Zappelig sitzen die Kinder auf den viel zu grossen Kinosesseln. Die ersten M&M’s-Packungen sind bereits aufgerissen. «Fürs Kino-Feeling», sagt ein Vater. Gleich beginnt im Orient die Vorstellung. Im Programm stehen zehn Animationsfilme. Eine Jury bestehend aus Vertretern des Kinder-Filmklubs Zauberlaterne und des «Fantoche» haben die Kurzfilme unter dem Motto «Ich will!» zusammengestellt. Der Filmblock im Rahmen des Filmfestivals Fantoche soll bereits Kinder ab vier Jahren begeistern.

Besonders gefordert ist die Kinderjury. Vier Buben und zwei Mädchen müssen nach der Vorstellung die Filme kritisch bewerten. «Sie sollen auch begründen, warum sie den Film gut fanden», sagt Franziska Trefzer, Animatorin bei der Zauberlaterne.

Die Entscheidung fällt den Kindern nicht leicht. Ein Bär der alleine zu Hause bleiben will, ein Hund, der ein neues Herrchen will, ein Mädchen, das unbedingt ein Flugzeug statt einer Barbiepuppe will. Die Liste ist lang und die Jury diskutiert heftig beim Zvieri nach der Vorführung.

Die Träume der Kinder

Die Kinder im Publikum wissen ganz genau, was sie wollen. Die sechsjährige Kinobesucherin Juliette sagt mit strahlenden Augen, sie will auch mal ein Flugzeug haben wie das Mädchen im Film. Anders der siebenjährige Marvin: «Ich will nichts, ich bin wunschlos glücklich.»

Auch die Kinder aus der Jury haben grosse Träume. So will Leon später unbedingt Chemie und Physik studieren und Marlene möchte Klarinette spielen. Noah hat so viele Wünsche, dass ihm auf Anhieb keiner in den Sinn kommt. Wenigstens ist der Hunger auf Trickfilme beim kritischen Publikum gestillt – vorerst.