Wettingen

Das Dach des Elektrizitäts- und Wasserwerks steht unter Strom

Gemeindeammann Markus Dieth (links), EWW-Geschäftsleiter Peter Wiederkehr (Mitte) und Gemeinderat Roland Kuster besichtigen die erste gemeindeeigene Photovoltaikanlage. Alex Spichale

Gemeindeammann Markus Dieth (links), EWW-Geschäftsleiter Peter Wiederkehr (Mitte) und Gemeinderat Roland Kuster besichtigen die erste gemeindeeigene Photovoltaikanlage. Alex Spichale

Das Elektizitäts- und Wasserwerk Wettingen produziert neu selber elektrischen Strom. Auf dem EWW-Betriebsgebäudes Fohrhölzli wurde eine riesige Photovoltaikanlage installiert.

Bisher war das Elektrizitäts- und Wasserwerk Wettingen (EWW) ein reiner Stromhändler. Neu produziert es selber elektrischen Strom. «Das ist ein Strategiewechsel, der auf dem Energieleitbild der Gemeinde basiert», sagt Gemeinderat Roland Kuster, zu dessen Ressorts auch das EWW zählt.

Die neue Anlage (siehe technische Daten) steht auf dem Flachdach des neuen EWW-Betriebsgebäudes Fohrhölzli. Ende September wird das EWW dieses beziehen.

«Die Anlage wird, auch wenn es bewölkt ist, noch rund 40 Prozent des möglichen Stroms produzieren», erklärt Peter Wiederkehr, Geschäftsleiter des EWW. Die Module sind gegenüber der Dachfläche nur leicht geneigt.

«Damit sichern wir während des ganzen Tages eine kontinuierliche Stromproduktion.» Mit der Jahresproduktion von rund 82 000 Kilowattstunden (kWh), können rund 22 Wohneinheiten versorgt werden. «Wenn wir ganz Wettingen mit eigenem Solarstrom versorgen wollten, wären rund 1200 solche Anlagen nötig», sagt Wiederkehr bei der Inbetriebnahme.

Verkauft wird der Solarstrom über die Ökostrombörse. Auf der Homepage des EWW befindet sich ein Link dazu. Auf der Homepage werden künftig auch die Produktionszahlen des eigenen Kraftwerks zu sehen sein.

Wirtschaftlichkeit ist Bedingung

«Wesentlich ist, dass wir uns die Wirtschaftlichkeit solcher Anlagen immer vor Augen halten», sagt Gemeindeammann Markus Dieth. Es gehe nicht darum, einfach Solarstrom zu produzieren: «Investition und Ertrag müssen in einem gesunden Verhältnis stehen.»

Investor und Betreiber der gemeindeeigenen Anlagen ist das EWW. Der Schritt zur eigenen Stromproduktion wurde bereits im kommunalen Energieleitbild formuliert.

Weitere Anlagen geplant

Die Anlage Fohrhölzli soll nur der Anfang sein. «Wir prüfen bei jedem Gemeindegebäude, ob es sich für eine Photovoltaikanlage eignet», sagt Kuster (siehe geplante Anlagen). Bereits bewilligt sind die Anlagen Margeläcker und Sportzentrum Tägi.

Die Anlage Margeläcker wird erstellt, sobald die Schulhäuser aufgestockt sind. Ende Dezember 2012 haben in Wettingen 22 private Photovoltaikanlagen 217 159 kWh Solarstrom ins EWW-Netz eingespeist.

«2013 wird die Produktion um einiges höher sein, da weitere Anlagen in Betrieb gehen», ergänzt Wiederkehr. Trotzdem bewege sich der Solarstromanlage in Wettingen im Promillebereich.

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