Die Gemeinde Würenlos hat sich in zwei Lager gespalten: Die einen stellen den pädagogischen Aspekt in den Vordergrund, die anderen den finanziellen. Das Lager, das den finanziellen Aspekt höher gewichtet, lehnt den Sanierungskredit ab. Als dessen Vertreter äussert sich SVP-Präsident Thomas Zollinger (siehe unten). Martin Brogle von der IG Chindsgi Buech 1 hält die Argumente der Befürworter einer Kindergartensanierung fest.

Ausgebrochen ist die Diskussion bereits an der Gemeindeversammlung am 5. Dezember 2013. Gemeinderätin Karin Funk hatte damals die finanziell problematische Lage der Gemeinde erläutert. Der Gemeinderat wollte mit einer Steuerfusserhöhung um 5 Prozentpunkte auf 109 Prozent Gegensteuer geben. Die Versammlung lehnte diese ab. Als anschliessend der Kredit für den Kindergarten behandelt wurde, verlangten viele Votanten, diesen abzulehnen, weil sich Würenlos diese Ausgabe nicht leisten könne. Die Versammlung genehmigte den Kredit mit 91 Ja gegen 70 Nein. Darauf ergriff die SVP das Referendum. Sie sammelte 636 gültige Unterschriften, weshalb es jetzt zur Abstimmung kommt.

Die Ansprüche an einen Kindergarten haben sich in den letzten 50 Jahren stark geändert. Der älteste Kindergarten von Würenlos mit Baujahr 1966 ist für den heutigen Unterricht zu klein und entspricht nicht mehr den Anforderungen des Kantons. Die Organisation und Durchführung der einzelnen Lern- und Spieleinheiten ist aufgrund des eingeschränkten Platzes erschwert: Es fehlt der Raum für freies Spielen, für Gruppenarbeiten, Atelier- und Werkstattunterricht. Die geplante Erweiterung um 50 m2 bringt den Kindergarten in eine vernünftige Grösse. Das ist nötig, innerhalb der Gemeinde sollen für alle Kinder die gleichen Voraussetzungen vorhanden sein. Das Gebäude ist noch intakt, die Umgebung der beiden Buech-Kindergärten für die Kinder attraktiv, darum wollen die Behörden auch sanieren und erweitern statt abreissen und neu bauen. Dies käme wesentlich teurer. Aufgrund der prognostizierten Kinderzahlen braucht die Gemeinde auch den Kindergarten Buech I in den kommenden Jahrzehnten – und zwar voll funktionstüchtig. Gatterächer, Feld und Buech müssen als drei gleichwertige Kindergartenstandorte gesichert werden. Die vorgesehene Investition ist somit nachhaltig und zweckmässig. Die bestehende Isolation des Gebäudes ist völlig ungenügend und entspricht in keiner Weise den heutigen Anforderungen. Laienhaft erstellte Wärmebilder des Referendumskomitees sind untauglich für den Wärmedämmnachweis. Boden, Wände und Decke können nicht einfach «leicht» isoliert werden, wie es der SVP vorschwebt. Der Kanton macht dem Bauherrn verbindliche Auflagen, wie heute gedämmt werden muss.Stimmen wir dem Projekt zu, können die Kinder bis zu den Sommerferien in der Schulanlage Ländli untergebracht werden. Bedingt durch die rasant steigenden Schülerzahlen ist dies bereits im nächsten Schuljahr nicht mehr möglich. Der Gemeinderat müsste bei einer späteren Sanierung für 93'000 Franken Schulcontainer hinzumieten – nicht zur Freude des Steuerzahlers!

Pro: «Sanierung ist kostenbewusst und nachhaltig»

Die Ansprüche an einen Kindergarten haben sich in den letzten 50 Jahren stark geändert. Der älteste Kindergarten von Würenlos mit Baujahr 1966 ist für den heutigen Unterricht zu klein und entspricht nicht mehr den Anforderungen des Kantons. Die Organisation und Durchführung der einzelnen Lern- und Spieleinheiten ist aufgrund des eingeschränkten Platzes erschwert: Es fehlt der Raum für freies Spielen, für Gruppenarbeiten, Atelier- und Werkstattunterricht. Die geplante Erweiterung um 50 m2 bringt den Kindergarten in eine vernünftige Grösse. Das ist nötig, innerhalb der Gemeinde sollen für alle Kinder die gleichen Voraussetzungen vorhanden sein. Das Gebäude ist noch intakt, die Umgebung der beiden Buech-Kindergärten für die Kinder attraktiv, darum wollen die Behörden auch sanieren und erweitern statt abreissen und neu bauen. Dies käme wesentlich teurer. Aufgrund der prognostizierten Kinderzahlen braucht die Gemeinde auch den Kindergarten Buech I in den kommenden Jahrzehnten – und zwar voll funktionstüchtig. Gatterächer, Feld und Buech müssen als drei gleichwertige Kindergartenstandorte gesichert werden. Die vorgesehene Investition ist somit nachhaltig und zweckmässig. Die bestehende Isolation des Gebäudes ist völlig ungenügend und entspricht in keiner Weise den heutigen Anforderungen. Laienhaft erstellte Wärmebilder des Referendumskomitees sind untauglich für den Wärmedämmnachweis. Boden, Wände und Decke können nicht einfach «leicht» isoliert werden, wie es der SVP vorschwebt. Der Kanton macht dem Bauherrn verbindliche Auflagen, wie heute gedämmt werden muss.Stimmen wir dem Projekt zu, können die Kinder bis zu den Sommerferien in der Schulanlage Ländli untergebracht werden. Bedingt durch die rasant steigenden Schülerzahlen ist dies bereits im nächsten Schuljahr nicht mehr möglich. Der Gemeinderat müsste bei einer späteren Sanierung für 93'000 Franken Schulcontainer hinzumieten – nicht zur Freude des Steuerzahlers!

