Animationsfilm

Das Fantoche-Festival in neun Punkten erklärt

Fantoche Agenda

Fantoche Agenda

Gastland am 18. internationale Festival für Animationsfilm «Fantoche» ist Dänemark, Themenschwerpunkt Heldinnen jeglicher Couleur.

1. Wer sich nicht für einen Film entscheiden kann

In den Kategorien «Internationaler Wettbewerb», «Schweizer Wettbewerb», Kinderfilm-Wettbewerb» und «hors concours» zeigt das «Fantoche» mehrere Kurzfilme. Die Filme sind sehr unterschiedlich, weshalb es in jedem Block meist für jeden Geschmack etwas dabeihat. Wobei der «hors concours» weniger experimentelle und gewagte, sondern narrativere und politisierende Filme zeigt. Die Wettbewerbe eignen sich für Fantoche-Anfänger bestens.

2. Wer in einen längeren Film eintauchen möchte

Das Fantoche fragte, die Community wählte: In der Auswahl der «After Lockdown Pleasures» kommen sieben Lieblinge aus früheren Fantoche-Programmen wie «La Tortue Rouge» oder «Next Door Spy» dieses Jahr wieder ins Programm. Unter den aktuellen elf Langfilmen ist «Calamity, une enfance de Martha Jane Cannary». Der Film erzählt, wie aus dem Mädchen Martha Jane jene Calamity Jane wurde, die als eine der wenigen Heldinnen in die Geschichte des Wilden Westens einging.

3. Wer Lust auf einen Serienmarathon hat

Am Sonntag können Serienfans von morgens um 10 bis abends nach 21 Uhr sich auf der Grossleinwand eine Serie nach der anderen ansehen. Darunter «DC Super Hero Girls», «Powerpuff Girls» oder «Culottées».

4. Das ist der älteste, erhaltene animierte Langfilm

Aus dem Jahr 1926 stammt Lotte Reinigers «Die Abenteuer des Prinzen Achmed». Zum Leben erweckte Scherenschnitte entführen das Publikum in die Welt von «Tausendundeiner Nacht» und erzählen die Geschichte des Prinzen Achmed, eines bösen Zauberers und der wunderschönen Frauen Prinzessin Dinarsade und Pari Banu.

5. Das sind die Fantoche-Heldinnen

Im Heldinnen-Schwerpunkt zeigen drei Langfilme und drei von Eliška Děcká und den Frauen vom Wiener Tricky Women Festival kuratierte Kurzfilmprogramme reale und fantastische Frauenfiguren und ihre animierten Abenteuer. Zu den Heldinnen gehört auch die Animationspionierin Lotte Reiniger. Und: Das Festivalkernteam, die Mehrheit des Vorstands und des Selektionsteams ist weiblich. Der Internationale und der Schweizer Wettbewerb werden von reinen Frauen-Jurys bewertet.

6. So feiert das Fantoche sein Jubiläum

Vor 25 Jahren fand das erste Fantoche statt, zuerst im Zweijahres-, dann im Einjahresrhythmus. Das Jubiläum feiert das Fantoche mit drei speziellen Programmpunkten. Neben dem Serienmarathon können vor allem Familien im Fünfliber-Kino die drei speziellsten Langfilme der diesjährigen Auswahl für einen Sonderpreis sehen. In «Retrospectives» zeigt das Festival eine Kurzfilmauswahl von Animationspionierin Lotte Reiniger.

7. Hier schlägt das Herz des Festivals

Mitten im Merker-Areal an der Bruggerstrasse 37 befindet sich das Festivalzentrum mit der Ticketverkaufsstelle und dem Infostand. Hier ist auch das Programmheft erhältlich, das den grossen Überblick liefert. Filme, die mit einem grünen Punkt gekennzeichnet sind, eignen sich auch für die jüngsten Kinobesucher, rot ist für die Jugendlichen und blau bedeutet, dass der Film nicht jugendfrei ist. Neben dem Festivalzentrum befindet sich auch der Souvenirshop.

8. Das bietet das Fantoche ausserhalb der Kinosäle

In diesem Jahr ist das Rahmenprogramm wegen Corona etwas abgespeckt. Was aber stattfindet: der tägliche Artistbrunch in der «Rampe», «Animation Multimedial» in der Stanzerei und der Workshop «Edit-a-thon», in dem gelehrt wird, Wikipedia-Einträge für Filmemacherinnen zu generieren, hochzuladen und den Frauenanteil auf der Plattform so zu erhöhen. Der Kunstraum Baden zeigt Lotte Reinigers Film «Papageno» von 1935 sowie Originale aus ihrer Werkstatt. In der Wettinger Galerie im Gluri Suter Huus zeigen Schweizer Künstler, wie viel Helden in einer modernen Welt noch zu tun hätten. Auch für das Fachpublikum bietet das Fantoche wieder zehn Veranstaltungen an, darunter «Industry Breakfast» oder «Meet the Scriptwriters».

9. Das sind die Coronamassnahmen

Es gilt eine dringende Maskenempfehlung und jeweils einen Sitz Abstand zwischen den Besuchergruppen in den Kinosälen. Desinfektionsmittel steht bereit, die Kontaktdaten jedes Besuchers werden aufgenommen und nach 14 Tagen wieder gelöscht. Es wird zudem dringend empfohlen, Tickets im Voraus online zu buchen und die 30-minütige Einlasszeit zu nutzen, um Menschenansammlungen zu vermeiden.

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