Wettingen
Das Duo Oropax richtete im Gartenbad Tägi ein Chaostheater an

Mit der neuen Wassershow «Pool-Position» veranstaltete das Comedy-Duo Oropax im Gartenbad Wettingen sein Chaostheater und nicht nur die Zuschauer in der ersten Reihe wurden nass.

Ursula Burgherr
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Das Duo Oropax richtete im Gartenbad Tägi ein Chaostheater an
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Das Duo Oropax richtete im Gartenbad Tägi ein Chaostheater an

Aargauer Zeitung

Das deutschsprachige Publikum lacht Tränen über die verbalen Kapriolen, den grotesken Humor und die halsbrecherischen Einlagen der Brüder Volker und Thomas Martins aus Freiburg im Breisgau. Die liessen sich 10 Minuten vor der Show in Wettingen noch seelenruhig interviewen, was bei den meisten Bühnenkünstlern wegen des Lampenfiebers unmöglich ist.

Volker dazu trocken: «Wir sind eben keine Künstler sondern eine Karikatur unserer selbst.»

Wie sich das Happening im Gartenbad des Tägi abspielen würde, wussten sie noch nicht genau. «Die meisten Gags entstehen spontan während des Auftritts», erzählte Thomas und umschrieb den Inhalt von «Pool-Position» als «überraschend sinnlos».

Volker Martins erntete die ersten Lacher, als er im Pool mit Plastikmobil und rotem Stöckelschuh auf dem Kopf vorfuhr. Sein Bruder rollte sich derweil in einem riesigen durchsichtigen Wasserball und kurzem Baderöckchen durchs Nass als «einzige Frau, welche die Fruchtblase Aussen trägt».

Die Zwei sind total schräg. Thomas spielte den Bademeister und hielt dem fast ertrinkenden Volker am Rande des Bassins einen Rettich hin mit den Worten: «Halten Sie sich fest, dann rett-ich Sie.» Viel Körpereinsatz forderte sich das Duo infernale ab.

Ob der eine mit Skiern die Kinderrutschbahn hinabsauste oder der andere vom Sprungturm mit Getöse im Wasser landete, Action nonstop und Wortsalven im Stakkato waren angesagt.

Die brachiale Reanimation von Thomas beim scheinbar im Koma liegenden Volker: Lungen auspumpen, Zigarettenrauch reinblasen und - als alles nichts nützte - einige Kübel Wasser über den Kopf. Das Publikum brüllte.

Mikrofonpannen, ständig vorbeifahrende Züge oder eine Ente im Überflug wurden nahtlos ins turbulente Geschehen integriert. Bekannte Figuren aus früheren Programmen tauchten auf. So der Mönch oder eine ziemlich ausgeflippte Version des gekreuzigten Jesus (alias Thomas mit den Worten: «Muss ich eigentlich noch lange hier rumhängen? Das geht ganz schön ins Kreuz!»).

Auch der Wettinger Gemeinderat in der ersten Reihe bekam sein Fett weg. Am Schluss der Show wurde auf einer riesigen rotgelben Plastikinsel feierlich die Weinflasche entkorkt; mit dem Schlagbohrer. Und die Milch für den Kaffee von Thomas aufgeschäumt; durch die Nasenlöcher. Oropax macht vor nichts Halt.