Neue Ortsdurchfahrt
Das erste Fest seit 9 Jahren: Freienwil feierte 3 Tage lang durch

Drei Tage lang feierte das Dorf die neue Ortsdurchfahrt. Es war das erste grosse Fest seit neun Jahren. Aber auch die Fahrenden am Dorfrand gaben zu reden.

Daniel Vizentini
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Das Dorffest in Freienwil
28 Bilder
Verschiedene Handarbeiten konnte kam ergattern
Vizemammann Martin Burger
So sieht die neue Ortsdurchfahrt aus
Rolf Meier, Leiter Abteilung Tiefbau beim Kanton, im Gespr+ñch mit dem Badener Stadtammann Geri M++ller
Rolf Meier, Leiter Abteilung Tiefbau beim Kanton
Spezielle +ûle oder Tees
Mittagessen am Dorffest
Intelligente Spielsachen
Freienwil mit seinen sch+Ânen G+ñrten bleibt ein Bijou in der Region
Gemeindeammann Robert M++ller
Markus Birchmeier, Gesch+ñftsf++hrer der verantwortlichen Baufirma Birchmeier
Gemeindeammann Robert M++ller ++bergibt Polier Peter Schoch das alte Stoppschild
Freienwil lebt und bewegt
Dorfvereine wie die Spielgruppe waren nat++rlich auch vertreten
Doch einige Bewohner kamen an die Er+Âffnung am Samstagmorgen
Die neue Kreuzung vereint die Dorfteile Ost und West harmonischer
Die neue Ortsdurchfahrt samt B+ñumen auf der Verkehrsinsel
Die verantwortlichen schneiden das Band durch, die Strasse ist offiziell er+Âffnet
Die Musikgesellschaft Ehrendingen spielte zwischen den Ansprachen
Die teils humorvollen Ansprachen ernteten Applaus
Bei den Beizen waren die Freienwiler kreativ
Der Markt am Samstag zog einige Bewohner an
Das Stoppschild bei der Kreuzung ist neu weg
Am Markt gab es viele Dinge, die man nicht ++berall findet
Am Markt am Samstag gabs einiges zu bestaunen
Das Dorffest war ein voller Erfolg
Das Dorf gab sich sichlich grosse M++he f++rs Fest

Das Dorffest in Freienwil

Daniel Vizentini

Es sind zweifellos aufregende Tage, die Freienwil gerade erlebt. Nach anderthalb Jahren Bauzeit wird die neue, seit Jahrzehnten ersehnte Ortsdurchfahrt eröffnet. Als Feier gibts dafür das erste grosse Dorffest seit neun Jahren. Und ausgerechnet diese Woche schlugen Fahrende mit rund 30 Wohnmobilen am östlichen Dorfrand ihr Lager auf.

Im kleinen Dorf mit knapp 1000 Einwohnern ist dies zweifellos ein Thema. So konnte es sich Gemeindeammann Robert Müller (SVP) auch nicht verkneifen, zu Beginn seiner Rede bei der Eröffnung der Ortsdurchfahrt die einen oder anderen Sticheleien von sich zu geben: «Schön, sind so viele an die Einweihung gekommen. Ich hätte nur nicht gedacht, dass so viele mit dem Wohnmobil anreisen.» Und weiter: «Ich halte meine Rede kurz, denn ich bin nachher an eine Hochzeit eingeladen. Ich hoffe, ihr versteht.» Gemeint war die Hochzeit, die die Fahrenden diesen Monat feiern wollen.

Gelacht haben nur wenige. Geschätzte 40 Personen waren zum Einweihungsakt der neuen Durchfahrt gekommen, darunter auch der Badener Stadtammann Geri Müller. Dass die 700 Meter Strasse für Freienwil eine grosse Bedeutung haben, ist offensichtlich. Hochwasserschutz (der Maasbach wurde verlegt), neue Leitungen (darunter Glasfaserkabel und Anschlüsse für mögliche künftige Anwohner), Verkehrsberuhigung samt Bäumen in der Strassenmitte, ein speziell lärmreduzierender Strassenbelag – die Liste der Neuigkeiten kann sich sehen lassen. Am wichtigsten aber dürfte der gestalterische Aspekt sein: Man wollte die Dorfteile West und Ost verbinden und dem Dorfkern ein Gesicht geben, sagte der Gemeindeammann, der selber Architekt ist.

Kleine Revolution für die Autofahrer

Die neue, schmälere Ortsdurchfahrt ermögliche nun auch das Projekt Mitte samt Verlängerung der Eintracht mit Einbau eines neuen Dorfladens. Für die Autofahrer hingegen wird wohl der wegfallende Stopp an der Strassenkreuzung wie eine kleine Revolution anmuten. Das alte Schild schenkte Gemeindeammann Robert Müller in einer humorvollen Aktion dem Polier bei der verantwortlichen Baufirma, Peter Schoch.
Am ersten Arbeitstag sei dieser nämlich wegen eines Rollstopps an der Stelle gebüsst worden. «Einen Stopp, der einen nervt, wegradieren – das sind Bubenträume, die in Erfüllung gehen», scherzte später Markus Birchmeier, der Geschäftsführer der gleichnamigen Baufirma.

So viel zum Politischen. Für die Freienwiler wirklich wichtig war an diesem Wochenende aber das Dorffest: Mit sichtlich grossem Engagement der Bevölkerung wurde ein dreitägiges Fest gestemmt mit allem, was dazugehört: Kreative Beizen, unzählige Konzerte, ein kleiner Lunapark, Tombola, Marionettentheater, Clownshows, Tanzaufführungen, ein Umzug und ein Sprintrennen.
Ein grosszügiger, sehr vielfältiger Strassenmarkt entlang der Dorfstrasse lud am Samstag auch zum Einkaufen von kleinen Dingen ein, die man sonst nicht überall findet. Tessiner Polenta oder Risotto etwa, oder schöne Töpfe, intelligente Spielsachen, von Hand genähte Babykleider und andere Accessoires – um nur ein paar Beispiele zu nennen. Freienwil kann grosse Dinge stemmen und überwinden, wenn es will.

Und die Fahrenden?

In dem Sinn zurück zu den Fahrenden. Kamen sie ans Fest? «Ich glaube, es ist besser für sie, wenn sie nicht kommen», sagte eine Frau am Samstag. Viele Bewohner wüssten nämlich nicht, wie sie damit umgehen sollten. «Wir haben zum Beispiel unsere Fahrräder diese Woche von draussen in die Garage gestellt. Ich weiss, es ist blöd und es wäre vielleicht gar nicht nötig. Aber man hat trotzdem Bedenken.»

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