäderquartier zieht eine gemischte Bilanz. Die Badenfahrt sei «gut für das Wochenendgeschäft, aber nicht herausragend» gewesen, sagt Direktor Lorenz Diebold. So sei der «Limmathof» an den beiden Festwochenenden sehr gut gebucht und die sonst schlechteste Nacht, der Freitag, die beliebteste gewesen.

Doch blieb beispielsweise die Terrasse des Cafés Bistro Hirsch trotz schönem Wetter leer. «Die Gäste wollten verständlicherweise die Beizen in der Stadt besuchen.» Dennoch hätten einige Badenfahrer die «Limmathof»-Quellen zur Erholung und Regeneration genutzt, was fast dem Ursprung der Badenfahrt entspreche, sagt Diebold.

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