Baden/Wettingen
Das Familienzentrum Karussell darf wieder hoffen

Der Gemeinderat Wettingen hat das überarbeitete Budget des «Karussells» bewilligt. Als Nächstes entscheidet der Einwohnerrat über den Antrag.

Stefanie Suter
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Margaritha Muelli (Vorstandspräsidentin Familienzentrum Karussell, links) und Betriebsleiterin Kathie Wiederkehr. Stefanie Suter

Margaritha Muelli (Vorstandspräsidentin Familienzentrum Karussell, links) und Betriebsleiterin Kathie Wiederkehr. Stefanie Suter

Das Familienzentrum Karussell in Baden kommt Schritt für Schritt dem Ziel näher, sein Angebot auszubauen und zu professionalisieren. Dies sei nötig, um die Zukunft des Zentrums zu sichern, hiess es letzten Sommer. Dazu sind neue Räume und eine langfristig sichergestellte Finanzierung nötig. Die geeigneten Räumlichkeiten hat das «Karussell» an der Haselstrasse 6 bereits gefunden. Eigentümer ist der Gemeinnützige Frauenverein Baden. Nun geht es auch in Sachen Finanzierung Schritt für Schritt vorwärts.

Während der Badener Stadtrat Ende Februar den Finanzierungsantrag von 200 000 Franken bewilligte, lehnte der Gemeinderat Wettingen den jährlichen Betriebskostenanteil von 100 000 Franken Ende März ab (az vom 29.3.). Eine Erhöhung um 1000 Prozent komme nicht infrage, lautete die Begründung damals: «Der Gemeinderat ist aber gerne bereit, mit dem Vorstand des Familienzentrums über ein angepasstes Konzept zu diskutieren.»

Betriebsbeitrag wurde halbiert

Anfang April präsentierten die Vorstandspräsidentin des Familienzentrums Margaritha Muelli und die Betriebsleiterin Kathie Wiederkehr ein überarbeitetes Budget. Der jährliche Wettinger Betriebsbeitrag wurde um die Hälfte auf 50 000 Franken und der einmalige Investitionsbeitrag von 50 000 Franken auf 20 000 Franken gekürzt. Die Pilotphase beträgt nun zwei Jahre – ursprünglich waren vier Jahre vorgesehen. Der Gemeinderat stimmte dem angepassten Konzept zu. Am 26. Juni wird der Einwohnerrat über den Finanzierungsantrag entscheiden.

«Margaritha Muelli und Kathie Wiederkehr konnten uns mit ihrer Argumentation überzeugen», sagt Gemeinderätin Yvonne Feri. Die beiden Frauen hätten darlegen können, dass sich ihre Arbeit von anderen Angeboten, wie beispielsweise der regionalen Mütter- und Väterberatung, unterscheidet: «Das Familienzentrum bietet umfassende Informationen und Angebote in den verschiedensten Bereichen, während sich die Mütter- und Väterberatung vor allem auf Themen wie Gesundheit und Erziehung konzentriert.» Zudem biete das «Karussell» auch Kurse an, wie zum Beispiel «Starke Eltern – starke Kinder». «Und man spürte ihr Herzblut und ihre Bemühungen, ein schlankes Budget zu präsentieren, dem wir zustimmen können», sagt Feri.

«Karussell» atmet auf

Vonseiten des Familienzentrums ist die Erleichterung über den positiven Beschluss des Gemeinderates zu spüren: «Dieser Entscheid ist für uns substanziell», sagt Margaritha Muelli, «ohne Wettingen ist die Fortführung des Familienzentrums nicht möglich». Und sie ergänzt: «Wir sind sehr dankbar, dass der Gemeinderat sich nochmals Zeit nahm und uns die Möglichkeit gab, ein überarbeitetes Projekt vorzustellen.» Das reduzierte Budget sei zwar nicht optimal, aber es erlaube, weiterhin positiv in die Zukunft zu blicken: «Wir sind froh, wenn wir Schritt für Schritt vorwärts kommen.»

Die Überarbeitung des Konzepts hat Konsequenzen auf den bereits gefällten Entscheid des Stadtrates, den jährlichen Beitrag von 200 000 Franken zu genehmigen: Die Stadträte werden am Montag über das angepasste Budget befinden.

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