Wettingen

Das Elektrizitätswerk Wettingen wird eine Aktiengesellschaft

Das Wasser der neu gefassten Quelle Dünnbrunnen fliesst durch einen Messkeil. DM

Das Wasser der neu gefassten Quelle Dünnbrunnen fliesst durch einen Messkeil. DM

Das Elektrizitäts- und Wasserwerk Wettingen is tin den letzten Jahrzehnten extrem gewachsen. Nun folgt ein nächster grosser Schritt: Das Werk soll als Aktiengesellschaft verselbstständigt werden.

Das Elektrizitäts- und Wasserwerk Wettingen (EWW) ist eine Verwaltungsabteilung der Einwohnergemeinde. In den letzten Jahrzehnten extrem gewachsen, entwickelte es sich zur unselbstständigen öffentlich-rechtlichen Anstalt der Gemeinde. Diese Struktur widerspricht den gesetzlichen Vorgaben und passt nicht mehr zu den steigenden Anforderungen in einem liberalisierten Strommarkt.

Bis zum Jahr 2013 führte das EWW eine eigene Rechnung. «Im Aargau kennen wir die Rechtsform der selbstständigen Anstalt nicht», sagt Markus Urech, Chef des kantonalen Gemeindeinspektorates. Deshalb verlangte der Kanton, dass die Rechnung des EWW in diejenige der Einwohnergemeinde integriert wird.

«Mit der Rechnung 2014 und der Umstellung auf das Harmonisierte Rechnungsmodell 2 wurden die Umsatzzahlen in die Rechnung Einwohnergemeinde integriert», sagt Urech und fährt fort: «Eine vollständige Konsolidierung wäre angesichts der Grösse des EWW sehr aufwendig und vom Gesetz her auch nicht vorgeschrieben. Wettingen beabsichtigt, das EWW in eine Aktiengesellschaft zu überführen.»

Bereits hat der Gemeinderat die ersten Schritte dafür eingeleitet. Gemeinderat Roland Kuster, zuständig für das EWW, begrüsst die Trennung von der Verwaltung, denn: «Mit den guten Zahlen des EWW würde die Rechnung der Einwohnergemeinde verwässert.»

Er ist überzeugt, dass das Vorhaben erfolgreich abgeschlossen werden kann. Unterstützt wird der Gemeinderat von einer Begleitkommission, aus den Einwohnerratsfraktionen. «Die geplante Aktiengesellschaft wird zu 100 Prozent der Gemeinde gehören», sagt Kuster.

Im kommenden Jahr soll dem Einwohnerrat eine Vorlage zum Thema unterbreitet werden. Der erste Versuch, das EWW in eine Aktiengesellschaft zu überführen, ist vor rund 12 Jahren an der Urne gescheitert. Damals wurde unter anderem kritisiert, dass die Gemeinde plante, einen Teil der Aktien an Dritte zu verkaufen. Die Wettinger wollten aber ihr EWW behalten.

Baustellen prägen in den letzten und im kommenden Jahr die Tätigkeit des EWW: Für fast 13 Millionen wird die Wasserversorgung modernisiert: Das EWW ist am Bau des Grundwasserpumpwerks Tägerhardwald beteiligt, saniert die Lägernquellen und baut im Gebiet Birch ein Reservoir. «Wir sind zufrieden, alle Projekte sind auf Kurs», sagt Gemeinderat Kuster.

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