Ich möchte an dieser Stelle betonen, dass es der SVP durchwegs daran gelegen ist, den Schülern und Kindergärtlern in Würenlos ein optimales Umfeld für den Unterricht bieten zu können. Mein ältester Sohn besucht ebenfalls den Kindergarten, womit ich auch persönlich ein Interesse daran habe. Nun aber beurteile ich, wie auch viele andere Bewohnerinnen und Bewohner in Würenlos, das Projekt «Buech I» nicht aus pädagogischer Sicht, sondern aus aussenstehender und finanzpolitischer Optik.Zur finanzpolitischen Optik: Würenlos hat Jahre über seine Verhältnisse gelebt, im Bereich der Infrastrukturinvestitionen wie auch bei den laufenden Ausgaben. Man meinte, sich alles leisten zu müssen, lieber ein bisschen mehr als weniger. Die Schule trägt dabei auch ein Mitverschulden. So sind wir heute an einem Punkt angelangt, der nach strukturellen und klaren Anpassungen in unseren Finanzen verlangt. Offenbar scheint die Botschaft noch nicht überall angekommen zu sein. Würenlos ist, was die Nettoverschuldung pro Kopf angeht, mittlerweile in den Top Ten der Gemeinden im Kanton Aargau angelangt. Ein Blick auf die anstehenden Investitionen, Begehrlichkeiten und möglicherweise auch versteckten, noch nicht bekannten Infrastrukturinvestitionen drängt uns dazu, sparsam zu sein. Aus der aussenstehenden Optik ist es schlicht nicht nachvollziehbar, weshalb ein intakter Kindergarten mit grosszügigen Raumverhältnissen und erstklassiger Aussenanlage einer Komplettsanierung unterzogen werden muss. Die Fakten: Kürzliche Untersuchungen haben ergeben, dass der Kindergarten nicht baufällig, das Asbest im Dach kontaktgeschützt verarbeitet ist und, der Ölverbrauch im Normalbereich liegt, was für eine intakte Isolierung spricht. Kleinere bauliche Veränderungen sind ohne grosse finanzielle Aufwendungen möglich. Im Vergleich mit umliegenden Gemeinden fällt der Ausbaustandard des Kindergartens Buech I nicht ab, sondern scheint sich eher im Mittelfeld anzusiedeln. Für Lehrpersonen bleibt Würenlos mit all seinen Kindergärten eine gute Wahl.

Contra: «Sanierungsprojekt ist nicht nachvollziehbar»

Ich möchte an dieser Stelle betonen, dass es der SVP durchwegs daran gelegen ist, den Schülern und Kindergärtlern in Würenlos ein optimales Umfeld für den Unterricht bieten zu können. Mein ältester Sohn besucht ebenfalls den Kindergarten, womit ich auch persönlich ein Interesse daran habe. Nun aber beurteile ich, wie auch viele andere Bewohnerinnen und Bewohner in Würenlos, das Projekt «Buech I» nicht aus pädagogischer Sicht, sondern aus aussenstehender und finanzpolitischer Optik.Zur finanzpolitischen Optik: Würenlos hat Jahre über seine Verhältnisse gelebt, im Bereich der Infrastrukturinvestitionen wie auch bei den laufenden Ausgaben. Man meinte, sich alles leisten zu müssen, lieber ein bisschen mehr als weniger. Die Schule trägt dabei auch ein Mitverschulden. So sind wir heute an einem Punkt angelangt, der nach strukturellen und klaren Anpassungen in unseren Finanzen verlangt. Offenbar scheint die Botschaft noch nicht überall angekommen zu sein. Würenlos ist, was die Nettoverschuldung pro Kopf angeht, mittlerweile in den Top Ten der Gemeinden im Kanton Aargau angelangt. Ein Blick auf die anstehenden Investitionen, Begehrlichkeiten und möglicherweise auch versteckten, noch nicht bekannten Infrastrukturinvestitionen drängt uns dazu, sparsam zu sein. Aus der aussenstehenden Optik ist es schlicht nicht nachvollziehbar, weshalb ein intakter Kindergarten mit grosszügigen Raumverhältnissen und erstklassiger Aussenanlage einer Komplettsanierung unterzogen werden muss. Die Fakten: Kürzliche Untersuchungen haben ergeben, dass der Kindergarten nicht baufällig, das Asbest im Dach kontaktgeschützt verarbeitet ist und, der Ölverbrauch im Normalbereich liegt, was für eine intakte Isolierung spricht. Kleinere bauliche Veränderungen sind ohne grosse finanzielle Aufwendungen möglich. Im Vergleich mit umliegenden Gemeinden fällt der Ausbaustandard des Kindergartens Buech I nicht ab, sondern scheint sich eher im Mittelfeld anzusiedeln. Für Lehrpersonen bleibt Würenlos mit all seinen Kindergärten eine gute Wahl.