Fantoche
Das Fantoche ist eine Zapfsäule für Fantasie

Am Dienstag wurde das 10. Internationale Festival für Animationsfilm im Kultur- und Kongresszentrum Trafo eröffnet. Die Wurzeln des Fantoche reichen aber schon 17 Jahre zurück.

Elisabeth Feller
Drucken
Teilen

«Schön, dass Sie wieder dabei sind»: Diese Worte waren gestern Abend sehr oft im vollen Kultur- und Kongresszentrum Trafo zu hören. Kein Wunder, lockte doch Fantoche, das Schweizer Aushängeschild des Animationsfilms. Obgleich schon 17 Jahre alt, feiert das Festival in diesem Jahr erst sein 10-Jahr-Jubiläum.

Warum? 1999 war es in eine Krise gerutscht, weshalb das Festival 2001 annulliert wurde. Seither fliegt Fantoche jedoch stetig höher – und das nicht mehr im Zwei-, sondern im Jahresrhythmus. Anders als Ikarus verbrennt es sich dabei nicht einmal die Flügel. Die Krise ist längst eine Fussnote. Aber ein Blick in die Kindheit von Fantoche – eine Wortschöpfung aus Fantasie und Phantom – durfte gestern Abend sein.

Fabienne Hadorn, musikalisch begleitet von Gustavo Nanez, moderierte einen Anlass, der wie ein Bühnenstück aufgebaut war. Vordringliche Frage: Was passt zu einem Schweizer Festival wie Fantoche? Das Schweizer Heidi. Also zog sich Hadorn kurzerhand ein rotes Kleid über und empfing so als Heidi ihre Gäste auf der Bühne. Etwa den Fantoche-Mitbegründer Frank Braun, aber auch Hans Ulrich Glarner, Leiter Abteilung Kultur des Kantons Aargau.

Er sei kein Animationsfilm-Kenner, bekannte Glarner, umso mehr setzten sich aber einzelne Filme im Gedächtnis fest. «Es braucht ein Festival wie Fantoche in einem Kanton, in dem sich gesellschaftliche Veränderungen markant abbilden», betonte Glarner und brachte seine Einschätzung so auf den Punkt. «Fantoche ist eine Zapfsäule für Fantasie». Nicht von Fantasie sprach Patrick Nöthiger, Leiter Kultur der Stadt Baden: «Kultur ist Verschwendung – zum Glück.» Verschwendung wiederum ist nicht die Sache einer Bank. Aber die NAB (Neue Aargauer Bank) ist seit 2007 Festivalsponsor und Presenting Partner.

Peter Bissig, Regionalleiter, erwähnte den Filmemacher Fabio Friedli, der 2011 in der Kategorie Best Swiss gewonnen hatte und dazu noch vom Publikum ausgezeichnet wurde. Bissig: «Das hat uns animiert, einen eigenen Animationsfilm für den Newcomer-Werbespot zu beauftragen. Dieser wird am Festival gezeigt.» Auf so viel Animation zu Beginn des Animationsfilm-Festivals reagierte das Publikum mit Applaus.

Aktuelle Nachrichten