Baden

Das erwarten Badener Persönlichkeiten von Stadtammann Geri Müller

Wird gefordert sein: Von Geri Müller wird viel erwartet, das Vertrauen hat er bereits

Wird gefordert sein: Von Geri Müller wird viel erwartet, das Vertrauen hat er bereits

Stephan Attiger geht, Geri Müller kommt: Baden hat einen neuen Stadtammann und will nach vorne blicken. Eine Umfrage unter Badener Persönlichkeiten zeigt: Das Vertrauen ist da und die Erwartungen sind hoch.

Nach der Wahlschlacht blickt Baden wieder nach vorne. Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Bildung, Kultur und Gesundheit äussern sich zur neuen Konstellation im Stadtrat.

Ein demokratischer Entscheid

Mehrmals wird betont, dass der demokratische Entscheid zu respektieren sei. Die ABB-Pressestelle liess sich wie folgt vernehmen:

«Die Stadtregierung wurde von den Badener Stimmberechtigten gewählt, und es liegt nicht an ABB, die neue Zusammensetzung zu kommentieren. Wie an anderen ABB-Standorten auch werden wir mit der neuen Stadtregierung einen engen Kontakt pflegen.»

Er hege keine Bedenken, sagt Benno Zehnder, Verwaltungsratspräsident der Verenahof AG und Botta-Bad-Initiant: «Geri Müller hat sich positiv zum neuen Thermalbad geäussert und wird unsere Bemühungen weiterhin unterstützen.»

Müller habe ihm schon einmal speditiv den Kontakt zum Regierungsrat eingefädelt, so Zehnder. Auch Ruth Müri schätzt er als fähige Stadträtin ein.

Der Sachpolitik verpflichtet

«Wir haben die bürgerlichen Kandidaten unterstützt, aber die Wahl von Geri Müller ist kein Schock, denn ein ultra-knapper Ausgang hat sich abgezeichnet», sagt Michael Wicki, Vorstand des Handels- und Gewerbeverbandes city com baden.

Überraschend sei eher das gute Abschneiden von Ruth Müri. «Müller und die links-grüne Mehrheit im Stadtrat sind nun in der Pflicht, das Versprechen zu halten, den Wirtschaftsstandort Baden nicht zu bremsen.

Eigentlich habe ich Vertrauen in Müller, denn ich kenne ihn nicht als extremen Politiker. Er ist eher der Sachpolitik verpflichtet. Wegweisend ist, ob die neue Regierung den Baldeggtunnel unterstützt, den wir als sehr wichtig für Baden erachten.»

«Ich hätte mit beiden Kandidaten gut leben können», sagt Carmen Wanner, Geschäftsführerin des Hotels Restaurant Linde.

«Dass Geri Müller gewählt wurde, ist vielleicht eine Chance für unsere Stadt, das gibt möglicherweise frischen Wind.» Baden würde sich wehren, falls es unter der rot-grünen Regierung extreme Tendenzen geben sollte, so Wanner.

Freude bei «Kultur und Bildung»

«Es freut mich, dass Geri Müller gewählt wurde und dass wir nun eine links-grüne Mehrheit im Stadtrat haben», sagt Hans Rudolf Stauffacher, Rektor der Kantonsschule Baden.

«Die Wahl von Müller und von Ruth Müri zeigt, dass die Badener Bevölkerung städtisch und weltoffen denkt.» Er sei gespannt auf die neuen Akzente, die der Stadtrat gerade auch in Bildungsfragen setzen werde.

«Die dringend nötigen Investitionen in den Schulraum wären aber gewiss auch unter einem anderen Stadtammann zu einem wichtigen Thema geworden», ist Stauffacher überzeugt.

Barbara Riecke, künstlerische Leiterin des Kurtheaters, sagt: «Ich habe grosses Vertrauen in die Badener Bevölkerung.

Sie hat uns bei der Kurtheater-Abstimmung grossen Zuspruch gegeben – ich gehe darum davon aus, dass sie auch bei den Stadtammann- und Stadtratswahlen richtig entschieden hat. Das Ergebnis ist mir sympathisch. Wir hatten bereits in den letzten Jahren sehr gute Rahmenbedingungen.» Sie erwartet keine grossen Veränderungen.

Neuer Regierung Chance geben

«Ich bin nicht überrascht über die Wahl von Ruth Müri», sagt Hendrix Ackle, Musiker. Wenn auch die Wahl von Geri Müller eher überraschend sei, erstaunt sei er über den Ausgang des zweiten Wahlgangs nicht, sagt Ackle. «Wenn auch Geri etwas streitbar ist, so traue ich ihm einiges zu.»

Ackle hätte Markus Schneider die besseren Chancen eingeräumt als Roger Huber. «Ich bin aber sehr erfreut über den Wahlausgang und die rot-grüne Mehrheit», fügt Ackle an.

Marc Pfirter, Direktor des Regionalen Pflegezentrums: «Ich erwarte keine Änderungen, die direkt Einfluss auf Institutionen wie das RPB haben könnten, weil diese im Rahmen des Pflegegesetzes an ein Regulativ gebunden sind, wie es die kommunale Politik auch ist.»

Pfirter kann sich jedoch vorstellen, dass mit dieser Zusammensetzung sozialpolitische Themen im Stellenwert vielleicht etwas höher zu liegen kämen. «Ich bin jedenfalls überzeugt, dass auch mit neuer Spitze der Stadtrat einen guten Job machen wird», sagt Pfirter.

«Die Stadtcasino Baden-Gruppe hat keine Berührungsängste und geht davon aus, dass die Erfolgsgeschichte auch mit dem neu zusammengesetzten Badener Stadtrat fortgesetzt werden kann», sagt Peter Blöchlinger Verwaltungsratspräsident der Stadtcasino Baden AG.

Im Umgang mit dem Casino müsse man sich darüber im Klaren sein, dass es nicht nur darum gehe, das immer noch umsatzstärkste Schweizer Casino verantwortungsvoll und sozialverträglich zu betreiben, sondern dass weitere fünf Gesellschaften zu dieser Gruppe gehören, die ein Parkhaus, das Au-Premier-Restaurant, das Casino-Restaurant, Restauration im Spielcasino, das Kongresszentrum Trafo und ein Cateringunternehmen betreiben.

«Wir sind davon überzeugt, dass die sehr gute Zusammenarbeit mit dem Stadtrat weitergeführt werden kann», schliesst Blöchlinger.

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