Baden

Das Fahrverbotsschild an der Schartenstrasse erhitzt die Gemüter

Dieses Fahrverbotsschild löst Diskussionen aus. Erina Allmendinger

Dieses Fahrverbotsschild löst Diskussionen aus. Erina Allmendinger

Viele Autolenker kritisieren das Fahrverbotsschild an der Schartenstrasse in Baden. Es sei nicht gut sichtbar. Die Autofahrer werfen der Stadtpolizei Abzockerei vor. Dabei wurde das Verbot gar nicht von ihr verhängt.

Das Fahrverbot an der Schartenstrasse sorgt für Diskussionen. Die Aargauer Zeitung berichtete von einem Autofahrer aus Schaffhausen, der eine 100-Franken-Busse erhalten hat. Er war an einem Sonntag von Ennetbaden her in die Schartenstrasse gefahren. Die Durchfahrt ist an Wochentagen zwischen 20 und 6 Uhr und an Sonntagen ganztäglich verboten. Der gebüsste Autofahrer bemängelt, das Verbotsschild sei nicht gut sichtbar. Die Polizei weist die Vorwürfe zurück.

Weitere Lenker erheben Vorwürfe

Jetzt melden sich weitere Autolenker, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben. «Die Verbotstafel ist in der Tat verkehrsgefährdend: Viel zu gross und trotzdem nicht richtig wahrnehmbar und zu hoch angebracht; zudem ist der Text absolut nicht lesbar – schon gar nicht, wenn man Auto fährt», schreibt ein Autofahrer aus Wettingen in einem Leserbrief.

Eine Lenkerin aus Kleindöttingen ist gleicher Ansicht: «Es ist unmöglich, dieses Verbotsschild rechtzeitig zu beachten, da man sich auf die ganze Verkehrssituation konzentrieren muss.»

Ein Verkehrsteilnehmer aus Würenlos hält Verbesserungsvorschläge bereit: Zu Fahrverbotszeiten könnten Halbbarrieren oder Poller eingesetzt werden. Vor Kurzem sei die Einfahrt in Wettingen halbseitig mit einem Gitter abgesperrt worden, da die Verbotstafel defekt war. «Als schöner Nebeneffekt konnte man dabei feststellen, dass der öffentliche Verkehr ohne Probleme weiterrollte», schreibt der Lenker in einem Brief an die az. Er fordert die Verantwortlichen auf, seinen Vorschlag zu prüfen. «Ansonsten der Verdacht einer lukrativen Geldquelle, sprich Bussenfalle, nicht mehr von der Hand zu weisen wäre.»

Gibt keine andere Lösung

«Das Aufstellen von Pollern wäre zu teuer. Ausserdem wäre der Aufwand zu gross, da für die Anwohner der Schartenstrasse und für Lieferanten das Fahrverbot nicht gilt», sagt Max Romann, Kommandant-Stellvertreter der Stadtpolizei Baden. Das Verschieben der Fahrverbotstafel sei aufgrund der Grösse der Tafel nicht möglich. Den Vorwurf der Abzockerei weist er zurück. Das Fahrverbot war ein Bundesgerichtsentscheid. Die Anwohner hatten sich über den starken Verkehr beschwert. «Wir führen das Verbot aus und überwachen es. Wir müssen das machen.» Hat ein Autolenker beim Erblicken der Tafel bereits eingespurt, könne er die Spur zwar nicht mehr wechseln, er könne jedoch ein Stück in die Schartenstrasse fahren und dort wenden.

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