Ein erstes Mal waren die Klarinettistinnen und Klarinettisten stark gefordert mit technisch schwierigen Passagen. Die Basslinien bewerkstelligte ein Duo der besonderen Art: Ein Kontrabass und eine Tuba.

Dimitri Schostakowitsch war ein begnadeter und extravaganter russischer Komponist des 20. Jahrhunderts. Seine Ballettsuite Nr. 5 «Der Bolzen» war vom damaligen Sowjetischen Führer Stalin missbilligt und sogar verboten worden. Trotzdem überlebte das Werk und die Gebenstorfer Instrumentalisten führten gekonnt die aus acht verschiedensten Sätzen zusammengesetzte Komposition auf. Diese Sätze umfassen Lyrik und Spritzigkeit sowie traditionelle Tänze wie Polka und Tango. Die extravagante Art Schostakowitschs äusserte sich zum Beispiel in schrägen Posaunenrufen zu einem Duett aus Fagott und Pikkolo-Flöte. Ferner entzückten ein Englischhorn Solo und ein Duett von Es-Klarinette und Xylofon.

Das programmatische Werk «Slawischer Marsch» des russischen Komponisten Peter Illytch Tschaikowski beschreibt den damaligen Krieg in Serbien. Eher düster wirken die Sätze, die im Tempo eines Trauermarsches geschrieben sind. Auch hier beeindruckten Kontrabass und Tuba gemeinsam.

Ein Ballett der Holzbläser

Den Höhepunkt des Konzerts bildete Tschaikowskis «Nussknacker Suite». Ballett könne man leider nicht anbieten, dafür aber tanzende Finger der Holzbläser, erklärte Konzertsprecherin Marita Ehrler. Die Holzregister, besetzt mit Flöten, Klarinetten, Oboen, Englischhorn, Bassklarinette und Fagott waren in der Tat extrem gefordert mit diesen weltberühmten Sätzen. Auch eine Harfe kam zum Einsatz und die geheimnisvollen Klänge des Glockenspiels wurden auf einer elektronischen Celesta gespielt. Das Publikum war begeistert und verlangte vehement eine Zugabe.

In Anbetracht der Tatsache, dass die Mehrheit der Musiker Amateure sind, also einer täglichen Berufstätigkeit nachgeht, ist das Gebotene als Meisterleistung einzustufen. Der Aufwand an Üben und Proben ist enorm, denn die Anforderungen an das musikalische Können sind bei solcher Literatur äusserst hoch; sowohl für die Musiker als auch für den Dirigenten Karl Herzog.