Baden
Das «Brisgi» erhält ein neues Image

Im Kappelerhof startet die Stadt für eine der letzten grösseren Baulandreserven die Planung. Das «Brisgi», als Arbeitersiedlung bekannt, soll ein neues Gesicht erhalten.

roman huber
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Blick vom Siggenthal auf das Brisgi-Areal (rot) im Badener Kappelerhof; mit Nussbaumen (l.) stadt baden luftbild schweiz

Blick vom Siggenthal auf das Brisgi-Areal (rot) im Badener Kappelerhof; mit Nussbaumen (l.) stadt baden luftbild schweiz

Gestandenen Generationen ist das «Brisgi» noch bestens als Arbeitersiedlung in Erinnerung. Zur Blütezeit der BBC hausten dort bis zu mehrere hundert ausländische Arbeitnehmer, vornehmlich aus Italien. Daneben entstanden die beiden Punkthäuser mit Genossenschaftswohnungen und das Brisgi-Hochhaus.

Wichtiges Projekt für Kappelerhof

Diese Zeiten sind vorbei, und auch die Baracken sind längst abgebrochen. Der Getto-Ruf haftet dem Quartierteil aber weiterhin an. Darum ist eine sorgfältige bauliche Entwicklung dieses Areals als eines der Schlüsselprojekte aus der Quartieranalyse Kappelerhof hervorgegangen. Die Stadt hat dafür die Fäden selber in der Hand, denn sie besitzt einen grossen Teil des Areals. Beim «Brisgi» handelt es sich ausserdem um eine der letzten grösseren Baulandreserven auf Stadtgebiet.

Mit der Wohnbaustrategie 2010 hat der Einwohnerrat den Grundstein gelegt, damit das Brisgi-Areal nun sorgfältig entwickelt werden kann. Die Stadt wird sich in der Rechtsform einer Stiftung als Baurechtnehmerin beteiligen. «Die Arealentwicklung an diesem Ort ist eine besondere Herausforderung», sagt Stadtammann Stephan Attiger. Dabei werde das Brisgi-Areal auch ein neues Image erhalten.

Stadt führt Regie bei der Planung

Zur Entwicklung des Areals ist ein zweistufiges Verfahren geplant. Der Stadtrat legt dem Einwohnerrat einen Planungskredit von 450000 Franken vor. Damit führt er eine Testplanung sowie die Erarbeitung eines Entwicklungskonzeptes durch. Mittels Präqualifikation werden vorgängig drei Planungsbüros für die Testplanung ermittelt.

In einem ersten Schritt wird ein städtebaulich zusammenhängendes Entwicklungskonzept erarbeitet, das solide Rahmenbedingungen für eine nachhaltige Arealentwicklung festlegt. Dabei will man herausfinden, mit welcher Dichte, Typologie der Bauung, welcher Anordnung und Ausgestaltung der Freiräume das Areal gestaltet werden könnte. Im «Brisgi» möchte man Wohnkonzepte mit verschiedenen Wohnformen prüfen.

Aus der Testplanung könne sich noch eine Änderung der Bau- und Nutzungsordnung ergeben, gegebenenfalls eine Sondernutzungsplanung, erklärt der Stadtrat in seiner Vorlage. Basierend auf den Ergebnissen der Testplanung wird dann auch der anschliessende Architekturwettbewerb durchgeführt.

Die Quartierbevölkerung wird in einem partizipativen Prozess im Verfahren mitwirken können. Die heutigen Baurechtsnehmer – Verein für billiges Wohnen und Stockwerkeigentümer-Gemeinschaft des Brisgi-Hochhauses – werden ebenfalls in diesen Prozess integriert.

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